Archiv
...
25.04.2007 - 08:35:43 - Mike
"[...] Dass sie nicht zuhörn wollten,[Die Sterne - Was Hat Dich Bloss So Ruiniert]
oder nichts glauben?
Waren sie dumm,
zu dumm um zu verstehen,
wovon du erzählt hast?
Wollten sie die Wahrheit rauben
und dich einsperren
in ihren Kaktusgarten?
Konnten sie damit nicht warten?
Wo fing es an und wann?
Was hat dich irritiert?
Was hat dich bloß so ruiniert?
[...]"
Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! - Aufruf zur Demo "Freiheit statt Angst"
12.04.2007 - 15:22:17 - Mike
"Freiheit statt Angst - Demo gegen Sicherheits- und Überwachungswahn[Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! - Aufruf zur Demo "Freiheit statt Angst"]
Aufruf zur Demo in Frankfurt (Main) am Samstag, den 14. April ab 15 Uhr
Bürgerrechtler rufen bundesweit zur Teilnahme an einer Demonstration gegen die ausufernde Überwachung durch Staat und Wirtschaft auf. Am Samstag, den 14. April 2007 werden besorgte Bürgerinnen und Bürger in Frankfurt am Main unter dem Motto "Freiheit statt Angst" auf die Straße gehen. Treffpunkt ist der Hauptbahnhof um 15 Uhr. Der Protestmarsch durch die Stadt wird mit einer Kundgebung vor der Paulskirche enden."
Ursprünglich wollte ich ja auf nen Geburtstag von nem Freund, aber ich glaube, Datenschutz geht vor. Die politischen Entwicklungen zur Zeit empfinde ich persönlich mehr als bedenklich..., aber das hab ich hier ja oft genug zur Sprache gebracht.
Man sieht sich also in Frankfurt!
Mein Leben zur Zeit
03.04.2007 - 22:45:28 - Mike
Über die Unmöglichkeit ein Blournal zu schreiben
03.04.2007 - 09:35:10 - Mike
Als ich anfing zu bloggen, damals noch auf einer subdomain von plasticthinking, war mir klar, dass ich kein herkömmliches, themenbezogenes Blog schreiben will, sondern das es auch eine persönliche Note haben soll. Mike's Blournal war geboren. Doch im Laufe der Jahre haben sich mir deutliche Schwächen in der Konzeption eines Blournals gezeigt. Ich werde im folgenden, unter Rückgriff auf die soziologische Kommunikationstheorie von Erving Goffmann, die gravierendsten Probleme kurz skizzieren:
Goffman benutzt in seiner Theorie als Modell für die soziale Welt das Theater. Er sagt, dass Menschen in Interaktionen miteinander versuchen ein gewisses Bild von sich zu vermitteln, da sie wissen, dass sie beobachtet werden. Er führt diesen Gedanken fort und kommt darauf, dass alle Menschen prinzipiell immer Theater spielen und sich eine Fassade schaffen, "ein standardisiertes Ausdrucksrepertoire mit Bühnenbild und Requisiten."
Dieses Theater-spielen heisst bei Goffman "impression management". Die englischsprachige Wikipedia definiert impression management wie folgt:
IM ist also der Ausdruck, den man sich selbst gibt. Dazu zählt die Verwendung besonderer Zeichen ("regulating and controlling information"), die man gesteuert einsetzt (z.B. Sprache, Mimik, Gestik).
Wichtig ist hierbei auch noch der Aspekt der Vorder- und Hinterbühne. Jede Rolle hat demzufolge eine Vorderbühne, welche der Ort des "offiziellen" ist und i.d.R. für alle sichtbar. Dort weiss der Mensch/Schauspieler, dass er beobachtet wird und spielt daher seine Rolle. Jede Rolle verfügt aber auch über eine Hinterbühne, den Ort des "inoffiziellen", der nur einsehbar ist für Eingeweihte. Dort kann der Mensch, da er unbeobachtet ist, aus seiner Rolle hinausfallen.
Für das Beispiel des Kellners wäre die Vorderbühne das Restaurant und die Hinterbühne die Küche.
Nach diesen Schilderungen sollte den meisten bereits klar sein, wo sich das Problem in der Konzeption eines Blournal befindet: In einem Blournal sind Vorder- und Hinterbühne ein und derselbe Ort.
Ich versuche zum einen mich in einem positiven Licht in Bezug auf "wirtschaftlich-verwertbare Leistungen" und etwaitige zukünftige Jobs darzustellen, indem ich über Konferenzen blogge, wissenschaftliche Texte von mir veröffentliche und mich zumindest manchmal anstrenge durchdachte Sachen zu bloggen, auf der anderen Seite bring ich hier manchmal Posts, die zumindest ich als seeeehr privat empfinde.
Ich versuche also zwei grundsätzlich miteinander unvereinbare Orte miteinander zu vereinen, ich lege meine eigene Inszenierung offen und gebe Teile meiner Privatssphäre, die manche als diametral gegenläufig zu meinen "beruflichen" Tätigkeiten sehen könnten, preis. In einer Welt der sozialen Gerechtigkeit und Toleranz wäre dies kein Problem, doch leider leben wir meiner Einschätzung nach eher in einer neoliberalen Welt, der es mehr um Verwertbarkeit von Leistung geht als um Gefühle, Eindrücke und Ängste einzelner.
Was kann der Blournal-Schreibende also als Konsequenz ziehen?
Eigentlich nur, dass er sich gut überlegen sollte, ob er bereit ist diesen Spagat zu versuchen und niemals vergessen sollte, dass er nicht in der Lage sein wird beides, also sowohl das Weblog als auch das journal, konsequent zu führen, da es sich zu einem gewissen Teil gegenseitig ausschließt.
Meine Lösung war mich in einer blog-community anonym zu registrieren, um dort ein Journal zu schreiben. Ob ich "Mike's Blournal" jetzt umbennen werde oder nicht, wird sich zeigen..., aber bislang geh ich von einer Umbenennung aus. ;)
Tags: blournal, goffman, blogging.
Goffman benutzt in seiner Theorie als Modell für die soziale Welt das Theater. Er sagt, dass Menschen in Interaktionen miteinander versuchen ein gewisses Bild von sich zu vermitteln, da sie wissen, dass sie beobachtet werden. Er führt diesen Gedanken fort und kommt darauf, dass alle Menschen prinzipiell immer Theater spielen und sich eine Fassade schaffen, "ein standardisiertes Ausdrucksrepertoire mit Bühnenbild und Requisiten."
Dieses Theater-spielen heisst bei Goffman "impression management". Die englischsprachige Wikipedia definiert impression management wie folgt:
"Impression management (IM) is the goal-directed conscious or unconscious attempt to influence the perceptions of other people about a person, object or event by regulating and controlling information in social interaction."[http://en.wikipedia.org/wiki/Impression_management]
IM ist also der Ausdruck, den man sich selbst gibt. Dazu zählt die Verwendung besonderer Zeichen ("regulating and controlling information"), die man gesteuert einsetzt (z.B. Sprache, Mimik, Gestik).
Wichtig ist hierbei auch noch der Aspekt der Vorder- und Hinterbühne. Jede Rolle hat demzufolge eine Vorderbühne, welche der Ort des "offiziellen" ist und i.d.R. für alle sichtbar. Dort weiss der Mensch/Schauspieler, dass er beobachtet wird und spielt daher seine Rolle. Jede Rolle verfügt aber auch über eine Hinterbühne, den Ort des "inoffiziellen", der nur einsehbar ist für Eingeweihte. Dort kann der Mensch, da er unbeobachtet ist, aus seiner Rolle hinausfallen.
Für das Beispiel des Kellners wäre die Vorderbühne das Restaurant und die Hinterbühne die Küche.
Nach diesen Schilderungen sollte den meisten bereits klar sein, wo sich das Problem in der Konzeption eines Blournal befindet: In einem Blournal sind Vorder- und Hinterbühne ein und derselbe Ort.
Ich versuche zum einen mich in einem positiven Licht in Bezug auf "wirtschaftlich-verwertbare Leistungen" und etwaitige zukünftige Jobs darzustellen, indem ich über Konferenzen blogge, wissenschaftliche Texte von mir veröffentliche und mich zumindest manchmal anstrenge durchdachte Sachen zu bloggen, auf der anderen Seite bring ich hier manchmal Posts, die zumindest ich als seeeehr privat empfinde.
Ich versuche also zwei grundsätzlich miteinander unvereinbare Orte miteinander zu vereinen, ich lege meine eigene Inszenierung offen und gebe Teile meiner Privatssphäre, die manche als diametral gegenläufig zu meinen "beruflichen" Tätigkeiten sehen könnten, preis. In einer Welt der sozialen Gerechtigkeit und Toleranz wäre dies kein Problem, doch leider leben wir meiner Einschätzung nach eher in einer neoliberalen Welt, der es mehr um Verwertbarkeit von Leistung geht als um Gefühle, Eindrücke und Ängste einzelner.
Was kann der Blournal-Schreibende also als Konsequenz ziehen?
Eigentlich nur, dass er sich gut überlegen sollte, ob er bereit ist diesen Spagat zu versuchen und niemals vergessen sollte, dass er nicht in der Lage sein wird beides, also sowohl das Weblog als auch das journal, konsequent zu führen, da es sich zu einem gewissen Teil gegenseitig ausschließt.
Meine Lösung war mich in einer blog-community anonym zu registrieren, um dort ein Journal zu schreiben. Ob ich "Mike's Blournal" jetzt umbennen werde oder nicht, wird sich zeigen..., aber bislang geh ich von einer Umbenennung aus. ;)
Tags: blournal, goffman, blogging.









