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ProtestBlog - Gegen Studiengebühren und Bildungsabbau in Hessen

Alfred Schütz für Zwischenprüfler

24.02.2006 - 18:40:58 - Mike
"Nach Schütz ist die Ich-Du-Beziehung, die eines Ich zu einem Du, konstitutiv für den sinnhaften Aufbau der sozialen Welt. Diese intersubjektive Beziehung ist aber nicht sprachlich fundiert, sondern die Sprache hat ihr Fundament in der intersubjektiven Beziehung zwischen einem Ich und einem Du, zwischen Ego und Alter. Dies ergibt sich aus der phänomenologischen Prämisse, dass alles Sprachliche sich auf vorsprachliche Bewusstseinsintentionalitäten zurückführen lasse."
[Schützeichel, Rainer (2004): Soziologische Kommunikationstheorien, Konstanz: UVK. S. 127]

Mmmmhhh..., was kann das denn nur heissen?
Momentan sitze ich (so wie die letzten Tage und auch die kommenden) an meiner Vorbereitung zu meiner Zwischenprüfung im Magister Hauptfach Medienwissenschaft an der Philipps-Universität Marburg. Ich führe meine Vorbereitung wohlgemerkt online im Experimentellen Wiki in der Kategorie:Medientheorie. Inhaltlich gehts um verschiedene Kommunikationsmodelle und Theorien schlauer Köpfe, wie Alfred Schütz, George Herbert Mead, Erving Goffman und Pierre Bourdieu.
Falls jemand mal reinschauen möchte und hilfreiche Ratschläge oder Links hat, bin ich dankbar.

Aber kommen wir nun zu obigem Zitat:
Also der phänomenologischen Prämisse kann ich ja noch folgen: Man kann nix sagen, was man nicht vorher gedacht hat. In Schütz Terminologie: Ohne Um-Zu-Motiv wird man nicht sprechen.
Ich verstehe allerdings nicht, wieso daraus folgert, dass "die Sprache ihr Fundament in der intersubjektiven Beziehung" habe. Ich meine, das eine hat doch nichts mit dem anderen zu tun, oder?

Da find ich Lias Argumentation, dass Sprache ihr Fundament in der intersubjektiven Beziehung habe, weil eine Person alleine gar keine Sprache bräuchte, plausibler. Auch der erste Satz ist für mich nicht nachvollziehbar. Wer kann helfen???

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Kommentare

umo schrieb:

Das Zitat wäre für mich ein starker Anreiz, Naturwissenschaften zu studieren!
25.02.2006 11:33:06

Moe schrieb:

@umo: Naja die Naturwissenschaften klammern das halt einfach komplett aus, dabei sind sowohl Sprache als auch soziale Beziehungen wenn man so will ja auch ein Naturgesetz, weil sie regelhaft auftreten.

"Diese intersubjektive Beziehung ist aber nicht sprachlich fundiert, sondern die Sprache hat ihr Fundament in der intersubjektiven Beziehung zwischen einem Ich und einem Du, zwischen Ego und Alter."

Diese Beziehung zwischen jeweils zwei Personen entsteht nicht durch die Sprache selbst sondern "vorher", dennoch ist Sprache in diesem Beziehungsrahmen angesiedelt, da man sonst eben nicht kommunizieren müsste?

Ist aber in der Tat hammerhart formuliert, vor allem dieser eine Satz.
25.02.2006 12:19:52

Mike schrieb:

Man könnte also folgendes sagen:
"Schütz sagt, dass die Ich-Du-Beziehung konstitutiv für den sinnhaften Aufbau der sozialen Welt ist. Diese intersubjektive Beziehung zwischen Ego und Alter ist aber nicht sprachlich fundiert, das betont Schütz sehr, sondern "vorsprachlich". Die Sprache hat also ihr Fundament in der intersubjektiven Beziehung zwischen Ego und Alter, um Kommunikation zu ermöglichen."
?
01.03.2006 01:12:03

David schrieb:

@umo: Verstehe ich gut. Ich bin im Rahmen der Philosophie auch zur Logik geflohen, um solche Texte zu vermeiden... Bei denen sogar die eigenen Interpretationen noch schwer zu verstehen sein können.
01.03.2006 07:05:42

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