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Film noir

22.04.2006 - 15:44:30 - Mike
"Was Film noir nun wirklich ist, ist schwer umstritten. Für manche ist es ein Genre, für andere eine zeitliche Periode, für wieder andere ein Zyklus oder eine Stilrichtung oder einfach ein Phänomen. Schrader bezeichnet Film noir als eine "collection of transhistorical motifs, tones, or moods". Was auch immer Film noir nun wirklich genau sein mag, meist wird die Entstehung des Film noir Amerika zugeschrieben: Film noir sei eine Synthese zwischen hard-boiled fiction und deutschem Expressionismus. Aber auch Einflüsse von Frankreich wie der poetische Realismus mit seinen Themen des Fatalismus, der Ungerechtigkeit und verfluchten Helden, sowie die starke Betonung der Authentizität des italienischen Neo-Realismus erhielten Einzug (so wurde meist an realen Schauplätzen gedreht -> Kosteneinsparungen)."
[Film noir - ExpWiki]

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Kommentare

djo schrieb:

Hmm, wahrlich eine große Herausforderung, eine griffige Definition von Film Noir zu geben. Da ich dieses Thema _nicht_ in meiner Magisterprüfung hatte, müsste ich auch im Backprogramm wühlen, sozusagen;)
Nun, ich persönlich tendiere dazu, den klassischen Film Noir als Minimalkennzeichen zumindest zeitlich festzumachen. Auf jeden Fall ist mir kein konkreter Genrevertreter bekannt, der vor dem (Ende des) WW2 gezeigt wurde.
Ebenfalls unabdingbar ist das Vorkommen einer "femme fatale", welche in direkter Gegenbeziehung zu einer (meist) blonden Darstellerin steht, welche wiederum die gute/positive Seite personifiziert.
Weiterhin interessant wäre es, die Lichtsetzung zu analysieren. Desweiteren das Gesellschaftsbild, welches dargestellt wird (bedingt natürlich v.a. durch die Umstände der Nachkriegsjahre; in Variation des Themas jedoch auch in der Gegenwart möglich).

Auf keinen Fall jedoch bin ich der Auffassung, dass der Film Noir nur eine zeitlich begrenzte Epoche war.

Tja, soviel als Momentum.
26.04.2006 14:54:37

Mike schrieb:

Damit sprichst Du ja relativ genau die Punkte an, die ich in dem Artikel nenne.

Unser Dozent meinte, dass es evtl. sinniger sei von "noir Filmen" zu sprechen, eben weil man es zeitlich nicht so genau verordnen kann...
27.04.2006 21:26:19

djo schrieb:

"Damit sprichst Du ja relativ genau die Punkte an, die ich in dem Artikel nenne."

Kein Wunder, gleiches Institut ;)
Btw: Ich finde die späten klassischen Noirs - wenn man nach dieser Zeiteinteilung bis "Touch of Evil" vorgeht - um einiges einprägsamer als die anfänglichen. Einer der Vertreter, bei welchem v.a. die filmische Ästhetik besonders deutlich wird, ist für mich immer noch "The Big Combo" (1955; R: Joseph H. Lewis, K: John Alton). Ein B-Movie zwar - aber vor allem B-Movies spielen ja oft extrem mit den Genrekonventionen.
28.04.2006 17:41:55

djo schrieb:

PS:
Nach IMDB sind zum Genre "Film Noir" auch u.a. 'M', 'Fury', 'The Big Heat' sowie 'Scarlett Street' von Lang zu zählen (http://us.imdb.com/Sections...). Darüber lässt sich - von 'The Big Heat' mal abgesehen - vortrefflich streiten ;)

Naja, IMDB ist auch m.E. nur für den schnellen Überblick zu gebrauchen.
28.04.2006 18:01:55

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