Die grosse Bündnisdemo war eine sehr schöne Demo. Schön bunt und schön vermischt: Studenten, Schüler, Gewerkschaftler, attac-Menschen, Eltern mit ihren Kinden, etc. Friedlich ging es laut quer durch die Stadt zur CDU, wo es eine Zwischenkundgebung gab. Genauso friedlich auch wieder zurück. Es gab viele lustige und bunte Aktionen, wie gelbe "Für Solidarität und freie Bildung" Luftballons, einen "cheerleader"-(in Ermangelung eines besseren Wortes)Trupp und vieles mehr.
Am Ende der Demo gab es eine Abschlusskundgebung am HSG mit einem unglaublich guten Gitarristen und diversen Redebeiträgen vom ASta, Gewerkschaften und Eltern. Nach der Demo gab es, wie es für Marburg typisch ist, wieder einige nette Spontanaktionen. Während ich eine kleine Gruppe von Studenten und Schülern zur Konrad-Adenauer-Brücke begleitete, was sich aufgrund der andauernded Polizisten, die sich einem in den Weg stellten und z.T. kein Pardon kannten, schwer gestaltete (Katz-und-Maus Spiel), um dort ein wenig rumzuhängen, ging es anscheinend anderswo mehr ab.
Auf meinem Rückweg in die Heimat, wurde mir der Weg über die Brücken der B3 insgesamt 3x verwehrt. Ich wurde jeweils aufgefordert die nächste Brücke zu benutzen, die allerdings auch gesperrt war. Die Kommunikation unter den Polizisten scheint also nicht sehr gut zu funktionieren.
Schliesslich kam ich am Bahnhof an, wo die Kreuzung unterhalb der Autobahn von ca. 300 Demonstranten blockiert wurde. Die Deeskalationstaktik der Polizei bestand daraus, einfach immer mehr Polizisten in voller Kampfmontur (z.T. mit Hunden) um die Demonstranten herumzustellen und bedrohlich zu wirken. Dialoge mit der Polizei erwiesen sich als mehr als fruchtlos, wurde ich doch als "verblendeter, linker Terrorist" dargestellt. Nachdem ich daraufhin entgegnete, dass dies immer noch besser sei als ein "faschistoides Werkzeug der Sozialdarwinisten in Wiesbaden" (oder so ähnlich) zu sein, drohte man mir an, mich wegen (Beamten)beleidigung zu belangen...............
Ich unterstützte zusammen mit anderen die eingekesselten Demonstranten mit lauten Sprechchören, was einigen Polizisten auch sehr miessfiel. Das Gefühl sich zwischen 2 Fronten zu befinden, ist anscheinend nicht so angenehm...
Wenn ich dann anderswo lesen muss, dass irgendwelche Polizeimenschen Äusserungen über die Gewalttätigkeit mancher Demonstranten äussern, muss ich mich doch sehr wundern. 100% aller Gewaltakte von denen ich bisher auf Demos Zeuge wurde, gingen eindeutig von der Polizei aus, wohlgemerkt eher von einzelnen Polizisten, die sich anscheinend nicht mehr unter Kontrolle hatten. Beruf verfehlt?
(abgesehen von ein paar Schürfwunden und blauen Flecken gehts mir aber gut...)
Tags: Marburg, Studiengebuehren, Demonstration, Polizei.
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Kommentare
le-f schrieb:
Chris schrieb:
"andauernde Polizisten"...hmmm... sie dauern an? Vielleicht wussten sie deshalb auch so uninformiert über die Brücken...
oder es war ihnen einfach egal,und das würde ich eher vermuten...
ich wurde auf jeden fall auf meinem weg von der UB zu meiner Wohnung in der Untergasse auch des öfteren SEHR misstrauisch beäugt - nagut, kann auch daran gelegen haben,dass ich ne Jogginghose, ein 15 Jahre altes "Sportanzugsoberteil"(?) und einen Mantel trug... ;-)
Chris schrieb:
schreibtischtaeter schrieb:
leider hab ich mich auch in die falsche richtung "verlaufen" und war danach zu faul noch zum bahnhof zu gehen... hätt ich ja zu gerne miterlebt, ich hörte nur von den lustigen neuen gesängen
"tränengas für alle und zwar ..." und
"roland koch hör uns an, wir sind das wm-programm" (oda so ähnlich?)
Christian schrieb:
Bin in Anbetracht der polizeilichen Einkesselung und meines Muffensausens, weil ich ja schon wegen des Giessener Stadtbüros Schwierigkeiten habe, von der Bahnhofsstrassenbrücke an einem wenig vertauenserweckenden Baum heruntergekraxelt und erfolgreich entkommen, nur um im Nachhineinen zu erfahren, dass kaum einer erfasst wurde.
Aber war geil, die Aktion. Beste Aktion bisher in Marburg. Wenn auch von den Medien wenig beachtet, so jedenfalls gut für die eigene Moral.
Nicolas Fb 01 schrieb:
Und außerdem macht die Polizei nur ihre Arbeit und wenn von eurer Seite dann solch lächerlich-beleidigende Anschuldigungen erhoben werden, dann muss sie eben durchgreifen. Und das tut sie -leider- noch viel zu lasch!!!
Mike schrieb:
Wir studieren momentan zur Zeit nicht so aktiv, weil wir versuchen ein verfassungswidriges, sozialdarwinistisches, unsoziales und rassistisches Gesetz zu bekämpfen.
Das ist mir momentan wichtiger als ob ich jetzt ein Semester laenger brauche oder nicht..., aber das ist Dir Egoisten wohl egal.
siebenschlaefer schrieb:
Die Demos sind alles, aber nicht peinlich.
Peinlich ist es neoliberales Gedankengut zu heißen. Mein Studium ist zeitintensiver als irgendeines am FB 1 und läuft auch noch über die ZVS ;)
Es gibt WIchtigeres im Leben als in einer Zeit, in welcher Sozialdarwinismus fortschreitet, stumpfsinnig die Bücher zu wälzen.
Und dabei bin ich weder links noch sonstwas, sondern Realist.
Gruss Sieben.
j. schrieb:
Björn schrieb:
PLONK.
Nicolas Fb 01 schrieb:
Und außerdem macht die Polizei nur ihre Arbeit und wenn von eurer Seite dann solch lächerlich-beleidigende Anschuldigungen erhoben werden, dann muss sie eben durchgreifen. Und das tut sie -leider- noch viel zu lasch!!!
Björn schrieb:
*unknown schrieb:
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