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ProtestBlog - Gegen Studiengebühren und Bildungsabbau in Hessen

Kurzfilmtage Oberhausen: DEUTSCHER WETTBEWERB 2

05.05.2007 - 19:34:34 - Jasper
THE LAST SUPER8 LIVESOUND MOVIE (Reinhard Westendorf)

Super8 stirbt, lebt wieder, stirbt, lebt wieder. Zumindest der Super8 Tonfilm ist wohl endgültig Geschichte. Reinhard Westendorf manifestiert durch seinen passend betitelten Wettbewerbsbeitrag. Nach einer kurzen Einführung durch ihn selbst, gesprochen direkt in die Kamera, geschieht der ganze Gag des Films. Und dieser ist toll. Er bittet das Publikum aufzustehen und mit einer Schweigeminute den Tonfilm zu würdigen. Und so tut er es und so tut das Publikum es. In die Super8 Projektion schieben sich die Köpfe der sich erhebenden. Eine Minute Schweigen für den Ton. Abschliessend bedankt Westendorf sich für die Aufmerksamkeit und es ist aus. Eine absolut würdevolle Beerdigung.

HIT THE FLOOR (Kays Khalil)

Unmitelbar nach den Selbstmordattentaten von London am 7. Juli 2005 wurde der brasilianische Austauschstudent Jean Charles de Menezes von den Londoner Sicherheitskräften fälschlicherweise für einen weiteren Attentäter gehandelt und, um es kurz zu machen: erschossen. Dieses Ereignis zeichnet Khalil in seinem (Animations-)Dok-Film nach. Mit Material welches zu grossen Teilen aus collagierten Animationen und in diese eingefügte Realaufnahmen besteht, wird in einer sehr design-orientierten Art und Weise zunächst in ebenso abrisshafften wie unvollständigen Bildern gezeigt, was die Anschläge vom 9. September 2001 in den Vereinigten Staaten für Folgen nach sich zogen. Dann betritt Menezes den Film. Es wird in kurzen Bildern sein Leben in London beschrieben. Schliesslich prallen die Welt des britischen CCTV-Überwachungswahns und des Brasilianers aufeinander. Die britischen Beamten nehmen seine Verfolgung auf. Menezes beginnt zu rennen, da sein Studentenvisum bereits abgelaufen ist. Die dadurch ausgesendeten Signale nehmen die Sicherheitskräfte als klares Zeichen dafür auf, dass Anschläge unmittelbar zu erwarten sind. Menezes „flüchtet“ in eine U-Bahn, dort werden 11 Schüsse auf ihn abgegeben, wovon 8 treffen. Sowohl visuell, wie auch vom Erzähltempo her kommt Hit the Floor äusserst frisch daher. Sieht ein wenig aus wie Infotainment für Design- und Filmstudenten. Dennoch: Thumbs up.
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