Kürzlich haben wir im MS Computerspiele, das ich ja im Rahmen meines Medienwissenschaftsstudium besuche, versucht das Medium Computerspiel medientheoretisch zu bestimmen.
Unsere Erkenntnisse waren zwar meiner Meinung nach wirklich nur sehr grundlegend, aber wir stellten ganz klar fest, dass es sich beim Medium Computerspiel um ein sehr
komplexes Medium handelt.
Wir begannen damit uns über die Textualität des Mediums Gedanken zu machen und kamen dabei zu dem Schluß, dass sich die Textualität aus 2 Ebenen ergibt:
Oberfläche
die visuelle Repräsentation des Mediums
(müßte darunter dann nicht auch das Interface fallen??)
technische Seite
die wir wieder unterteilt haben in die Punkte:
- Programmiersprache
- Engine
- Hardware
Diese 2 Ebenen mit ihren Unterpunkten machen unserer Meinung nach die Textualität des Mediums Computerspiel aus (
hier gibts Infos über den Filmtext) und prägen damit natürlich auch in sehr starkem Maße die Art und Weise wie Narrativität vermittelt wird.
Meine Dozentin vertritt die Meinung, dass es sich beim Computerspiel um ein Hybridmedium handele, da es sich nicht um ein komplett neues Medium handele, sondern um eine Vermischung
eines neuen Mediums (Interaktivität) mit alten Medien (Film, Literatur) des ältesten Mediums (Interaktivität) mit den Medien Film und Literatur. Interessant ist in diesem Aspekt auch folgendes aus der Wikipedia:
"Ein weiteres zentrales Motiv aus Understanding Media ist die Aussage: das Medium ist die Botschaft (the medium is the message):
Denn die 'Botschaft' jedes Mediums oder jeder Technik ist die Veränderung des Maßstabs, Tempos oder Schemas, die es der Situation des Menschen bringt (dt. Ausg. 1992, S. 18).
Diese vielzitierte Feststellung wird sehr unterschiedlich interpretiert; Friedrich Kittler und Michael Giesecke interpretieren sie beispielsweise dahingehend, dass der Inhalt eines Mediums immer ein anderes Medium sei."
[
Understanding Media - Wikipedia]
update:
Wie mir von
Mathias Mertens berichtet wurde, sagt McLuhan selbst in "Understanding Media", dass "der Inhalt eines Mediums immer ein anderes Medium sei".
Danach hatten wir in der Sitzung leider nicht mehr viel Zeit, stellten aber noch fest, dass man beim Medium Computerspiele von einem
offenen Rezeptionsstatus sprechen muss, da es nicht beobachtbar ist wie mit dem Medium umgegangen wird/wie es konsumiert wird (ähnlich dem Fernsehen).
Danach wollten wir uns dem Begriff Immersion widmen, hatten aber leider nicht mehr genug Zeit, kamen aber so weit, dass wir Immersion reduzierten (ist das eine Reduktion?) auf
performativen Input des Rezipienten. (ich schrieb schon mal
hier und
hier (wenn auch nur indirekt), was über Immersion...)
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