Wie man bereits an
einigen Beiträgen hier im blog erkennen konnte, beschäftigte ich mich letztes Semester relativ stark mit dem Thema des
storytellings bzw. des
interactive storytelling in Computerspielen.
Ich schrieb auch eine Hausarbeit zu dem Thema, die einen ersten Einblick in das Themengebiet vermitteln soll.
Kapitel 1: Einleitung
Das Medium „Computerspiel“ unterscheidet sich durch einen Aspekt stark von den herkömmlichen Medien: die Interaktivität (vgl. Eskelinen 2001)1, (dennoch) gibt es Computerspiele, die Narration aus verschiedenen Gründen benutzen.Jesper Juul identifiziert zwei grundlegende unterschiedliche Strukturen von Spielen (vgl. Juul 2002): emergente und progressive. Er beschreibt Emergenz als eine Anzahl von Regeln, welche kombiniert eine große Anzahl an Spielvariationen ergeben. Die Spieler müssen für diese dann Taktiken zum Umgang entwickeln. Als Beispiel für diese Struktur führt er Karten-, Brett-, Action- und Strategiespiele an.
Diese Hausarbeit behandelt nicht die bekannte Diskussion „Narrativität vs. Interaktivität“. Stattdessen soll die zweite grundlegende Struktur, die Juul identifiziert, untersucht werden. Die Struktur der Progression (structure of progression)/des Fortschreitens: Der Spieler muss eine vordefinierte (von seitens des Game Designers) Zusammenstellung von Aktionen ausführen, um das Spiel zu gewinnen. Juul führt öfters aus, dass es sich hierbei um eine neuere Entwicklung handelt und diese hauptsächlich von Spielen mit storytelling2 Ambitionen benutzt wird (vgl. Juul 2001, Juul 2002).
Im Folgenden wird dargestellt, inwiefern diese Struktur der Progression vom Spieler auch beeinflusst werden kann oder zumindest vorgibt, beeinflusst werden zu können und wo ihre Grenzen liegen. Schließlich sind sich auch die Game Designer bewusst, dass eine statische bzw. lineare Narration in einem Computerspiel eine Einschränkung des ansonsten interaktiven Mediums konstituiert.
Ich werde auf den folgenden Seiten erst einmal traditionellere Methoden/Konzepte des Umgangs mit story innerhalb von Computerspielen beschreiben. Hierbei handelt es sich ausschließlich um statische Modelle.Danach schlage ich eine Brücke zum Begriff des „interactive storytelling“, wie Chris Crawford3 ihn definiert, und stütze mich dabei primär auf seine Schriften.
1 Dass Interaktion natürlich auch beim Lesen eines Buches (oder Sehen eines Filmes) zwischen dem Text des Buches (oder des Filmes) und dem Geiste des Rezipienten auftritt, ist natürlich unumstritten (vgl. Kücklich 2003). Allerdings handelt es sich bei Computerspielen um ergodische Texte (vgl. Aarseth 1997: S. 1), deren Rezeption mit einer expliziteren Interaktivität verbunden ist
2 Zugunsten der Eindeutigkeit werde ich im Verlaufe dieser Hausarbeit oftmals englische Begriffe (kursiv gedruckt) benutzen, da in vielen Fällen adäquate Übersetzungen nicht existieren
3 Chris Crawford – bekannter Spieledesigner, Gründer der „Computer Game Developers' Conference“, Physiker und Autor mehrerer Bücher über Game Design und Interactive Storytelling, dessen Begriff er maßgeblich prägte und welches er stark befürwortet
Die Hausarbeit ist als .pdf Datei
hier erhältlich. Anmerkungen, Anregungen oder Kritik sind willkommen.
Die Arbeit liegt unter einer Creative Commons Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 2.5 License Germany vor, und darf also - gemäß den Lizenzbestimmungen - zu unkommerziellen Zwecken in veränderter Form verbreitet, vervielfältigt oder veröffentlicht werden, wenn die Quelle genannt wird.
Nachtrag:
Mir ist gerade noch ein Versäumnis meinerseits aufgefallen, welches mir sogar richtig peinlich ist:
Ich habe vergessen mich bei
Moe,
Mo und
Lia für den Gedankenaustausch, die Anregungen und die vielen kleinen Tipps zu bedanken.
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Kommentare
Richard schrieb:
Eine deiner Literaturangaben stimmt aber nicht. Es muss heißen:
Süselbeck, Richard (01.08.2005): Hinter der Fassade. Online in Internet: http://www.antigames.de/200... [Stand: 15.09.2005]
In dieser Hinsicht war es für mich übrigens kein guter Monat. In einem Printmagazin hat man unsere Adresse falsch angegeben (Antigamer anstatt Anitgames) und im Endbericht eines Forschungsprojektes bei dem ich mitgearbeitet habe, haben sie meinen Namen falsch geschrieben. Und jetzt muss auch noch der arme Hendrik seinen Kopf für meinen Internetunsinn hinhalten.
Hendrik schrieb:
Mike schrieb:
und: Ich bin unwuerdig und wollte Deine Arbeit natuerlich nicht Hendrik in die Schuhe schieben... ;-)
Richard schrieb:
Das mit dem Mangel an Literatur kann ich übrigens nachvollziehen. Es gibt in dem Bereich leider immer noch sehr wenig Bücher, insbesondere ernstzunehmende.
thwidra schrieb:
Christian schrieb:
ich bins Christian Chaos :)
also ich weiss auch necht wie ich jetzt so hier her geraten bin ...
Aber hier hab ich noch ein paar Links die wohl ganz interessant gewesen wären ;)
Gruß
der Christian aus Düsseldorf
"http://www.gamecareerguide...."
Christian schrieb:
"http://www.gamecareerguide...."
Christian schrieb:
"http://www.gamecareerguide...."
Sorry anders bin ich im SPAM filter stecken geblieben ....
Verdammt früher dachte ich nur ich wäre geschmackloses Press-Fleisch ... Jetzt krieg ich das auch noch quasi schriftlich vom Internet gesagt ....
Verdammt :)
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