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ProtestBlog - Gegen Studiengebühren und Bildungsabbau in Hessen

Radikale, gewalttätige Demonstrationen

20.06.2006 - 17:23:16 - Mike
"»Eine Demo wird nicht radikal, nur weil eine Autobahn dazwischen kommt.« Außerdem gehe die Gewalt in den meisten Fällen nicht von den Demonstranten, sondern den Polizeikräften selbst aus. Es gehöre zum Kalkül der Regierenden, den legitimen Widerstand gegen ihre Politik zu kriminalisieren."
[20.06.2006: Nachhilfe vom Nachbarn (Tageszeitung junge Welt)]
Lesenswert!

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Kommentare

David schrieb:

'Radikal' würde ich eine Demonstration mit Autobahnblockade schon nennen, womit ich aber keine Wertung verbinde. Der Ausdruck 'radikal' ist inzwischen (ich weiß nicht, warum, und seit wann) sehr negativ belegt, sodaß 'radikal' und 'extrem', jedenfalls als Einstufungen politischer Ausrichtungen, in der Umgangssprache als Synonyme angesehen werden müssen. Oder unterscheidet noch irgendwer ernsthaft zwischen beispielsweise 'links-/rechtsradikal' und 'links-/rechtsextrem'? Mir ist nur eine 'Gruppe' bekannt, die das, soweit ich weiß konsequent, tut: Die Verfassungsschutzämter. In deren Terminologie impliziert 'radikal', daß noch keine Verfassungsfeindlichkeit gegeben ist, auch wenn die Ansichten ungewöhnlich weit in eine gewisse Richtung gehen. 'Extrem' ist dagegen der Ausdruck für Fälle, wo Verfassungsfeindlichkeit gegeben ist. Ich würde es begrüßen, wenn diese Begriffstrennung auch in der Umgangssprache funktionierte, da sie eine einfache und effiziente Differenzierungsmöglichkeit bietet, die derzeit praktisch nicht genutzt wird. Dieses Ziel halte ich allerdings auch für kaum erreichbar.
21.06.2006 21:09:07

Björn schrieb:

Auch auf das Risiko hin Godwin's Law zu verletzen: Könnte die negative Belastung daher kommen, dass Dr. Goebbels forderte, man müssen den totalen Krieg totaler und -eben- radikaler führen als je zuvor?

Nur so als Idee im Gehirnstürming.
27.06.2006 03:00:16

David schrieb:

Glaube ich weniger. Das Wort gab es ja schon vor Goebbels, oder? Und daß sich allein deshalb, weil er es irgendwann mal verwendet hat (wenn auch in eindrucksvollem Kontext), 'radikal' automatisch als 'verfassungsfeindlich' implizierend eingebürgert hat, halte ich für tendentiell unwahrscheinlich. Dann wäre die VFS-Terminologie auch sehr PUK.

Und von, beispielsweise, 'radikalen Fernsehverweigerern' erwarte ich auch keine Verfassungsfeindlichkeit. Müßte ich aber, wenn das Wort derart vorbelastet wäre. Und 'total coole Typen' können einiges sein, aber sicher keine Nazis (finde ich).
29.06.2006 23:26:48

David schrieb:

Im Übrigen würde ich Deinen Einwand auch nicht als Erfüllung von Godwin's Law ansehen. Dafür hättest Du schon sowas bringen müssen wie: 'Du verharmlost Rechtsradikale, Du bist der dreiundneunzigste Hitler!'
29.06.2006 23:29:01

Björn schrieb:

Einwand zur Kenntnis genommen und akzeptiert. Wie gesagt, war so ein gehirnstürmerischer Schnellschuss.
30.06.2006 15:11:39

Peter schrieb:

"Es gehöre zum Kalkül der Regierenden, den legitimen Widerstand gegen ihre Politik zu kriminalisieren."

Dann müßte es ja überall gleich sein ... ich glaube eher dass verschiedene Polzeidienststellen verschiedene Reaktionen auf Druck-machende Studierende hervorrufen. Die Ghandi-Taktik wirkt aber dennoch bei allen gleich: Sowas wie "wir sind eure Kinder" oder dergleichen zu skandieren geht auch jedem Polizisten durch Mark und Bein!
09.07.2006 03:15:51

Mike schrieb:

naja..., ich geh schon davon aus, dass Wiesbaden durchaus Anordnungen/Vorschlaege an die Polizei erlaesst wie stark man das Studentenpack knueppeln soll...
Der mit "Wir sind Eure Kinder" ist aber auf jeden Fall gut. ;)
09.07.2006 10:58:35

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