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ProtestBlog - Gegen Studiengebühren und Bildungsabbau in Hessen

"Interaktivität" beim Lesen von Texten

12.08.2005 - 20:34:15 - Mike
"Ein in die sich entfaltende Narration eines Kodextextes verstrickter Leser ist diesem ausgeliefert. Er nimmt die Rolle eines Beobachters ein, indem er sich zwar mitreißen lassen, spekulieren, oder auch Abneigung gegenüber dem Gelesenen entwickeln kann - aber er ist kein Spieler, dem wie bei ergodischen Texten Angebote an Spielzügen offen stehen. Zwar ist es dem Leser 'normaler' Texte möglich, als 'Passagier' einer Reise in die vom Text entfalteten Vorstellungswelten das, was er zu sehen bekommt und was seine Aufmerksamkeit erregt, zu analysieren, zu interpretieren und sich dem Interessanten zuzuwenden. Im extremsten Fall hat er sogar die Freiheit, die 'Notbremse' zu ziehen und aus der Erzählung auszusteigen, indem er aufhört zu lesen. Doch der Leser hat nicht, wie der Nutzer ergodischer Texte, die Zügel in der Hand, indem er nicht die Freiheit hat, den Narrrationsverlauf zu bestimmen, in ihn einzugreifen und zu verändern:

"He is not free to move the tracks in a different direction. He cannot have the player's pleasure of influence: "Let's see what happens when I do this." The reader's pleasure is the pleasure of the voyeur. Safe, but impotent.""
[Iser und Aarseth]

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Kommentare

David schrieb:

Yay.

"The reader's pleasure is the pleasure of the voyeur." - Das gefällt mir.

Ich sollte Pornoerzähler werden.
13.08.2005 20:30:01

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