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So long, so plone

19. Juni 2008

Im Rahmen meines Fortgeschrittenen-Praktikums im Magister-Nebenfach Informatik habe ich die ehrenvolle Aufgabe mit Plone und Zope zu arbeiten, was definitiv seeeeeeeehr gewöhnungsbedürftig ist. Ich darf netterweise die Seite des Open Music Band Contestes neugestalten.

Das wirklich besondere an diesem bundesweiten Bandwettbewerb stellen die einmaligen Teilnahmebedingungen dar: Die Musikstücke, mit denen sich die Bands bewerben, müssen unter einer Creative Commons-Lizenz stehen. D.h. diese Musik wird “frei” — sie darf kopiert und verbreitet werden, solange dabei die Urheber des Stücks genannt werden und wiederum auf die Lizenz hingewiesen wird.

Inhaltlich also sehr interessant und technisch eine Herausforderung für mich, da das Projekt auf einem Zope CMS läuft.
Der Schockwellenreiter predigt schon länger: Plone und Zope rocken! :D

Was sind Zope und Plone überhaupt?
Plone – “Plone ist ein Enterprise Content-Management-System, geschrieben in der Programmiersprache Python. Version 1 erschien 2002. Es kann für Intranet- und Extranet-Anwendungen, als Document Publishing System und als Groupware-Tool über weite Strecken eingesetzt werden. Zahlreiche Erweiterungen ermöglichen den Einsatz für alle denkbaren Applikationsserver-Aufgaben: z. B. im E-Learning, als Webshop oder als Fotoalbum.” (http://de.wikipedia.org/wiki/Plone)

Zope – Zope (Z Object Publishing Environment) ist ein objektorientierter, in der Programmiersprache Python geschriebener, freier Webanwendungs-Server mit offenem Quellcode (siehe Application Server). Zope stellt eine Plattform für die Realisierung von Webanwendungen dar und eignet sich sehr gut zum Erstellen von dynamischen Webauftritten, da es prinzipiell darauf ausgerichtet ist, den Inhalt von der Gestaltung der Website zu trennen. (http://de.wikipedia.org/wiki/Zope_(Webanwendungsserver))

Projektchaos
Es gibt – Dank meines Betreuers – zu diesem Projekt auch Wikiseiten, in die ruhig jeder mal reinschauen kann, um sich den Verlauf des Projektes anzuschauen oder sich zu beteiligen. Peinlicherweise sind dort auch meine bisherigen Misserfolge dokumentiert, denn die letzten 2 Monate war dieses Projekt nur eine Reihe von Misserfolgen, was ganz stark an meiner Umgewöhnung an Linux lag: Ganz dem Grundgedanken des Open Music Contests sollte auch die Software zur Erstellung frei sein…, also entschied ich mich für die aktuelle Ubuntu Version, unter der ich das Projekt entwickeln wollte…, was ich zu der Zeit nicht wusste, war, dass Ubuntu zwar halbwegs anwenderfreundlich ist, aber keineswegs Programmierer oder advanced user – freundlich. Sprich: Installation ist soweit kein Problem und ziemlich automatisiert, aber wehe man will an Systemeinstellungen schrauben…, dann kann es schon mal vorkommen, dass man die Herz-Frequenzen seines Monitors per Hand mit völlig kryptischen Texteditoren in noch kryptischere Config-Dateien schreiben muss. Das ganze ist bei Ubuntu zwar halbwegs anständig dokumentiert, aber dennoch ein Krampf und absolut nicht anwenderfreundlich.

Beispiel: Um meinen neuen Monitor anzuschließen und zu installieren habe ich unter Windows XP ca. 4 Minuten gebraucht…, unter Ubuntu 1,5 Stunden…
Außerdem scheint es schick zu sein grundsätzlich für keine Software eine Bedienoberfläche anzubieten, so dass ein Großteil der von mir benötigten Software nur über die Konsole bedient werden kann…, was für allem für absolute Linux-Anfänger wie mich, die erst noch lernen müssen was ls und sudo bedeuten ;), ein ziemlicher Krampf ist. Lange Rede, kurzer Sinn…, nach ca. 2 Monaten, die ich mit Linux verschwendete, trat ich den open source Gedanken in die Tonne (zumindest was die pragmatische Dimension anbelangt) und installierte Zope und Plone unter Windows XP. Keine 24h später hatte ich mithilfe von ArchGenXML meine erste HelloWorld-xmi Datei in eine Applikation umgewandelt, diese auf dem Server (der unter Windows eine graphische Benutzeroberfläche hat) installiert und getestet.

Was lerne ich persönlich daraus?
Ubuntu wirkt aufgeräumter und vom Systemdesign her deutlich professioneller und konsequenter. Für Standard-Anwender, die damit surfen, e-mailen und openoffice-Dokumente tippen wollen, ohne jemals an Systemeinstellungen rumspielen zu müssen oder die einen Admin haben, ist es Windows gegenüber zu bevorzugen. Alle anderen, also Programmierer, Spieler und advanced user (wieauchimmer man die definiert) sollten Ubuntu nur benutzen, wenn sie viel Zeit und eine hohe Frustrationsschwelle haben, um das System stundenlang per Konsolengefuddel nach ihren Bedürfnissen anzupassen.

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Tags:
  1. Manuel
    14. Juli 2008, 13:41 | #1

    Ich stimmte der Ubuntu-Aussage absolut zu. Auch schön funktioniert übrigens MacOS.

  2. 20. Juni 2008, 13:55 | #2

    ich schätz mal, dass der rootman weiss, was sudo, ls und so machen. ;)

  3. Thomas
    19. Juni 2008, 11:35 | #3

    zwei monate?! der rootman meint das es im schnitt grob zwei wochen dauert sich sinnvoll sein eigenes linux zu bauen – http://www.linuxfromscratch...

Kommentare sind geschlossen