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Das Computerspiel-Dispositiv

23. November 2007

Letztes Semester habe ich eine Hausarbeit mit dem Titel “Das Computerspiel-Dispositiv” im Rahmen meines medienwissenschaftlichen Hauptseminars “Psychologische Modelle der Filmwissenschaft” bei Herrn Dr. Peter Riedel geschrieben.

1 Einleitung
In den 1970er Jahren gewann die psychoanalytische Filmtheorie eine neue Richtung. Jean-Louis Baudry, Christian Metz und Laura Mulvey konzentrierten sich nicht länger auf den filmischen Text, sondern legten ihren Schwerpunkt auf das Kino als technische Apparatur. Baudry und Metz benutzten zu einem hohen Maße Erkenntnisse aus der Psychoanalyse, um ihre theoretische Position zu untermauern und gelten als Begründer der sog. Apparatus-Theorie. Ihre grundlegende These war, dass das Kino aufgrund seiner technischen Grundlage bereits bestimmte ideologische Effekte produziere und so den Zuschauer in einer bestimmten Subjekt-Position verorte.
In dieser Hausarbeit möchte ich die Apparatus-Theorie benutzen, um das Dispositiv Computerspiel näher zu betrachten und evtl. auftretende ideologische Effekte zu analysieren. Dabei wird – ganz im Geiste Baudrys –von konkreten Inhalten abstrahiert und lediglich das Dispositiv betrachtet. Dafür werde ich im Folgenden zuerst die Apparatus-Theorie Baudrys vorstellen und ebenfalls kurz auf die bereits früh geäußerten aber sehr weitsichtigen Gedanken Münsterbergs zum Kino und Filmbetrachten eingehen.
Ausführlicher werde ich mich danach der Beschreibung des Dispositivs widmen, die sich stark an Hugo Münsterbergs Text „Das
Lichtspiel“ (Münsterberg 1996) orientiert. Münsterbergs Text zeichnet sich dadurch aus, schon sehr früh eine relativ detaillierte Darstellung der Wirkungsmittel des damals neuen Mediums zu liefern. Speziell werde ich darauf eingehen, inwiefern sich die Darstellungsmöglichkeiten des Computerspiels zum Film unterscheiden, welche Auswirkungen dies auf den „Zuschauer“ hat und was die spezifischen Mittel des Computerspiels sind und wie sie wirken.
Danach werde ich näher auf die Rolle des „Zuschauers“ eingehen, da sich seine Position auf den ersten Blick im Computerspiel-Dispositiv maßgeblich von der des Zuschauers im kinematographischen Dispositiv unterscheidet. Hierfür werde ich auf das Konzept der ergodischen Literatur von Espen Aarseth zurückgreifen, das sich dadurch auszeichnet, dass es von einem sehr aktiven Zuschauer ausgeht.
Nach dieser Beschreibung werde ich schließlich die Apparatus-Theorie auf das Dispositiv des Computerspiels anwenden. Ich werde genauer betrachten, ob und wenn ja, inwiefern ein Eintreten in den Regressionszustand beim Spielen am Computer möglich ist und skizzieren welche ideologischen Effekte dabei womöglich auftreten könnten.

Die Hausarbeit ist als .pdf Datei hier erhältlich.

Die Hausarbeit ist hier nicht mehr erhältlich. Stattdessen wurde sie stark erweitert und publiziert. Der Beitrag ist umgezogen und kann nun hier angesehen und erworben werden.

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