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ProtestBlog - Gegen Studiengebühren und Bildungsabbau in Hessen

ergodische Texte

12.08.2005 - 20:30:31 - Mike
"Des weiteren weist Aarseth in seiner Einleitung darauf hin, dass sich bei der cybertextuellen Literatur die Rolle des Lesers neu definiert. Wurde in der bisherigen Forschung zur Wirkungs- bzw. Rezeptionstheorie das Lesen vornehmlich als rein geistiger Akt betrachtet, d.h. die Ansicht vertreten, dass im Lesevorgang allein der Geist des Lesers betätigt wird, ruft der Rezipient eines Cybertextes hingegen eine semiotische Sequenz hervor, indem er sich durch Texte, die beispielsweise auf dem Bildschirm erscheinen, 'scrollt', 'klickt' oder per Tastatur schreibt, so dass diese Form der selektiven Bewegung genauer mit der Begrifflichkeit der physischen Arbeit beschrieben ist - was über die klassische Definition des Lesevorgangs als hauptsächlich psychische Arbeit (abgesehen von der trivialen Tätigkeit der selektierenden Augenbewegung bei der Durchquerung des Textes und des Umblätterns der Buchseiten) hinausgeht. Aarseth bezeichnet dieses Phänomen als "ergodisch"56, womit also ergodische Texte definiert sind als Texte, bei denen der Leser im prozessualen Lesevorgang körperliche Arbeit verrichten muss, die sich als nichttriviale Leistung kennzeichnen lässt.57"
[Iser und Aarseth]

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Kommentare

David schrieb:

Ich verstehe hier nicht, was er die ganze Zeit mit der 'physischen Arbeit' hat; der Leser bestimmt den Verlauf des Textes durch eigene Handlungen. Das diese letzlich physischer Natur sind - wenn die Maus bewegt oder Anweisungen getippt werden - erscheint mir hier als irrelevantes Detail. Entscheidend ist die Beeinflussung des Verlaufs, nicht ob diese physisch, metaphysisch oder ungeplant stattfindet.
13.08.2005 05:37:42

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