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Hunderte von emails von der CDU

15. Juni 2006

Ich bekomme seit Tagen hunderte von emails von Herrn Klaus Peter Möller, seines Zeichens nach Landtagsabgeordneter der CDU.
Die emails sind alle Weiterleitungen von emails, die scheinbar vom Mailomat gegen Studiengebühren (verschickt automatisch “ein Protestschreiben an alle hessischen Landtagsabgeordneten der CDU und FDP mit einem Mausklick”) erstellt wurden und an Herrn Möller geschickt wurden.

Im ProtestBlog “Gegen Studiengebühren und Bildungsabbau in Hessenverlinkte ich ebenfalls den Mailomat.
Ob ich diesem Umstand die Hunderten von emails von Herrn Möller verdanke, ist mir nicht bekannt.

Ich richtete sofort eine Filterregel ein, so dass die mails von Herrn Möller im Datenmüll landen und rief ihn soeben an. Da Feiertag ist, erreiche ich in Wiesbaden leider niemanden.

UPDATE:
Google ist mein Freund und so schaffte ich es, Herrn Möllers Telefonnummer in Giessen herauszufinden und rief ihn spontan entschlossen an. Das Telefonat war durchwachsen…, nachdem ich meine Zunge erst nicht im Zaum halten konnte wegen der z.T. meiner Meinung nach nicht fundierten Argumente, schafften wir es schliesslich doch inhaltlich miteinander zu diskutieren.
Er ist definitiv PRO Studiengebühren, da gibt es keine Diskussion und dass quasi sämtliche Hochschulen nahezu geschlossen gegen Studiengebühren sind, interessiert ihn nicht. Schliesslich sei das keine paralamentarische Mehrheit und die würden sich mit der Idee schon anfreunden, wenn die Studiengebühren dann da sind und irgendwoher müsse das Geld ja kommen.

Er meinte, er hätte Weiterleitungen auf alle einschlägigen Email-Adresse gesetzt, da es ja gar nicht darum ginge eine Antwort auf die mails zu bekommen, würden doch viele Absender angeben, die es nicht gibt.

… als ich ihn von der Neutralität (die ich mir auch fast wieder versaut hatte) dieses Blogs überzeugen konnte ;) (muahaha…, warum geh ich eigentlich nicht in die Politik??), versprach er mir mich aus dem Verteiler rauszunehmen.

2. UPDATE:
heise online: Revanche für Studiengebühren-Massenmails

3. UPDATE:
AStA Marburg mahnt Herrn Klaus-Peter Möller ab.

4. UPDATE:
Mailomat offline.

5. UPDATE:

“Der Abgeordnete Klaus Peter Möller hat inzwischen die vom AStA Marburg vorformulierte Unterlassungserklärung unterschrieben und dem AStA um 10:58 Uhr zugefaxt. Sollte Herr Möller weiter E-Mails an die Studierendenschaft verschicken, wird je E-Mail ein Betrag von 5.100,00 Euro fällig.”

[asta-marburg.de :: Allgemeiner Studierendenausschuss der Philipps-Universität Marburg]

[Dieser Beitrag ist auch im Blog "Gegen Studiengebühren und Bildungsabbau in Hessen" erschienen.]
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  1. Joe
    16. Juni 2006, 15:16 | #1

    @mia: Zitat Mia:"[...]aber es stimmt auch eben nicht, dass selbst verfasste nachrichten beantwortet werden.[...]". Der Abgeordnete behauptet laut seiner Aussage, dass er zunächst noch versucht habe, die Emails zu beantworteten. Wenn er davor Anfragen per Mail nicht beantwortet hat, stimme ich dir zu. Wenn er jedoch jetzt nicht mehr die Emails beantwortet, habe ich dafür Verständnis, ich meine, wer ist denn überhaupt in der Lage, eine derartige Datenflut zu sichten?

    Ich verurteile nicht, dass man sich an Abgeordnete wendet, jedoch halte ich die angewendeten Mittel für äußerst zweifelhaft. Wenn man massenhaft Emails mit ähnlichen Inhalt an einen Empfänger sendet, so hat das weniger den Zweck, sachlich über ein Thema zu diskutieren (bzw. Protest auszuüben), also viel mehr zu provozieren, indem man demjenigen das Leben versucht schwer zu machen(auf die Nerven geht), aus welchen Gründen auch immer.

    Wäre das eigentliche Anliegen gewesen, tatsächlich auf sachliche Art und Weise sein Anliegen kund zu tun, ohne jmd. absichtlich das Leben schwer machen zu wollen, hätte man eine einzelne Petition verfasst, der man (Studenten, u.a.) sich anschließen kann und diese an die Abgeordneten gesendet.

    Ich bin der Meinung, dass sowohl die Initiatoren des Mailomaten also auch der Abgeordnete zu Mitteln gegriffen haben, die nicht i.O. sind (inwieweit dadurch gegen Gesetze verstoßen wurde, kann ich nicht beurteilen)

  2. Alexander
    16. Juni 2006, 15:00 | #2

    Hallo,

    ich sehe dass es hier zwei verschiedene Arten der Auffassung von Studiengebuehren gibt.

    Die einen meinen Studiengebuehren seien ja nicht so schlimm und sind dafuer.

    Die anderen fragen nach dem Sinn solcher Gebuehren und sind dagegen.

    Es ist in Deutschland Mode immer einen Suendenbock zu suchen, der fuer den Verfall der Werte verantwortlich gemacht wird.
    Studiengebuehren zu akzeptieren ist ein Schuldeingestaendnis.

  3. Der Angesprochene
    16. Juni 2006, 14:29 | #3

    Der ASTA in Marburg hätte das Erreichte auch durch einen einfachen Telefonanruf "auf dem kurzen Dienstweg" erreichen können :-)

  4. Alexander
    16. Juni 2006, 13:56 | #4

    Hallo Zwiebelfisch,

    vielen Dank fuer Deinen Beitrag!

    Ich freue mich, dass meine Art E-Mail zu schreiben auch Dir eine Moeglichkeit gegeben hat sich an dieser Diskussion zu beteiligen. ;)
    Mithilfe von Sekundaerstreitikeiten versucht man insbesondere in der Politik
    die Lacher sozusagen auf seine Seite zu ziehen – letztendlich entscheidet die Schreibweise eines Wortes ob jemand intelligent ist oder nicht… und ob jemand den richtigen Studiengang gewaehlt hat … dann wahrscheinlich
    auch.

    Ob uns jedoch solche Urteile jedoch (in irgendeiner Form) weiterbringen wage ich zu bezweifeln.

    Ferner moechte ich Dir den Rat geben Deinen vollen Namen zu nennen – nicht
    nur weil die Netiquette dies fordert – sondern weil man dann auch selbst mehr
    ueber den Inhalt seine Beitraege nachdenkt.
    Letztendlich waere dies auch eine Form der Bezahlung, die Du ja selbst
    zur Wiederherstellung "orthographischer Grundbildung" forderst.

    Im Grunde genommen ist Dein Beitrag paradox. ;)

    Hallo Sebastian,

    ich wuerde die Sache mit dem Spam komplett in die Tonne treten – diese Streitigkeit bringt nichts. Sie wird nur fuer eine Verhaertung der Fronten sorgen und letztendlich laesst Du Dich damit auf Sekundaerstreitigkeiten ein,
    was uns (bzw. euch Studenten) genau vom Thema abbringt.

  5. mia
    16. Juni 2006, 13:30 | #5

    bestreite ich ja gar nicht. ging mir nur um die frage: wo die henne, wo das ei? finde das mittel zu unpersönlichen massen-mail zu greifen auch nicht unbedingt den hit, aber es stimmt auch eben nicht, dass selbst verfasste nachrichten beantwortet werden. die sache ist doch ganz einfach die, dass die reaktion von mir aus in gewisser form als verteidigung gesehen werden kann, irgendwo aber in diesem zusammenhang auch nach den ursachen geguckt werden muss! ist halt auch ansichtssache ob es wichtiger ist seine rechte und politischen ansichten zu verteidigen oder seinen posteingang…

  6. Joe
    16. Juni 2006, 13:16 | #6

    Zitat mia: "[...] ich denke, dass niemand auf rechtlichen kleinigkeiten rumreiten würde, gäbe es eine alternative sich zu wehren.und genau das ist der punkt: man kann von diesen massen-mails halten was man will, aber letztendlich ist es kein angriff, sondern verteidigung (verteidigund der freien bildung; der grundrechte!)!"

    I.O., aber ist dann nicht auch die Reaktion des Abgeordneten eine Form der Verteidigung?

  7. admin
    16. Juni 2006, 13:09 | #7

    Das hat sich mit der Unterzeichnung der Unterlassungserklärung wohl gegessen…

  8. EFCB
    16. Juni 2006, 13:08 | #8

    Ich finde das Ganze schon irgendwie witzig. Die eine Seite (Studentenschaft) reklamiert für sich, daß für die Verhinderung von Studiengebühr fast alle (gewaltlosen) Aktionen legitim sind. Wehrt sich nun mal einer und schlägt mit den eigenen Waffen zurück dann stehen die Verantwortlichen aus den Reihen der Studentenschaft mit offenem Mund und ziemlich angesäuert da.

    Man stelle sich vor, Landtagsabgeordnete wie z.B. Möller oder andere hätten die ASten oder andere Aktionisten mit Spam zugeschüttet und die Antwort der Genervten wäre eine Aktion wie die von Möller gewesen. Dies wäre auf den Campussen der Schenkelklopfer gewesen, hätte man doch den hinterwäldlerischen konservativen Dummbeuteln listig eins ausgewischt. Nur dummerweise ging es diesmal grad andersherum.

    Dies sollte man mit Humor nehmen und versuchen "auf dem kleinen Dienstweg" zu erreichen, daß man auf beiden Seiten diese Sache entschärft.

  9. mia
    16. Juni 2006, 12:56 | #9

    @stefan: es gibt tatsächlich genug leute, die im moment riskieren ein semester zu verlieren; aber anstatt das abzuwerten, solltest du dir mal gedanken machen warum sie das tun! du kannst es den leuten nicht allen ernstes vorwerfen, dass sie sich gegen sozialabbau einsetzen. du scheinst tatsächlich immer noch nicht begriffen zu haben, dass es hier nicht ausschließlich um studiengebühren geht. ich werde von den studiengebühren (wenn alles klappt) nicht mehr betroffen sein, aber trotzdem sehe ich doch, dass da etwas in die falsche richtung geht. und zwar nicht nur auf die unis bezogen!schade, dass es immer menschen gibt, denen es nicht gelingt zusammenhänge zu erkennen.

  10. 16. Juni 2006, 12:52 | #10

    Wie gesagt: Mit dem Mailomat verschickt soweit ich das verstehe jede(r) UserIn *eine* Email, die dann eben an alle Adressaten – die es in der Tat auch betrifft – weitergeleitet wird.

    Das ist etwas anderes, als hunderte bis Tausende von Mails an Menschen weiterzuleiten, die ganz sicher nicht die Adressaten dieser Emails sind.

    Ob man da nun gleich eine Abmahnung anstreben muss, steht in der Tat auf einem anderen Blatt.
    Tatsache ist, dass Mike weder den Mailomaten gebastelt, noch eine Abmahnung – oder sonstige rechtliche Schritte – eingeleitet hat.
    Was bei derartig undifferenzierten Kommentaren wie dem obigen vielleicht mal klargesetllt werden sollte. Die Leserschaft von heise ist immer wieder ein Phänomen.

  11. mia
    16. Juni 2006, 12:45 | #11

    wenn man nicht die möglichkeiten hat, welche die gegenpartei hat, kann es leicht passieren, dass man sich genötigt sieht, nach mitteln zu greifen,die einem im normalfall überhaupt nicht in den sinn kommen würden. ich denke, dass niemand auf rechtlichen kleinigkeiten rumreiten würde, gäbe es eine alternative sich zu wehren.und genau das ist der punkt: man kann von diesen massen-mails halten was man will, aber letztendlich ist es kein angriff, sondern verteidigung (verteidigund der freien bildung; der grundrechte!)!

  12. Stefan
    16. Juni 2006, 12:44 | #12

    Full Ack @Joe!!

    Ich finde Studiengebühren eine gute Sache. Wer genug Zeit hat um neben seinem Studium noch Demos und Krawalle mit der Polizei zu organisieren, der sollte stattdessen besser Arbeiten gehen um das Geld für die Gebühren zu verdienen.
    Während meiner gesamten Studienzeit habe ich vom Asta oder Stupa oder sonstigem Unsinn keine sinnvolle Aktion mitbekommen.
    Und wenn dann noch eine gezielte Spam-Welle als "friedlicher Protest" betitelt wird kann ich nur noch auf Gebühren, lieber heute als morgen, hoffen um die Asta-Trödler endlich von der Uni zu entfernen…

  13. Joe
    16. Juni 2006, 12:23 | #13

    Ich kann ueber euch in Marburg nur lachen, oder doch weinen (insbesondere ueber Mike)? Ich halte beides fuer zeifelhafte Mittel (Mailomat und die Weiterleitung), kann die Reaktion mittels automatischer Weiterleitung durchaus nachvollziehen.

    Erbaermlich finde ich jedoch, sich an einer Aktion zu beteiligen (Verweis auf Mailomat) und dann gleich zu Mama (Justita) rennen zu wollen, wenn jmd. mit aehnlichen Mitteln einen Gegenprotest startet. In welcher Welt lebt ihr eigentlich? In einer Demokratie wird man wohl kaum der einen Partei ein Mittel zugestehen koennen, waehrend man der anderen es verweigert.

    Letztlich kann ich doch nur noch lachen (Muahahahah), denn wer wird euch bei eurem Verhalten schon ernst nehmen? Ihr habt euch mit dieser Aktion nur laecherlich gemacht.

  14. 16. Juni 2006, 12:15 | #14

    @Jawohl Ich: Damit wären ja sämtliche Stammtisch-'Argumente' bestens zusammengefasst. Bekommt man auch vorgekaut von der CDU in deren Propganda-Broschüren zu lesen:
    http://weblog.plasticthinki...

    Und *wenn* ein Akademiker tatsächlich mehr verdient als andere – was in den Geisteswissenschaften oft genug nicht der Fall ist – so zahlt er doch sowieso schon entsprechend mehr Steuern.

    Abgesehen davon, dass auch Du von gut ausgebildeten Ärzten, Anwälten, Lehrern etc profitierst. Noch ist dieses Land zumindest in Teilen eine Solidargemeinschaft. Aber wie gesagt, dass Thema dieses Beitrags sind – soweit ich das sehe – nicht Studiengebühren an sich, sondern die Email-Aktion des Herrn Möller.

  15. Jawohl Ich
    16. Juni 2006, 11:41 | #15

    Studenten kommen überwiegend aus reicheren Elternhäusern. Später verdienen sie mehr als Nicht-Akademiker. Die Arbeitslosenquote unter Akademikern (auch unter geiseswissenschaftlern( ist viel geringer als die allgemeine Arbeitslosenquote.

    Wenn wir jetzt von Solidarität sprechen: Wer schuldet hier eigentlich wem Solidarität?

    Was spricht gegen nachgelagerte Studiengebühren, die gut verdienende Akademiker zahlen müssen? (Wobei Kinder diesen Betrag natürlich mindern sollten)

    Die totale Blockadehaltung der Studentenschaft führt dazu, dass die schlechteren Studiengebührenkonzepte Oberwasser bekommen.

    Statt die Diskussion zu lenken und so den Interessen aller studierenden zu dienen verlegen sich die Asten auf sinnlosen totalprotest, wobei sie sich nicht einmal der Mehrheit der Studenten sicher sein können.

    Ich glaube, die schweigende Mehrheit der Studenten wäre einem sinnvollen Studiengebührenkonzept, dass soziale Ungleichheiten ausschließt und zu mehr Wezzbewerb der Hochschulen um Studenten führt nicht abgeneigt.

    Aber so wird es nur plumpe Gebührenerhebungen geben, dessen geld nicht direkt an die Unis fließt.

    Was ihr da macht ist, nicht Interessenvertretung sondern persönliche Freizeitgestaltung mit politischem Anstrich! Reine Revoluzzer-Romantik. Ihr fühlt euch gut, bewirkt aber gar nichts. Und gewaltsamer Widerstand wird auch rein gar nichts bewegen.
    Außer einigen Steinen und Autos, die umgekippt werden. Aber hauptsache es macht Spaß und man fühlt sich gut, weil die Sache ja richtig ist. Ist sie aber nicht.

  16. 16. Juni 2006, 11:20 | #16

    Hallo Alexander,

    ich hab natürlich schon, als ich nachts bemerkte dass ich zugespammt werde, eine filterregel eingebaut. somit musste ich morgens quasi nur noch auf "papierkorb leeren" klicken… ist ja auch egal…

    zu hinrich sein kommentar:
    es gab viele Leute die den inhalt verändert haben, da ich auch von der spam attacke betroffen war, weiß ich genau das bestimmt 25% den text verändert haben.

  17. Hinrich
    16. Juni 2006, 11:00 | #17

    Günter schrieb:
    "Herr Möller wäre gut beraten, die E-Mails zu lesen, deren Inhalt zu prüfen und dann sachlich Stellung zu beziehen"

    Aha. Wenn Herr Möller 60000mal den gleichen (!) Text bekommt, soll er den auch 60000mal lesen und Stellung beziehen?
    Reicht das nicht einmal?

  18. 16. Juni 2006, 10:57 | #18

    Ich verstehe nicht, was der Mailomat mit Spam zu tun haben sollte. Man kann da als Einzelperson den Abgeordneten zu einem wichtigen Thema schreiben, und das erscheint mir legitim. Sie sind nunmal die Ansprechpartner, und müssen sich den Anfragen stellen.
    Wenn die Mails aber an Personen weitergeleitet werden, die eben nicht die Ansprechpartner sind, und das auch noch in grossen Massen, dann ist das in meinen Augen Spam.

    Sprich: Wenn zB ich nun einmal den Mailomaten benutze, erscheint mir das eine legitime Nutzung. Ich verschicke damit eine Mail an all diejenigen, welche die entsprechenden politischen Entscheidungen zu tragen haben. Wenn Herr Möller nun aber hunderte von Mails an ein- und dieselbe Person weiterleitet, scheint mir das Spam zu sein.

    Ist der Witz beim E-Government eben nicht, dass man sich eben persönlich per Mail an seine Regenten wenden kann? Es sind nunmal nicht irgendwelche Nummern, sondern StudentInnen aus Fleich und Blut, über deren Zukunft hier entschieden wird.

  19. erdbeermilch
    16. Juni 2006, 09:09 | #19

    zu der frage, ob diese massen-mails zu einer sinnvollen form des protests zählen kann ich nur sagen, dass das jeder für sich entscheiden muss. es sind auch nicht alle mit den autobahn-blockaden einverstanden und soweit ich weiß, ist noch niemand dazu gezwungen worden, trotzdem mitzumachen. unser protest lebt in meinen augen auch davon, dass er so vielseitig ist: diejenigen, die nicht auf die autobahnen gehen, verteilen eben flyer oder machen etwas anderes.
    ich finde auch, dass eine persönliche mail mehr sinn macht, habe aber auf sämtliche an koch, corts und gefolgsleute abgeschickte nachrichten auch keine antwort bekommen!
    wenn behauptet wird, dass es lächerlich ist, wenn sich studierende mit wohlhabenden eltern über die einführung von studiengebühren wehren, dann muss ich mit schrecken feststellen, dass es immernoch leute gibt, die nichts, aber auch gar nichts verstanden haben!!!

  20. 16. Juni 2006, 03:32 | #20

    Wenn der Mailomat Mails mit ungeprüften Absenderadresse verschickt, ist das imo in erster Linie ein unnötiger Designfehler (von der Sinnhaftigkeit solche Massensendungen noch ganz abgesehen).

    Dabei kann man durch eine einfache Rückfrage "Willst du das wirklich?" an die angegebene Adresse die Kuh einigermaßen vom Eis bekommen und das Argument, die Absender hätten nicht wirklich Interesse an einer Diskussion zumindest zum Teil entkräften.

    Moe & Mike: Wenn ich es grob richtig sehe, begeben sich die Betreiber des Mailomaten auf rechtlich ziemlich dünnes Eis (analog zum Grußkarten-Spam diverser Parteien, gegen den GvG und Ralf Ostermann schon vor Jahren erfolgreich vorgegangen sind: http://www.heise.de/newstic... ). Kurz: Scheissidee. Unabhängig von der Notwendigkeit eines möglichst lauten Protestes.

    Wahl: Wäre vielleicht nicht schlecht, wenn man ein klein wenig zwischen den verschiedenen Möglichkeiten per Mausklick zu demonstrieren bzw. zu protestieren differenzieren würde.

    Gerade die Libertad-Geschichte ist einfach zu komplex, um den ursprünglich geplanten dDos nun auf ein "wurde freigesprochen, ist erlaubt!" zu reduzieren. Falls dich die Hintergründe interessieren:

    http://fx3.org/blog/2006/06...

    Daraus: "Warum das ein Problem ist?

    Nun, bei Demonstrationen im nicht-virtuellen Raum zeigt man durch physische Präsenz, dass man eine Sache unterstützt, bzw. mit einer anderen nicht einverstanden ist. [...]

    Wenn die gleichen User allerdings per Mausklick ein Tool starten, das den gleichen Webserver immer und immer wieder automatisiert mit Anfragen überschwemmt, die manuell in dieser Masse und Form „nicht möglich“ wären, wird es problematisch. [...]

    Es ist, um bei der schiefen Analogie von oben zu bleiben, als ob Demonstranten nicht mehr selber demonstrieren, sondern stellvertretend ein paar Dutzend oder gar hunderte Roboter auf die Straße schicken.

    Das Verhältnis zwischen Demonstranten und ihren Stimmen wird asymetrisch. Das kann es, unabhängig von der Notwendigkeit eines Protestes und dem Wissen, dass man dem Gegner (Staat, Großkonzern, whatever) sonst unterlegen ist, nicht sein."

    Leitender Angestellter einer Medienagentur: Was wollen Sie mit der Hinweis, regelmäßig Studenten beim Trinken von über 10 Euro teuren Cocktails zu sehen, zum Ausdruck bringen?

    Natürlich gibt es Kommilitionen, die zwischen Tennis und Cocktails kurz mit dem zum Abitur erhaltenen Roadster über den Uniparkplatz cruisen, und?

    Ich könnte Ihnen weit mehr Studenten zeigen, die von 10 Euro 3 oder mehr Tage leben müssen! Die würden sich ihr Studium sicher gerne "verdienen", sind aber schon jetzt damit ausgelastet Monat für Monat ihren Lebensunterhalt zusammen zu bekommen.

  21. Der Zwiebelfisch
    16. Juni 2006, 03:29 | #21

    Ich mag auch keine Studiengebüren, aber das Wort "E-Mail" schreibt man nicht klein, zusammen oder in irgendeiner anderen Form, als der gerade von mir gewählten. Vielleicht sind Studiengebühren ja doch nicht ganz falsch…

    Zum Thema E-Mails: http://www.spiegel.de/kultu...

    Der Zwiebelfisch

  22. Alexander
    16. Juni 2006, 03:29 | #22

    Hallo Sebastian,

    Herr Moeller haette sich an den Betreiber des mailomat wenden muessen. Offenbar kennt sich Herr Moeller mit einigen Dingen nicht aus und unternimmt gerne willkuerliche Aktionen. Und deswegen muessen wir ihm sachlich mitteilen, dass wir das nicht moegen.

    Wahrscheinlich hat er zum Weiterleiten der eMails mehr Zeit benoetigt, als ihr zum Loeschen, also ;)

  23. Ralf
    16. Juni 2006, 03:25 | #23

    @Sebastian: Wieso sollen sich jetzt alle wieder ein bekommen? Wird doch hier seine Meinung abgeben dürfen. Du machst das doch auch??? Redest hier von Selbstjustiz und Verbot. Der Mailomat ist nix anderes oder? Eine Vorpupertäre Art und Weise Protest auszuüben. Ja ich weiß, diese Seite hat nix mit dem Ding zu zun, aber er ist der Ausschlag für die Reaktion von Herr Möller und dieses Thema hier und daher Hauptbestandteil eines jeden hier verfassten Kommentares…

  24. Alexander
    16. Juni 2006, 03:07 | #24

    Hallo Michael,

    der Denkfehler in Deiner "Denksteuer" liegt darin, dass Du generell davon ausgehst Studenten seien fuer die Studienlaenge selbst verantwortlich.

    Das stimmt nur leider nicht immer.

    Zudem verlaengern auch ehrenamtliche Arbeiten das Studium. Und dass hierfuer der Student auch noch zahlen soll kann ich nicht nachvollziehen.

  25. 16. Juni 2006, 02:55 | #25

    meine güte bekommt euch mal wieder ein. muss doch jeder selber wissen, ob er die mail abschickt… weder dieser blog noch der asta marburg oder unsere protestseite aus kassel http://www.protest-kassel.de hat was mit dem mailomat zu tun. warum nörgelt ihr uns jetzt hier voll?

    herr möller hat ein fehler getan. er kann nicht einfach willkürlich mails an irgendwelche scheinbar verdächtigen weiterleiten, nur weil es in seinem ermessen richtig ist was er tut.

    selbstjustiz ist das und die ist verboten, sogar für cdu politiker und landtagsabgeordnete.

  26. Michael
    16. Juni 2006, 01:18 | #26

    Ich habe hier irgendwo in einem Kommentar das Wort „Online-Demonstration“ aufgeschnappt. Also der Mail-Automat hat wohl nicht das geringste mit einer Demonstration zu schaffen. Wer seine anscheinende Meinung in einem vorgefertigten Protestbrief anonym abgibt, sollte mal über diese Art des Protestes nachdenken. Für mich ist das nichts anderes wie der Steinewerfer auf eine Demo der sein Gesicht hinter einer Sturmmaske versteckt. Man sollte Herr Möller dann wohl auch das Recht zusprechen, auf diesen Protest antworten zu können. Auch wenn Herr Möller durch seine gestartete Aktion gewissen Kollateralschäden verursacht, ist dies meiner Meinung nach eine gerechtfertige Reaktion auf die E-Mails, die nichts als unnötigen Spam darstellen.

    Als Leitender Angestellter einer Medienagentur habe ich öfters mit Studenten im Praxissemester zu tun. Ich möchte keinem vor den Kopf stoßen, aber jeder zweite hat sein Studium völlig falsch gewählt und ist nicht den einfachsten Aufgaben gewachsen, die oftmals ein Auszubildender im 2-Lehrjahr ohne Probleme bewältigt. Diese Studenten könnten mit einer Studiengebühr sicherlich zum Nachdenken bewegt werden was die Auswahl Ihres Studiums angeht. Sicherlich werden dadurch Sozialschwache benachteiligt. Aber auch hier hat meine Erfahrung gezeigt das diese dazu bereit sind sich das Studium „zu Verdienen“ und sich dies in der Berufspraxis bezahlt macht. Diese Studenten haben im Beruflichen Alltag den „Biss“ den man sich wünscht. Ich selbst stamme aus einer Sozialschwachen Familie und habe mir meine jetzige Position mit einer Ausbildung, zig Abendkursen und zwei Fernstudien aufgebaut.
    Was die Auswahl unserer Angestellten angeht handelt es sich hier zu 80% um Quereinsteiger (gelernte Lackierer, Gärtner oder Maler) die Ihr Können in Umschulungen, Weiterbildungen etc. erlernt haben und über ein solides verfügen. Diese Reaktion unserer Geschäftsführung sollte dann doch eigentlich zum Nachdenken anregen. Und wenn ich hier in der Stuttgarter Innenstadt zahlreiche Studenten in einer Bar sehe, die sich noch immer einen Cocktail für über 10 Euro schmecken lassen, dann kann es doch nicht ganz so schlimm um unsere Studenten stehen.

  27. 16. Juni 2006, 01:13 | #27

    Ich bin Student in Leipzig, ehemaliger Fachschaftsrat und definitv GEGEN Studiengebühren.
    Die Mailomat-Aktion finde ich trotzdem daneben. Wieso glaubt Ihr, anonymer Mail-Spam würde irgendwas ändern? Da ist es egal, wie Herr Möller zum Thema Studiengebühren steht – Belästigung in Form von Spam muss niemand auch noch gerechtfertigt finden.
    Wie wäre es, wenn jeder Lobbyist oder Andersdenken mit eigenen Mailomaten unter dem Deckmantel der "Petition" die Astas aller Bundesländer von Ihrer Position zu überzeugen versuchten?
    Auch der Sinn von Massenprotesten per Mail liegt im persönlichen Engagement der Teilnehmer. Mindestens durch das Absenden von der eigenen Adresse aus mit einem (z.B. vom Asta angebotenen Standardtext), bestenfalls mit dem selbst verfassten Standpunkt.
    Wenn Ihr, wie heise.de schreibt, tatsächlich auch noch gegen den Rücklauf Eurer eigenen Spam-Maschine klagen wollte, dann seid ihr – pardon – doch sehr naiv.
    Am Rande: Auch die (zwar privaten) Äußerungen des Autors dieses Blogs wirken angesichts der plötzlichen Öffentlichkeit dieser Seite ziemlich unseriös und unsachlich, wenn nicht gar reichlich unreif…

    Grüße aus Leipzig

  28. Alexander Elgert
    16. Juni 2006, 00:59 | #28

    Hallo.

    Es ist nicht illegal eMails an alle Abgeordnete zu versenden – aber eine vorgefertigte, anonyme eMail wuerde ich ebenso als Spam bezeichnen.
    Ich haette einfach die gesammelte eMail-Liste als Text Datei veroeffentlicht mit der Bitte den Herren Politikern eine nette (!) Mail zukommen zu lassen. Nett, weil: Es gibt Leute, die warten nur auf einen unfreundlichen Kommentar, um sich aus der Verantwortung zu stehlen und einen Gegenprotest zu starten.
    Die Einfuehrung von allgemeinen Studiengebuehren wird zu Effekten fuehren, die der CDU auf kurze Sicht einen Vorteil bringen wird.
    Es ist ein haessliches Mittel der Politik Personengruppen gegeneinander auszuspielen.

    Was bringt es, Leute schroepfen zu wollen, die kein Geld haben?

    Was bringen Studiengebuehren an Vorteilen?

    Die Politik unseres Landes wird nicht zum Wohle der Allgemeinheit eingesetzt. Die CDU versucht durch saeen von Zwietracht die Leute gegeneinander zu mobilisieren. Das klappt ja offenbar recht gut, wenn ich mir diesen Blog ansehe. Aber es laehmt leider auch den Fortschritt.
    Manchmal waere es schon recht schoen, wenn die Leute selbst denken wuerden, anstelle sich von der CDU – mithilfe von Taschenspielertricks – die "Meinung" unterjubeln zu lassen.

  29. Wahl
    15. Juni 2006, 23:37 | #29

    Die Aufforderung, mit e-mails an Abgeordnete im Hessischen Landtag zu protestieren, ist m.E. genauso legitim wie die online-Demonstration gegen die Lufthansa wegen Abschiebungen am Frankfurter Flughafen. Die Verantwortlichen wurden am 22.5.06 vom OLG Frankfurt freigesprochen.
    http://www.libertad.de/inha...

  30. admin
    15. Juni 2006, 23:34 | #30

    mmmhhhh… Ich melde mich jetzt endlich mal zu Wort und bin z.T. (mal wieder) sehr erschüttert über einiges, was ich hier lesen muss. Nicht, dass das neu wäre…

    Wenn man über Bildung spricht, spricht man primär noch nicht über eine Ware (auch wenn DIE das gerne hätten). Bildung ist ein Menschenrecht, dass jedem Menschen zugänglich sein sollte, ohne wenn und aber. Gerade, wenn sich Kinder aus besser-verdienenden Familien gegen Studiengebühren einsetzen (so wie ich) zeugt das von einer Reife und vor allem auch von einem Verständnis und Mitgefühl für sozial schwächere, das leider viel zu vielen fehlt.
    Ich gehe nicht auf die Strasse, weil meine Familie zu arm für Studiengebühren wäre. Ich gehe auf die Strasse, weil ich weiss, dass es nun mal viele gibt für die ein Studium schon jetzt mit grossen finanziellen Problemen verbunden ist. Allein der Lebensunterhalt und die Buecher sind fuer viele ein Problem. Ich wohne in einem Studentenwohnheim. Wir haben hier ca. 80% Anteile auslaendischer Studierender. Ich kenne (eben durchs Wohnheim) sehr viele von denen und muss sagen: Hut ab, ich waere vermutlich nicht in der Lage nach einer Nachtschicht am Fliessband am naechsten Tag noch zur Uni zu gehen. 1500 EUR fuer nicht EU-Bürger sind (so hart das auch klingen mag, so traurig und wahr ist es leider auch) auslaenderfeindlich und wird viele der Leute, die ich hier kennenlernen durfte, einfach nur aus dem Land treiben.

    Natürlich gibt es Kosten für mein Studium, die zu einem großen Teil auch von Leuten gezahlt werden, die niemals einen Fuss in die Uni setzen werden.
    Ich treibe keinen Sport. Ich war noch nie in einem Stadion und das letzte mal vor ca. 5 Jahren auf einem öffentlichen Sportplatz. Dennoch wird auch von meinen Steuergeldern die Instandhaltung und der Bau von Sportplätzen gebaut. Das finde ich gut. Das nennt man Solidarprinzip. Ich zahle gerne Steuer für Sportplätze, weil ich einsehe, dass sie für eine gesunde Gesellschaft wichtig sind. Genauso wichtig wie ein Studium.

    Ich könnte hier noch vieles zu einigen Beiträgen schreiben, allerdings muss man auch nicht jeden Troll füttern.
    Wohlgemerkt möchte ich hier nicht per Zensur einschreiten müssen oder gar die Kommentarfunktion ausschalten. Sollte es hier aber ausufern (Beleidigungen, Aufrufe zu Straftaten, etc.) wird mir wohl oder übel nix anderes nötig bleiben, aber ich hoffe, dass das nicht nötig sein wird.

    btw. ich habe kein Auto.

  31. Christian
    15. Juni 2006, 23:30 | #31

    Sebastian: Hier den kleinen Kommunismus einzuführen ist doch Unsinn. Es geht mitnichten um Hartz I-IV, Kopfpauschalen oder etwa ein neues Gesellschaftssystem geht. Es geht einfach nur darum, daß sich Studenten mit einem (verglichen mit den echten Kosten) absolut minimalen Beitrag beteiligen sollen. Es geht auch nicht um die Grundversorgung an Bildung, die bis zum Abitur gehen sollte, weil für die will keiner Gebühren verlangen. Die meisten Studenten geben mehr für ihre tägliche Zigarette aus, als jetzt an Studiengebühren verlangt werden soll. Das sie dafür Autobahnen sperren kann bestenfalls an den beginnenden Entzugserscheinungen liegen und nicht daran, daß sie plötzlich deswegen das Studium schmeissen müssen. Ich empfinde die Studiengebühr als eine Art Schutzgebühr, die verhindert, daß Studierende das Studium als Selbstverständlichkeit betrachten und eben auch als selbstverständlich, daß sie 5 mal das Fach wechseln und nach 20 Semestern immer noch nicht fertig sind (eine Übertreibung ICH WEISS).

    In diesem Sinn wäre weniger ausflippen und weniger rauchen durchaus überlegenswert.
    In diesem Sinne……

  32. Sebs
    15. Juni 2006, 20:48 | #32

    Sebastian: Du übertreibst: wenn es nicht gelingt das Lehrsystem in Deutschland so zu drehen das man ohne Studium auch noch was erreichen kann … evtl mit mittlerer Reife oder quali, dann ist viel verloren .. ich finde es lächerlich wie sich teilweise die Kinder von Famillien mit erheblichem Einkommen über die Studigebühren aufregen .. diese sind auch Teil der immer weiter auseinanderdriftenden Schere von kannwashatwas und kannnix und hatnix.

    Das Thema hat einfach mehr facetten als das man sie durch ein simples Webform abbilden kann.

  33. 15. Juni 2006, 20:43 | #33

    Matthias, bitte entschuldige die etwas schrägen Angriffe, das war ein Stilmittel um die (hier zwangsläufig) begrenzte oder verkürzte Argumentation und Sachlichkeit hier zu karrikieren ;)
    Ich kann nur sagen, dass Solidarität ein Wert für sich ist und nicht in Wert und Gegenwert aufgerechnet werden DARF. Wer beginnt, den Sinn eines kostenlosen Studiums (was es beileibe ja schon heute nicht ist, durch Lehrmittelkosten, "Verwaltungsgebühren" etc.), macht irgendwann bei der Grundschule oder woanders weiter.
    Eben das ist der Aspekt der Leistungsgesellschaft, den ich angreife. Die Wirtschaft hat dem Menschen zu dienen, nicht umgekehrt. Sinn des Staates ist es nicht immer mehr zu sparen und das Geld den Großkonzernen für internationale Wirtschaftskriege zuzuschieben.
    Eine Steuerfinanzierung wird (bei einem gerechten System ohne Schlupflöcher) für ALLES immer gerechter sein, als eine "Kopfpauschale".
    Den Egoismus weise ich erbost zurück, denn die Studiengebühren sind nur ein "Kriegsschauplatz" im Vernichtungsfeldzug gegen die Solidarität, Hartz IV und Kindergeldkürzung etcpp sind andere.
    Damit schließe ich hier, das ist einfach nicht geeignet für allgemeine Diskussionen, die zu Recht, aber auch zur Genüge an vielen Orten geführt werden.

    Hört auf zu demonstrieren – beginnt den Widerstand!

  34. Matthias aus Hessen(Marburg)
    15. Juni 2006, 20:29 | #34

    @Sebastian:
    Ja, Du hast recht. Ich arbeite, fahre allerdings keinen BMW oder ein vergleichbares Auto.

    Im übrigen wüsste ich nicht, was ein Student dazu beiträgt – es ist leider eher umgekehrt, auch wenn ihr das nicht hören wollt – ihr lebt von unseren Steuern -mit. Denn die Unis sind fast ausschließlich steuerfinanziert.

    Und wer etwas haben möchte (in dem Fall "Wissen", der soll bitteschön auch etwas dafür bezahlen).

    Ich studiere im übrigen nebenbei und zahle selbst für mein Studium und bleibe dabei innerhalb der dortigen Regelstudienzeit.

    Menschenrechte: guter Aspekt
    Die Allgemeinheit hat hat auch Menschenrechte und wenn Straßen blockiert werden und Familien mit kleinen Kindern stundenlang auf der Stadtautobahn in Marburg ausharren müssen, Termine platzen, nur weil ein paar Studis meinen, sie müssten sich auf diese Art und Weise produzieren – dann nenne ich das eine Einschränkung der Menschenrechte !

    Darüber hinaus zeugen die Aktionen von einem grenzenlosen Egoismus !!!!
    Nicht die anderen sind immer die Bösen – fasst Euch einmal an die eigene Nase – es stinkt zum Himmel !

    Viele Grüße !

  35. Dabbelju
    15. Juni 2006, 20:14 | #35

    Armselig was da läuft …
    Warum werden diese Mailomat-Typen nicht einfach verklagt?
    Einfach ihnen die Zeit in Rechnung stellen, die eine Kraft zum Beantworten der Mails braucht und schon wird das ganz schnell eingestellt.

  36. 15. Juni 2006, 20:11 | #36

    Solidarität ist gefährlich für Aktienkurse! *heul heul* Ich finde Kommentare wie die von Matthias zeugen von
    a) einer extrem unsolidarischen, gar menschenverachtende Einstellung in Folge einer erschreckenden Verinnerlichung der fragwürdigen "Werte" unserer sogenannten Leistungsgesellschaft, die nur das Ziel hat, alle Menschen möglichst wirtschaftsdienlich zu machen
    b) einer Ignoranz, die persönliche "Freiheit" (keine echte, sonder der perverse Freiheitsbegriff von Bush und Merkel) über Menschenrechte stellt
    c) einem gefährlichen Halbwissen: Tränengas (verharmlosend Pfefferspray genannt) und Wasserwerfer werden schon seit Wochen auf brutale Art und Weise unprovoziert gegen friedliche Demonstranten eingesetzt

    Für solche Egoisten und deren Mitläufer sollte eine tägliche Blockade auf ihrem Weg ins klimatisierte Büro obligatorisch sein, um sie aus ihrer Scheinwelt herauszuholen und ihnen zu zeigen, wer den BMW und das Reihenhäuschen _wirklich_ bezahlt hat…

    Und ganz ehrlich: Ich hoffe, dass Mike hier gründlich aufräumt oder die Kommentarfunktion vorübergehend abschaltet. Die berüchtigte "Diskussionskultur" aus dem Heise-Forum brauchen wir wirklich nicht.

  37. Matthias aus Hessen
    15. Juni 2006, 19:15 | #37

    Ich finde die Aktionen der ASTA und damit verbundenen Organisationen in höchster Art und Weise belästigend und freiheitseinschränkend.
    Sowohl e-mail Terror (per mailomat) wie auch die andauernden Demonstrationen, Straßenbesetzungen usw. sind ein Ausdruck von
    a) kindischem Verhalten (Unreife)
    b) Gewaltbereitschaft (gegen Mitbürger in Form von Einschränkung derer Lebensbereiche)
    c) nicht würdig eines Studiums an einer deutschen Universität
    d) zeugt von Sozialschmarotzertum in höchstem Ausmaß, denn der steuerzahlende Bürger wird von diesen sog. Studenten in seiner Freiheit massiv eingeschränkt.

    Ich frage mich, warum noch keiner Anzeige erstattet hat.

    Für diese Initiatoren und deren Mitläufer sollte eine Exmatrikulation obligatorisch sein.

    Und ganz ehrlich: ich frage mich nur, warum die Polizei nicht endlich Wasserwerfer und Pfefferspray dagegen einsetzt.
    Eine andere Sprache wird offenbar nicht verstanden.

  38. Robert aus NRW
    15. Juni 2006, 18:55 | #38

    Also ich kann das verstehen, emailterror ist genau so strafbar da es zu nötigung und belästigung gehört.
    Auch Politiker haben rechte, immerhin wurden sie gewählt auch wenn jetzt einigen nicht alles passt was passiert. So ist Politik nun einmal.
    Ich finde indem man einen Link setzt wirbt man ja nunmal für die aktion, also ist man aktiv daran beteiligt und ich würde die weiterleitung insofern als kleine info sehen wieviele falsche daten angegeben werden und somit kein wirklicher offener protest sind sondern nur noch SPAM und eMailTerror.

    Übrigens ich bin GEGEN Studiengebühren, nur falls es wenn interessiert ;-)

    Gruß
    /Robert

  39. Eule
    15. Juni 2006, 18:54 | #39

    Da wird massiver Missbrauch des Mediums Mail betrieben (60000/3T) und dann will man Leute anzeigen, die sich dagegen wehren. Auf welchem Planeten lebt ihr?
    Ist Herrn Heinlein bekannt, das sein Server fuer solchen groben Unfug missbraucht wird?

  40. 15. Juni 2006, 18:33 | #40

    Moinsen!

    Wer von uns hat denn die Medien auf den Mail-O-Mat aufmerksam gemacht, oder war dies Herr Möller:

    „heise online: Revanche für Studiengebühren-Massenmails“, http://www.heise.de/newstic...

  41. 15. Juni 2006, 15:09 | #41

    Hallo Mitstreiter!

    Ich habe auf unserer Protest-Seite http://www.protest-kassel.d... geäußert, dass wir nicht nur die Sache öffentlich machen sollten, sondern außerdem Herrn Möller wegen der unverlangt zugesandten Mails anzeigen sollten. Ich weiß leider nicht den genauen Straftatbestand, aber das sollte sich schnell recherchieren lassen, vielleicht helfen die Verbraucherzentralen weiter.

    P.S.: Hiermit widerspreche einer Weiterverwendung meiner Webseite und der dort angegeben Email-Adressen zu anderen als den dort genannten Zwecken, insbesondere der Zusendung unverlangter Inhalte.

    Robert

  42. admin
    15. Juni 2006, 14:57 | #42

    Herr Möller rief mich gerade an und bat mich darum hier regulierend einzugreifen. Ich erklärte ihm, dass ich in keinerlei Form zu Zensur bereit bin (es sei denn, dass es juristisch von Relevanz wird: Beleidigungen, Aufrufe zu Straftaten, etc.), was er verstand und wohl auch teilt. Er meinte allerdings, dass dies hier nicht zu einer Schlammschlacht, bei der es um persönliche Dinge/Personen geht, ausarten sollte. Dies ist seine Meinung.

    Ich bin der Meinung, dass sich der Protest allmählich in Widerstand wandeln muss. Was das bedeutet, muss jeder einzelne für sich entscheiden.

  43. Günter
    15. Juni 2006, 14:05 | #43

    Ich wehre mich gegen die Behauptung von Herrn Möller, dass Personen, die die o.g. Aktion unterstützen und zu deren Teilnahme auffordern kein Interesse an Sachlichkeit hätten. Ich gehöre zu den Initiatoren dieser Aktion und kann guten Gewissens behaupten, dass es dem im Mailomaten vorformulierten Text keineswegs an sachlichen Argumenten fehlt.
    Obwohl ich wahrscheinlich zu den ersten Personen zählte, die Herrn Möller anmailten, habe ich keine Antwort von ihm erhalten, was seine Behauptung, dass er die ersten Mails beantwortet hätte in Frage stellt.
    Herr Möller wäre gut beraten, die E-Mails zu lesen, deren Inhalt zu prüfen und dann sachlich Stellung zu beziehen, anstatt sämtliche E-Mails einfach weiterzuleiten.
    Übrigens enthält zumindest der vorformulierte Text überhaupt keine Aufforderung, auf die E-Mails einzeln zu antworten, obwohl solche Antworten bei vielen sicher hoch willkommen sind. Vielmehr geht es darum, den zuständigen Abgeordneten mitzuteilen, dass und warum man den Entwurf des Studienbeitragsgesetzes ablehnt.
    Ich halte es für nicht hinnehmbar, wie Herr Möller auf eine absolut friedliche Protestform reagiert, mit der zielsicher die Personen erreicht werden, die letztendlich für die Gesetzgebung in Hessen verantwortlich sind.
    Somit unterstütze ich ausdrücklich den Vorschlag, dieses Vorgehen in der Presse bekannt zu machen.

  44. admin
    15. Juni 2006, 13:59 | #44

    Dann würde mich aber mal interessieren, was die Adressen der AStA-Vorsitzenden aus Marburg und die Jungs aus Kassel (http://www.protest-kassel.de) mit der Aktion zutun haben?

  45. Der Angesprochene
    15. Juni 2006, 13:47 | #45

    @ Moe:
    Es wurde daher ja korrigiert.

  46. 15. Juni 2006, 13:42 | #46

    Wieso ist das falsch? Das würde ich gerne erfahren. Schliesslich ist Mike nicht für den Mailomaten verantwortlich.

  47. Der Angesprochene
    15. Juni 2006, 13:39 | #47

    @ Moe:
    zu Abs.2.: falsch.

  48. 15. Juni 2006, 13:04 | #48

    Der Mailomat ist nicht von Dir, und wenn Herr Möller Dich und andere nun mit Mails überschüttet wirds Zeit für Abuse-Mails an seinen Provider und/oder nen guten Anwalt..
    Habe ich das richtig verstanden, dass Herr Möller nun also Gegner von Studiengebühren mit Emails zumüllt, auch wenn sie nicht für den Mailomat verantwortlich sind?
    Ob das wohl die Presse interessieren dürfte? Den vorfall würd ich mal Heise, Telepolis, Golem, Uebergebuehr, SpOn und Netzeitung mailen.

  49. Jens
    15. Juni 2006, 12:00 | #49

    Warum nicht gleich wieder zurück mit leicht verändertem Betreff, da freut sich der Herr Möller bestimmt. Und im schönen Wochenrythmus etwas ändern…

  50. Klaus Peter Möller
    15. Juni 2006, 10:48 | #50

    Das Telefonat war in der Tat durchwachsen :-) wenngleich nicht unfair oder unfreundlich. Von daher werde ich meine Zusage umsetzen und Sie aus dem Verteiler heraus nehmen,
    auch wenn die Quintessenz des Telefonates bezgl. der derzeitigen Meinung der Hochschulen und deren Stellung bedauerlicherweise nicht korrekt wiedergegeben ist.
    Falsch wiedergegeben ist demnach "keine Diskussion", "keine parlametarische Mehrheit" und "interessiert ihn nicht".

    Es bingt indes m.E. nichts, automatisierte Mails von Absendern zu versenden, die nicht existieren. Wer sich an solchen Aktionen beteiligt, seinen Namen dafür hergibt, zu solchen Aktionen aufruft oder sie unterstützt, offenbart nicht wirklich interesse an Sachlichkeit.
    Daher werde ich, nachdem ich die ersten Mails noch beantwortet hatte (bis die ersten Antworten mit "User unknown" zurück kamen), nunmehr zu keiner einzigen mehr Stellung nehmen –
    Dies gilt i.Ü. auch für alle Gruppierungen und Personen die zu solchen Aktionen aufrufen oder sich daran beteiligen – Wie es auch gehen kann, zeigte das o.g. Telefonat (trotz des Feiertages).
    In diesem Sinne verbleibe ich, bei aller unterschiedlichen Auffassung und Bewertung für diejenigen, die Sachlich sind mit freundlichen Grüßen.

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