"Studiengebühren auch für ein Erststudium seien möglich, wenn die Studenten dafür ein Darlehen erhielten, das sie erst zurückzahlen müssten, wenn sie über ein ausreichendes Einkommen verfügten, heißt es nach Informationen der 'Frankfurter Allgemeinen Zeitung' in einem von der Landesregierung in Auftrag gegebenen Gutachten des Berliner Staats- und Verwaltungsrechtlers Christian Graf von Pestalozza."
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Studiengebühren durch die Hintertür? | Nachrichten | hr]
Tja..., keine Überraschung, dennoch sehr traurig. Die Rede ist von bis zu 500 EUR und natürlich ist das alles sozialverträglich..., wers glaubt! Ich mein, schon jetzt gibt es relativ eindeutige Statistiken, die eindrucksvoll belegen, dass ca. 80% aller Studenten aus 'besseren Schichten' kommen... und ich bezweifel einfach mal, dass sich die Situation durch die Einführung von Studiengebühren verbessern wird.
Aber auch das werden alle schlucken..., so wie sie ja alles schlucken... natürlich wirds ein paar Linke geben, die ein bisschen blinden Aktionismus ausüben werden und vom restlichen Pack belächelt werden, aber wirklichen Widerstand wird es wohl nicht geben. Was ist mit den Hessen nur los? Wir könnten uns ruhig mal ne Scheibe von den Franzosen abschneiden, die waren schließlich anscheinend sehr erfolgreich mit ihrem Protest...
Was ich mich ja aus reinem Eigeninteresse frage: Wird es für jetzige Studenten eine Übergangsregelung geben oder nicht? (Von Freunden aus anderen Bundesländern habe ich gehört, dass es bei ihnen keine Übergangsregelung gab...)
update (10.04.06: 16.32 Uhr):
Mehr und deutlich differenziertere Informationen mit weniger Rumgepöbel gibts bei
Moe.
update (10.04.06: 19.45 Uhr):
Gerade die
Hessenschau zu dem Thema geguckt. Während sich der Uni Präsident der Uni Darmstadt aus sozialen Gründen klar gegen Studiengebühren positioniert, so heisst von Seiten der Leitung der Uni Marburg, dass man sich durchaus vorstellen könne, dass alle Studenten Studiengebühren zahlen sollen... grmpf!
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Kommentare
K.L. schrieb:
Es wäre ja nicht so, dass das Studium momentan kostenlos ist, rund 200 euro jedes Semester ist bestimmt weitaus mehr, als die Herren (und Damen) damals bezahlt haben. Zudem ist das Leistungsniveau massiv gestiegen, man kann es sich doch heute schon nicht mehr leisten länger als nötig zu studieren. Mit zusätzlichen Gebühren haben wir bald wieder eine 2-Klassen-Gesellschaft in der gute Bildung nur noch reichen vorbehalten ist. Danke für den Rückschritt, vielen Dank.
Jens schrieb:
Wenn die Studiengebühren eingeführt werden, plädiere ich für eine differenziertere Sicht. Zum einen soll sich das nach dem Aufwand den ein Student verursacht (ein Mediziner ist deutlicher teurer als ein Mathematiker) und der anschließenden Durchschnittsbesoldung richten (ein Mediziner verdient ja hier auch nicht grade gut, aber bei einem Geisteswissenschaftler ist ja das Risiko höher arbeitslos zu werden).
Manu schrieb:
Manu schrieb:
djo schrieb:
Neulich habe ich unfreiwillig während einer Zugfahrt von FFM nach MR einige BankberaterInnen tratschen gehört bezüglich eben jenen Darlehen zur Studienfinanzierung. Da wurde schon klar Abneigung geäussert, ihren eigenen Kopf hinzuhalten für SozPäd u.ä. Ich weiss nun leider nicht, zu welcher Bank diese BeraterInnen gehören - aber was wird eine 8-16-ANgestellte wohl zu jemanden sagen, der sich entscheidet, Altorientalistik oder Ägyptologie (sofern überhaupt noch im Angebot) zu studieren??? Die Antwort kann ich mir schon denken: "Leider haben Sie mit Ihrem Studienfach keine Aussichten darauf, den Kredit innerhalb X-Jahren auch zurückzuzahlen, blaablaablaa".
Naja, ich habe bei Moe (http://weblog.plasticthinki...) schon kommentiert, dass die Studiengebühren die Berufsaussichten für Ausbildungsschwächere noch weiter verringern, als durch die soziale Selektion in den Grundschulen eh schon.
Man könnte meinen, der Staat plant, Ghettos zu installieren, um hinterher für eine Berufsarmee zu werben, oä...
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