Verfremdung in Firefly – outlaws in spaceships
Die letzte Hausarbeit meines Studiums ist endlich fertig geworden und inzwischen auch als sehr gut befunden worden. Sie trägt oben genannten Titel und entstand im medienwissenschaftlichen Hauptseminar “Ästhetik des Fernsehens” gehalten von Herrn Dr. Riedel.
1 Einleitung
Der Verfremdungsbegriff, die ostranenie, ist für die Neoformalisten von besonderer Bedeutung. Auf seiner Grundlage diskutiert Kristin Thompson die Unterscheidung zwischen der Wahrnehmung eines Kunstwerkes und eines Alltagsgegenstands. Das Problem, das Thompson leider nicht weiter reflektiert, ist die unsystematische und stellenweise konfuse Konzeption des Verfremdungskonzeptes in den Schriften Sklovskijs.
Der Autor wird daher in dieser Arbeit zuallererst die Probleme der Rezeption und die dadurch entstandenen verschiedenen Arten der Verwendung mit ihren jeweiligen spezifischen Bedeutungen des ostranenie Konzeptes betrachten. Anschließen wird sich eine genauere Analyse der Verfremdung in der Science-Fiction. Hierfür werden einige Begriffe erläutert, die für eine genauere Analyse zweckdienlich sind. Abschließen wird das Kapitel mit der Herausarbeitung des Spezifischen des Science-Fiction-Films, nämlich dem Umstand, dass die Naturalisierung der grundlegende formale Prozess im Science-Fiction-Film ist und Verfremdung daher nur selten eigenständig, also auf formaler Ebene, auftritt.
Bevor verschiedene audiovisuelle und narrative Verfahren der US Science-Fiction-Serie Firefly (2002) einer genaueren Betrachtung unterzogen werden können, ist ein kurzer Exkurs zur Motivation von Verfahren im Neoformalismus unabdingbar. Die verschiedenen Motivationen von Verfahren werden hier kurz vorgestellt.
Im letzten Kapitel wird sich der Autor schließlich einer genaueren Analyse der Serie Firefly hinsichtlich ihres Verfremdungspotentials widmen. Dabei wird auf das zuvor eingeführte Konzept der Motivation von Verfahren zurückgegriffen, um anhand dessen das Besondere – um nicht zu sagen das ‚Fremde’ – der Serie herauszuarbeiten. Besonderer Schwerpunkt wird hierbei auf audiovisuelle und narrative Strategien gelegt. Es wird genauer betrachtet werden, welche speziellen Verfahren mit ihren jeweiligen Motivationen eingesetzt werden. Ziel der Analyse ist dabei aufzuzeigen, dass Verfahren in der Serie Firefly zu einem – zumindest im Vergleich mit anderen Fernseh-Science-Fiction-Serien – auffällig hohen Maße realistisch motiviert sind und diese realistische Motivation eine Abweichung der Sehgewohnheiten des Hollywood-sozialisierten Zuschauers konstituiert.
Im Fazit werden die Erkenntnisse zusammengefasst und kritisch diskutiert.
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