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ProtestBlog - Gegen Studiengebühren und Bildungsabbau in Hessen

CoR: brainstorming und Einführung

22.03.2006 - 21:54:38 - Mike
Hallöchen allerseits!
Leider muss ich nach wie vor von Japers Rechner bloggen, da es auf der Konferenz leider - zumindest nach Mos Aussage (und der ist vertrauenswürdig, wenn auch ganz anders als ich ihn mir vorgestellt hatte ;-) - kein WLAN gibt, was bedeutet, dass ich nicht auf meinem schönen kleinen notebook bloggen kann.
Da ich weiss, dass Mo ebenfalls auf d-frag über die Konferenz bloggen wird und das vermutlich stilistisch und inhaltlich auf einem viel gehobeneren Niveau machen wird, kann ich hier ja - wie gewohnt - das ganz eher pragmatisch angehen, um nicht zu sagen, ich kann mal wieder niveaulos rumpöbeln:
Fangen wir damit doch gleich mal an: die erste Sache, die mir aufgefallen ist (abgesehen davon, dass ich die Gebäude der FH Köln ganz schön finde), war zu dem Zeitpunkt als ich vor der ersten Begrüßungsrede ein wenig im Publikum saß und mich umschaute: Als Musik lief "Maccarena" von "Los del Rio". Wer das Lied kennt, der hasst es..., da fragt man sich doch, warum ausgerechnet so ein mainstream-Rotz läuft auf einer akademischen Konferenz über Computerspiele. Hätten die nicht lieber ein Lied von Chris Hülsbeck nehmen können???

Nächster Punkt waren die Messe-Babes über die ich mich ja schon mal aufgeregt hatte..., wenigstens waren sie dieses mal züchtig bekleidet..., dennoch........ über die Anzahl von offenkundigen hardcore-nerds muss ich hier wohl nix verlieren... und das für meinen Geschmack zu oft Werbung gemacht wurde für EA wohl auch nicht. Ich mein, dass sie so 'freundlich' waren die Konferenz mitzuveranstalten ist definitiv lobenswert, gar keine Frage und ich bin auch persönlich dankbar dafür..., aber das rechtfertigt meiner Meinung nach nicht, wiederholt zu betonen, dass sie Weltmarktführer seien. Schwamm drüber..., damit war wohl zu rechnen.

Die nächsten drei Vorträge kann man zum Glück auch wunderbar zu einem zusammenfassen. Glück für mich, denn dadurch hab ich weniger zu tippen. ;-)

Es sprachen diverse Leute über das Thema Computerspiele:
* Armin Laschet, Minister für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes NRW
* Dr. Wolfgang Bergmann, Leiter des Instituts für Kinderpsychologie und Lerntherapie in Hannover und Autor mehrerer Bücher
* Prof. Dr. Dr. Klaus Mathiak, Leiter der Arbeitsgruppe Experimentelle Verhaltenspsychobiologie der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen und Mitarbeiten in der Psychiatrie/Psychotherapie der Uni-Klinik Aachen
* Dr. Eva-Maria Kabisch, Präsidentin der Stiftung Jugend und Bildung
* Thomas Jarzombek, NRW-Landtagsabgeordneter der CDU, Beauftragter für Neue Medien
* Prof. Dr. phil. Winfred Kaminski, Prof. an der FH Köln am Institut für Medienforschung und -pädagogik
* Jörg Trouvain, Vice President und Geschäftsführer von EA Deutschland
* Conny Czymoch, Moderatorin

Ebenfalls glücklich für mich ist, dass ich die Diskussion wunderbar zusammenfassen kann. Ich hab Euch ja beschrieben wer gesprochen hat und welchen Hintergrund die Leute jeweils haben... jeder mit halbwegs gesundem Menschenverstand kann sich vorstellen wie die Diskussion lief (bis auf eine Ausnahme). Den Wissenschaftlern war klar, dass das Medium Chancen und Risiko birgt, die Präsidentin der Stiftung Jugend und Bildung sah den Feind in Computerspielen, weil sie die Realität verschleiern und unwirklich erscheinen lassen, der EA Mann fand Computerspiele toll und will sie auch weiterhin verkaufen und der CDU-Abgeordnete war die große Überaschung: Der Mann konnte denken und stellte fest, dass die USK funktioniert, es also Aufgabe der Politik sei die Medienkompetenz von Lehrern und von Eltern zu fördern durch Fortbildungs- und VHS-Kurse. Ausserdem stinkt der Koalitionsvertrag in Bezug auf die Killerspiele (das hat er sooo nicht ganz gesagt, aber darauf liefs meines Erachtens hinaus).
Als Zusammenfassung, die es meiner bescheidenen Meinung nach gut beschreibt, eignet sich dieses schöne Zitat:
"Die Gründe für Spielsucht liegen nicht in den Spielen."
[Prof. Dr. phil. Winfred Kaminski]

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