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Frage

20.09.2006 - 17:56:47 - Mike
Ist die bullet-time in Max Payne ein subjektivierendes Verfahren?

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Kommentare

David schrieb:

Wie ist "subjektivierendes Verfahren" denn definiert?
27.09.2006 18:40:09

Mike schrieb:

nur ganz kurz:
Subjektivierung der Erzählperspektive == Abweichung von einer ästhetischen Norm linearen Erzählens

Es geht nicht nur um die Linearität der Erzählung, sondern auch um die subjektivierende Darstellung von Bildern. Sprich: Du hältst Dich nicht mehr an Traditionen und Konventionen wie Du Bilder zeigst, sondern machst es absichtlich anders.

z.B:
- Benutzung von Sichtbehinderungen (Nebel, Regen), speziellen Lichtverhältnissen um Wahrnehmung der Raumkonstruktion zu erschweren
- Montage, Zeitraffer, Zeitdehnung oder assoziatives/metaphorisches Erzählen (im Gegensatz zum auf dem kausalen Motivationen aufgebauten Erzählens) zur Subjektivierung der Wahrnehmung

Die Frage auf die es hinausläuft, lautet also: Verläuft im Moment der Zeitlupe die Zeit für Max Payne auch langsamer oder nicht?
27.09.2006 19:21:42

David schrieb:

Da es aus einem IM-Gespräch hervorgegangen ist, erscheint daß hier nicht unmittelbar eine Antwort auf die Frage zu sein. Dennoch:

Ich glaube, die Bullet Time steht bei Max Payne unerklärt im Raum, was ich eigentlich ganz nett finde. Bei F.E.A.R. wird Bullet Time dagegen mit überlegenen 'Reflexen' erklärt. Der Charakter in F.E.A.R. ist also in der Lage, seine Handlungen während "Slow-Mo", wie es dort heißt mit deutlich höherer Präzision als sonst auszuführen, ohne daß die Zeit tatsächlich verlangsamt würde. Slow-Mo ist nur ein Hilfsmittel, um die Reflexe des Charkaters zu simulieren.
Ob man sagen sollte, daß die Zeit für Payne langsamer läuft, weiß ich nicht. Ich kenne keine Erklärung, die die Bullet Time, ähnlich wie bei F.E.A.R., auf eine besondere Eigenschaft Paynes zurückführen würde (In Max Payne 2 steht sie zudem Mona Sax genauso wie Max zur Verfügung). Die Frage, Gameplay-Gimmick oder nicht, läßt sich darum m.E. nicht eindeutig beantworten. Bei F.E.A.R. ist das anders.
Letztlich Zeitwahrnehmung - nimmt der Charakter die Zeit tatsächlich als langsamer wahr, oder kann er nur schneller reagieren, ohne daß dies mit seiner Zeitwahrnehmung in Zusammenhang stünde? Das ist nicht einmal bei F.E.A.R. eindeutig zu klären. Spieler und Charakter sind eben nicht identisch - bei Max Payne wird dies ja sogar durch die Perspektive unterstrichen.
27.09.2006 19:37:13

Björn schrieb:

Ich weiß nicht, ob dir das thematisch hilft, aber im Aesir-Gebäude in "Payne 1" kannst du zwei Gegner belauschen, die sich über Bullet Time in Filmen unterhalten.

Einer der beiden fragt dann, was das sei, woraufhin der andere antwortet, dass es der Einsatz von Zeitlupensequenzen in Actionszenen wäre. Metahumor.
28.09.2006 19:31:14

David schrieb:

Also wohl kurz: Weil's geil aussieht und außerdem nützlich ist.
Ich finde das sehr souverän. Die nachgeschobene Erklärung in F.E.A.R. gab mir jedenfalls kein besonderes Hochgefühl.
29.09.2006 15:27:34

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