A JOURNEY ACROSS GRANDMOTHER (Meghana Bisineer)
Ein äusserst simpel gehaltener Animationsfilm mit (ich vermute mal) autobiographischen Zügen. Mit einfachen Tuschezeichnungen mit einer guten Portion Charme erzählt Bisineer die Geschichte eines kleinen Mädchens welches Angst davor hat, ihre Grossmutter könnte sterben. Die Verlorenheit des Mädchens wird während des Films dadurch dargestellt, dass mit den Grössenverhältnissen gespielt wird. So schrumpft das Mädchen zur Grösse eines Däumlings zusammen und tut in diesem ‚Aggregatszustand’ ihrer Grossmutter den Gefallen, auf ihr herumzulaufen, den schmerzenden Körper so zu massieren. Eines Tages herrscht nun eine merkwürdige Stille in dem Haus und die Kleine ahnt was passiert ist. Sie öffnet die Tür zum Schlafzimmer der Grossmutter und dort steht das Bett dieser leer. Eine schön erzählte Geschichte mit sympathischer Vertonung. Sehr liebevoll gemacht.
FRAGILITÄT (Yamada Isao)
Bisher für mich absolut unter dem besten. Und ich kann das nichtmals gut begründen. Ganz im Gegenteil, mir fallen lauter Faktoren ein, die ich sonst immer als Kontras verwende. Und die lassen mich den Film plötzlich mögen. Verrückt. Vielleicht liegt es ja an meiner generellen Zuneigung zu asiatischem Film, japanischem im speziellen. Fragilität ist alles andere als ein narrativer Film. Eher ist er im Experimentalbereich anzusiedeln. Da steht ein kleines Mädchen und hält sich eine grosse Uhr vor den Kopf. Dann nimmt es die Uhr weg. In den folgenden 25 Minuten wird nicht wirklich eine Geschichte erzählt. Es werden Fragmente eines Ganzen gezeigt, dass sich mir nicht erschloss. Getreu dem T-Shirt des netten Kinopersonals „Man muss nicht jeden Film verstehen!“ habe ich mich einfach treiben lassen. Wenig verstanden, aber viel genossen. Das ist sonst gar nicht meine Art.
L’ÉDUCATION NAUTIQUE (Christian Laurence/Genevieve Perron)
Nachrichten auf dem Anrufbeantworter. Diese leiten durch den Film. Gesprochen von einem Vater, der allem Anschein nach nicht mehr bei seinem Sohn lebt. Dieser, vielleicht 10 Jahre alt, hört die Nachrichten ab und erhält auf diesem Wege Ratschläge seines Vaters, wie er sich auf das spätere Leben vorbereiten soll. Diese Ratschläge lassen sich wie folgt konzentrieren: Gewöhne dich an das Meer! Der Sohn folgt den Anweisungen seines Vaters umgehend. Er trinkt gesalzenes Wasser, er reibt sich mit Walfett ein, er trainiert in der Badewanne die Luft anzuhalten. Der Film ist zweieinhalb Minuten lang. Das ist für hiesige Verhältnisse unterdurchschnittlich. Gefilmt ist das Ganze auf Super8 in Farbe. Mit all den formatbedingten Eigenheiten. Es endet schliesslich damit, dass auch der Sinn der Übungen aufgelöst wird. So weit sei es durch den àrmelkanal nach Dover ja gar nicht. Ich hab es sehr genossen.
Tags: Oberhausen, Kurzfilmtage.
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