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Personality Disorder Test III
21.05.2007 - 11:44:19 - Mike
| Disorder | Rating |
| Paranoid: | Low |
| Schizoid: | Low |
| Schizotypal: | High |
| Antisocial: | Low |
| Borderline: | Moderate |
| Histrionic: | Moderate |
| Narcissistic: | Low |
| Avoidant: | Very High |
| Dependent: | High |
| Obsessive-Compulsive: | Moderate |
-- Personality Disorder Test -- -- Personality Disorder Information -- | |
Personality Disorder Test II
21.05.2007 - 11:36:24 - Mike
| Personality Disorder Test Results
|
personality tests by similarminds.com
Schach ist Politik
21.05.2007 - 00:59:12 - Mike
"'Sie müssen aufhören, Putin wie einen Demokraten zu behandeln.' So lautete der Appell des ehemaligen Schachweltmeisters und russischen Oppositionellen Garri Kasparow an den Westen."[tagesschau.de - Quiz]
Corts scheidet aus Landespolitik aus
15.05.2007 - 08:08:03 - Mike
"WIESBADEN[Corts scheidet aus Landespolitik | Nachrichten | hr]
Corts scheidet aus Landespolitik
Wissenschaftsminister Corts (CDU) hat seinen Abschied aus der Landespolitik zum Ende der Legislaturperiode erklärt. Er werde aus dem Ministeramt ausscheiden und sich bei der Landtagswahl 2008 nicht mehr um ein Mandat bewerben, sagte Corts am Montag. Angaben zu seinen weiteren Plänen machte er nicht."
Wenn das nicht ein Grund zu feiern ist, dann weiss ich ja auch nicht. :D
Beobachtersysteme. Eine systemtheoretische Betrachtung von Weblogs und ihren Wechselwirkungen mit herkömmlichen Massenmedien
09.05.2007 - 16:27:51 - Mike
Letztes Semester habe ich eine Hausarbeit zum Thema "Beobachtersysteme. Eine systemtheoretische Betrachtung von Weblogs und ihren Wechselwirkungen mit herkömmlichen Massenmedien" im Rahmen meines medienwissenschaftlichen Hauptseminars "Theorien und Konzepte der Öffentlichkeit" bei Prof. Dr. Dörner, Autoren des Buches "Politainment", geschrieben.
Die Hausarbeit ist als .pdf Datei hier erhältlich. Anmerkungen, Anregungen oder Kritik sind willkommen.
Vielen Dank an Lia für den regen Gedankenaustausch und das Korrektur lesen. :)
Die Arbeit ist unter einem "Namensnennung-NichtKommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.0 Deutschland" Lizenzvertrag lizenziert. Um die Lizenz anzusehen, gehen Sie bitte zu http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/de/ oder schicken Sie einen Brief an Creative Commons, 559 Nathan Abbott Way, Stanford, California 94305, USA.
Tags: Beobachtersystem, Luhmann, Systemtheorie, Weblogs, Massenmedien, Dörner, Öffentlichkeit.
1 Einleitung
Niklas Luhmanns Systemtheorie ist eine Theorie mit Universalitätsanspruch. Luhmann versteht seine Theorie als Theorie, die den gesamten Gegenstandsbereich der Soziologie beschreiben können soll. Dabei rückt er besonders den Begriff der Kommunikation in den Vordergrund, da sie für ihn für den Fortbestand von sozialen Systemen maßgeblich ist.
Diese Arbeit dagegen wird sich speziell dem Aspekt der Beobachtung bei Weblogs widmen. Im folgenden soll untersucht werden, wie sich Weblogs, als verhältnismäßig junge Medien, und die herkömmlichen Massenmedien gegenseitig beobachten und welche Wechselwirkungen zum Tragen kommen.
Der Begriff der „herkömmlichen Massenmedien“ wird in dieser Arbeit sehr beiläufig benutzt und soll bezeichnen, was Luhmann ganz allgemein als Massenmedien definiert: „Einrichtungen der Gesellschaft [...], die sich zur Verbreitung von Kommunikation technischer Mittel der Vervielfältigung bedienen“ (Luhmann 1996b: 9), schließt dabei aber Weblogs aus. Diese Verwendung des Begriff erfolgt in dieser Arbeit aus rein sprachlich-pragmatischen Gründen, inwiefern sie haltbar ist, wird in Kapitel 4.1 geklärt.
Um darzustellen wie die Beobachtungen zwischen herkömmlichen Massenmedien und Weblogs ablaufen und welche Wechselwirkungen aus diesen resultieren, werde ich im folgenden in Kapitel 2 auf die wichtigsten theoretischen Grundlagen Luhmanns bezüglich der Beobachtung eingehen mit besonderem Schwerpunkt auf Beobachtung zweiter Ordnung.
Kapitel 3 dient der Beschreibung von Weblogs, zum einen von der technischen Seite her, zum anderen wird auch näher untersucht werden, inwiefern Interaktion zu tragen kommt zwischen verschiedenen Weblog-Autoren.
Im 4. Kapitel folgt dann schließlich der Versuch Weblogs mit systemtheoretischem Vokabular zu beschreiben, auf den Aspekt der Beobachtung zweiter Ordnung von Seiten der Weblogs näher einzugehen und letztendlich die wechselseitige Beobachtung von Weblogs und Massenmedien und daraus resultierenden Effekte zu analysieren.
Im letzten Kapitel, dem Fazit, werde ich die Ergebnisse zusammenfassen.
Die Hausarbeit ist als .pdf Datei hier erhältlich. Anmerkungen, Anregungen oder Kritik sind willkommen.
Vielen Dank an Lia für den regen Gedankenaustausch und das Korrektur lesen. :)
Die Arbeit ist unter einem "Namensnennung-NichtKommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.0 Deutschland" Lizenzvertrag lizenziert. Um die Lizenz anzusehen, gehen Sie bitte zu http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/de/ oder schicken Sie einen Brief an Creative Commons, 559 Nathan Abbott Way, Stanford, California 94305, USA.
Tags: Beobachtersystem, Luhmann, Systemtheorie, Weblogs, Massenmedien, Dörner, Öffentlichkeit.
Joost
07.05.2007 - 08:37:40 - Mike
Taggesschau.de hat einen längeren Artikel über Joost, ein p2p online tv programm, das sehr interessant klingt. Leider braucht man eine invitation, um sich für die beta anzumelden. Kann mir evtl. jemand eine zukommen lassen? :)
update:
Sam Lu von gosammy.com hat 999 invites zu verschenken und war so freundlich mir einen zu geben. :) Gleich mal ausprobieren!
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Kurzfilmtage Oberhausen: Aufschub
07.05.2007 - 00:08:32 - Jasper
So, ich hätte noch einiges zu schreiben. Das mache ich morgen. Da mein Flug gen Zürich morgen in aller Frühe geht (5 Uhr aufstehen), ziehe ich es im Moment vor zu schlafen.
Aber der Rest samt Fazit folgt noch.
Aber der Rest samt Fazit folgt noch.
Kurzfilmtage Oberhausen: DEUTSCHER WETTBEWERB 4 - Part1
06.05.2007 - 19:47:14 - Jasper
VALI ASR – JULI 2006 (Norman Richter)
Bisher der einzige richtige Stummfilm. Null Sound. Ganz schön anstrengend. Immerhin ist meine Platznachbarin im Kino daraufhin eingeschlafen. Der Kurzfilm von 14 Minuten besteht aus unglaublich langen Einstellungen. Schiere Ewigkeiten lässt Richter die Bilder stehen. Und das obwohl die Bilder dies, bei flüchtigem Hinsehen, nicht unbedingt nötig gemacht hätten. Vali Asr ist die längste Straße Teherans. 24 Kilometer lang führt sie einmal quer durch die Stadt. Das lässt den Schluss zu, dass der Film dort gedreht wurde. Es werden abwechselnd Gesichter in nahen Einstellungen von IranerInnen und Pick Ups von einzelnen Gegenständen gezeigt. So entsteht eine Assoziationskette, die jeden Gegenstand dem zuvor gezeigten Gesicht zuordnet. Und so widerum beginnt bei jedem Gesicht die Antizipation beim Zuschauer, welchen Gegenstand er bei jedem Gesicht erwarten könnte. Schon kompromisslos, diesen Prozess über 14 Minuten zu zeigen, aber manchmal sollten Ideen eben kompromisslos ausgeführt werden.
DETEKTIVE (Andreas Goldstein)
Von deutschen Stasifilmen könnte man ja eigentlich fürs erste genug haben. KÖNNTE. Detektive ist eine teils richtig richtig komische Erzählung des Stasi-Spitzelwesens in der DDR. Zwei Detektive suchen eine Frau auf, deren schriftstellerischer Mann sich in den Westen abgesetzt hat. „Sie wissen warum wir hier sind?“ ist der Satz mit dem sich die beiden in ihre Wohnung einladen. In der Folge beginnt ein aberwitziges Spiel in denen Spitzel Spitzel anheuern, Spitzel zu Schriftstellern werden, jeder jeden duzt und mit Decknamen anredet, Spitzel mit Verdächtigen schlafen, skurrile Dialoge geführt werden und Fakten unwichtig sind, denn sie täuschen. Worauf es ankommt sind „Hintergründe, Nebensächlichkeiten, Psychologie“. Detektive ist s/w gedreht, und überrascht nach dem anfänglichen Crime Story Flair mit dem Überzeichnen der Realität in die Komik. Super.
Tags: Oberhausen, Kurzfilmtage.
Bisher der einzige richtige Stummfilm. Null Sound. Ganz schön anstrengend. Immerhin ist meine Platznachbarin im Kino daraufhin eingeschlafen. Der Kurzfilm von 14 Minuten besteht aus unglaublich langen Einstellungen. Schiere Ewigkeiten lässt Richter die Bilder stehen. Und das obwohl die Bilder dies, bei flüchtigem Hinsehen, nicht unbedingt nötig gemacht hätten. Vali Asr ist die längste Straße Teherans. 24 Kilometer lang führt sie einmal quer durch die Stadt. Das lässt den Schluss zu, dass der Film dort gedreht wurde. Es werden abwechselnd Gesichter in nahen Einstellungen von IranerInnen und Pick Ups von einzelnen Gegenständen gezeigt. So entsteht eine Assoziationskette, die jeden Gegenstand dem zuvor gezeigten Gesicht zuordnet. Und so widerum beginnt bei jedem Gesicht die Antizipation beim Zuschauer, welchen Gegenstand er bei jedem Gesicht erwarten könnte. Schon kompromisslos, diesen Prozess über 14 Minuten zu zeigen, aber manchmal sollten Ideen eben kompromisslos ausgeführt werden.
DETEKTIVE (Andreas Goldstein)
Von deutschen Stasifilmen könnte man ja eigentlich fürs erste genug haben. KÖNNTE. Detektive ist eine teils richtig richtig komische Erzählung des Stasi-Spitzelwesens in der DDR. Zwei Detektive suchen eine Frau auf, deren schriftstellerischer Mann sich in den Westen abgesetzt hat. „Sie wissen warum wir hier sind?“ ist der Satz mit dem sich die beiden in ihre Wohnung einladen. In der Folge beginnt ein aberwitziges Spiel in denen Spitzel Spitzel anheuern, Spitzel zu Schriftstellern werden, jeder jeden duzt und mit Decknamen anredet, Spitzel mit Verdächtigen schlafen, skurrile Dialoge geführt werden und Fakten unwichtig sind, denn sie täuschen. Worauf es ankommt sind „Hintergründe, Nebensächlichkeiten, Psychologie“. Detektive ist s/w gedreht, und überrascht nach dem anfänglichen Crime Story Flair mit dem Überzeichnen der Realität in die Komik. Super.
Tags: Oberhausen, Kurzfilmtage.
Kurzfilmtage Oberhausen: INTERNATIONALER WETTBEWERB 5
06.05.2007 - 19:18:28 - Jasper
CARE (Corinna Faith)
Mali ist mobiler Altenpfleger. Und schwarz. Seine Patienten sind ausschliesslich Weiße. Alte Weiße, deren Stolz und deren Sehnsucht auf ihr Leben in der Jugend ihm seine Arbeit schwer machen. Die allein lebenden Menschen die er stets unter dem Zeitdruck des Termins beim nächsten Patienten besucht, leben alleine. Die ‚üblichen’ Probleme wie das Vortäuschen der Medikamenteneinnahme und das Weigern mit dem Rauchen zu stoppen werden mit seinem Besuch bei Archibald ein gutes Stück kleiner. Archibald war beim Militär und hat am meisten damit zu kämpfen, dass er nicht mehr für sich sorgen kann. Er lehnt jede Hilfe ab, sieht diese nicht als nötig an. Bissig gibt nicht nur er sich, auch sein Hund sei keinesfalls „friendly“. Malis Bemühen in all diesen Situationen die nötige Ruhe, Geduld und Freundlichkeit zu bewahren hat zur Folge, dass mit dem Verlassen der Wohnungen eine Last in Form von Flüchen von ihm abfällt. Dass Archibald Mali unterstellt ihm seinen Ehering gestolen zu haben, macht die Sache nicht eben einfacher. In dieser Konstellation zeigt Faith weder kitschig noch unglaubwürdig, wie die beiden miteinander ins Reine kommen.
Tags: Oberhausen, Kurzfilmtage.
Mali ist mobiler Altenpfleger. Und schwarz. Seine Patienten sind ausschliesslich Weiße. Alte Weiße, deren Stolz und deren Sehnsucht auf ihr Leben in der Jugend ihm seine Arbeit schwer machen. Die allein lebenden Menschen die er stets unter dem Zeitdruck des Termins beim nächsten Patienten besucht, leben alleine. Die ‚üblichen’ Probleme wie das Vortäuschen der Medikamenteneinnahme und das Weigern mit dem Rauchen zu stoppen werden mit seinem Besuch bei Archibald ein gutes Stück kleiner. Archibald war beim Militär und hat am meisten damit zu kämpfen, dass er nicht mehr für sich sorgen kann. Er lehnt jede Hilfe ab, sieht diese nicht als nötig an. Bissig gibt nicht nur er sich, auch sein Hund sei keinesfalls „friendly“. Malis Bemühen in all diesen Situationen die nötige Ruhe, Geduld und Freundlichkeit zu bewahren hat zur Folge, dass mit dem Verlassen der Wohnungen eine Last in Form von Flüchen von ihm abfällt. Dass Archibald Mali unterstellt ihm seinen Ehering gestolen zu haben, macht die Sache nicht eben einfacher. In dieser Konstellation zeigt Faith weder kitschig noch unglaubwürdig, wie die beiden miteinander ins Reine kommen.
Tags: Oberhausen, Kurzfilmtage.
Kurzfilmtage Oberhausen: DEUTSCHER WETTBEWERB 3
06.05.2007 - 16:18:11 - Jasper
CIGARETTA MON AMOUR – PORTRAIT MEINES VATERS (Rosa Ziegler)
In sehr poetischen s/w Bildern zeigt Ziegler ihren Vater, der in einem offenbar recht einsamen Lebensabschnitt all seine Zeit seiner einen grossen Leidenschaft widmet: Dem rauchen. Es ist kein Bild zu sehen in dem er nicht entweder raucht oder sich seine nächste Zigarette dreht. Der Sechsminüter ist absolut nonverbal. Dennoch passiert zwischen Bild und Ton viel. Der vornehmlich in Innenräumen spielende Kurzfilm wird auf der Tonebene ausschliesslich von Aussengeräuschen begleitet. Wenn der alte Mann sich in seinem Appartement befindet sind es Stadtgeräusche, Strassenverkehr in erster Linie. Bei den wenigen Bildern im Freien, dominieren Vögel den Ton. Der rauchende Protagonist macht den Eindruck, ein interessanter Mensch zu sein. Aber wie soll das bestätigt oder widerlegt werden können. Der Film wird ja ausschliesslich auf das Rauchen und das lustvolle Ausstossen und Beobachten des Zigarettenqualms reduziert. Dieser Mangel an Erklärunslieferung ist aber in keinem Fall störend. Vielmehr ist es herrlich diese absolute Konzentration auf dieses eine Element zu beobachten. Dabei wird ein grossartiges Spiel von Licht und Schatten eingesetzt. Die Blicke des Alten sind dabei verträumt bis verloren ins Leere gerichtet. Seine Wege reichen fast nur vom Bett, zur Fensterfront, zur Bücherwand. Zigarette um Zigarette um Zigarette. Ein tolles Beispiel wie aus einem kleinen Thema äusserst zurückhaltend etwas Wunderschönes gemacht werden kann.
LABILE ZONE (Christoph Janetzko)
Und wieder etwas aus dem Bereich Experimental. Im Zeitraffer ist schneller Wolkenzug zu sehen. Eine Landschaft ist an der unteren Bildkante zu sehen. Fast das ganze Bild ist Himmel. In Kombination mit dem Sounddesign entsteht so eine apokalyptische Stimmung. Immer wieder bricht aus den Wolken vereinzelter Regen hervor. Donnergrollen. Vereinzelt bricht die Sonne durch die Wolken. Das Bild wechselt durch die sich verändernde Wolkenkonstellation ständig in seiner Helligkeit. Und auch die Farben stehen in einem ständigen Wechselspiel zwischen bedrohlichem Grau, lichtem Gelb und unheilverkündenden Blautönen. Ich habs gemocht.
HOTEL PARADIJS (Jan Krüger)
Der 30minütige Film hat keine einheitliche Kameraarbeit. Es sind Bilder in s/w, in Farbe, feinkörnig und stark grobkörnig zu sehen. Die Geschichte: Ein junges schwules Päärchen, ein Holländer (Christiaan) und ein Deutscher (Paul), lebt in Amsterdam. Während die dominante Figur der Beziehung, der Holländer als Fotograf arbeitet, verdient sich der etwas jüngere Paul seine Brötchen in einem Kino als Kartenabreisser. Dort lernt er Clair kennen. Die beiden mögen sich. Er verbringt einige Nächte zusammen mit Claire in Amsterdam und vernachlässigt seinen Liebhaber. Die Freundschaft zwischen Paul und Claire scheint irgendwo zwischen Seelenverwandtschaft und sexuellem Verlangen zu liegen. Dabei ist es wieder Paul, der sich dominieren lässt. Claires Erwartungen an Paul und die Beziehung variieren ständig. Auch wechselt Claire häufig von einer starken zu einer schwachen Persönlichkeit und zwingt Paul damit immer wieder anders auf sie einzugehen. Schliesslich gesteht Paul ihr, dass er mit ihr leben will. Damit stösst er bei Claire auf Ablehnung. Sie lebe nie lange an einem Ort. Das ist Paul egal, er will auch mit ihr umherziehen. Claires Meinung ändert das nicht. Paul bricht das Verhältnis zu Christiaan ab und ist auf dem Weg zu Claire. Die jedoch ist nicht auffindbar. Lediglich ein kleines Motorboot mit dem die beiden eines Nachts in den Grachten Amsterdams unterwegs waren dümpelt lose im Hafen Amsterdams. Von Claire keine Spur. Die von Paul zu Hilfe gerufene Polizei nimmt ihn nicht ganz ernst. In Claires Zuhause, dem titelgebenden Hotel Paradijs, ist keine Spur mehr von ihr zu sehen. Paul ist in absoluter Einsamkeit, in unerfülltem Verlangen verloren. Krüger zeigt eine einfühlsam erzählte Geschichte, die für mich wieder ganz weit oben bei diesem Festival mitspielt.
BETWEEN C, D, AND F (Julia Oschatz)
Bisher glaube ich der kürzeste Beitrag den ich sah. Eineinhalb Minuten. In Landschaften, die in Öl gemalt sind, bewegt sich ein gedeckt gekleideter Mann, der einen Mauskopf trägt. Er bewegt sich gehend, fallend, mal konventionell, mal unkonventionell durch die Öl-Landschaften Mit einer Sprühdose steht er schliesslich frontal zum Publikum und sprüht in diese Richtung (also gen Publikum) in Spiegelschrift ein FUCK OFF auf eine imaginäre Glaswand, so dass es inmitten des klassischen Ölgemäldes prangt. War mal wieder was zum lachen.
DER HOLZMENSCHENBAUER (Katrin Jäger)
Dieser im Rahmen der ersten Kameraübung auf 16mm s/w an der HFF München entstandene Dokumentarfilm zeigt uns einen Mann, den nach Eigenaussage die Kunst gerettet hat. Früher war er als BGS-Beamter auf Anti-AKW Demonstrationen und musste Demonstranten mit deren Meinung er teilweise sympathisierte ‚bekämpfen’. Die Feststellung, dass er an diesem Leben zugrunde gehen würde und ein Traum über „Panzerkardinal Ratzinger“ (das führ ich jetzt nicht weiter aus) brachte ihn dazu, Baumstämme mit der Motorsäge zu menschlichen Skulpturen zu modellieren. Dieses Zuwenden zur Kunst habe ihn vor Alkohol und Drogen gerettet. Es erinenrt ein wenig an Don Quixote wie er einsam vor dem Baumstamm steht und fast tranceartig immer wieder die Motorsäge ansetzt und so selbst feinste Strukturen in seine Skulpturen zeichnet. Mir als Nichtbajuware fiel es meist einfacher den englischen Untertiteln zu folgen als dem polternden bayrisch. Für mich war es auch ein schönes Kontrastmittel, dieses bäuerische Sprachelement (ich will jetzt keine Hetze entfachen) mit diesen feinsinnigen Gedankengängen zu sehen. Äußerst klischeelos und von daher gut. Danke.
Tags: Oberhausen, Kurzfilmtage.
In sehr poetischen s/w Bildern zeigt Ziegler ihren Vater, der in einem offenbar recht einsamen Lebensabschnitt all seine Zeit seiner einen grossen Leidenschaft widmet: Dem rauchen. Es ist kein Bild zu sehen in dem er nicht entweder raucht oder sich seine nächste Zigarette dreht. Der Sechsminüter ist absolut nonverbal. Dennoch passiert zwischen Bild und Ton viel. Der vornehmlich in Innenräumen spielende Kurzfilm wird auf der Tonebene ausschliesslich von Aussengeräuschen begleitet. Wenn der alte Mann sich in seinem Appartement befindet sind es Stadtgeräusche, Strassenverkehr in erster Linie. Bei den wenigen Bildern im Freien, dominieren Vögel den Ton. Der rauchende Protagonist macht den Eindruck, ein interessanter Mensch zu sein. Aber wie soll das bestätigt oder widerlegt werden können. Der Film wird ja ausschliesslich auf das Rauchen und das lustvolle Ausstossen und Beobachten des Zigarettenqualms reduziert. Dieser Mangel an Erklärunslieferung ist aber in keinem Fall störend. Vielmehr ist es herrlich diese absolute Konzentration auf dieses eine Element zu beobachten. Dabei wird ein grossartiges Spiel von Licht und Schatten eingesetzt. Die Blicke des Alten sind dabei verträumt bis verloren ins Leere gerichtet. Seine Wege reichen fast nur vom Bett, zur Fensterfront, zur Bücherwand. Zigarette um Zigarette um Zigarette. Ein tolles Beispiel wie aus einem kleinen Thema äusserst zurückhaltend etwas Wunderschönes gemacht werden kann.
LABILE ZONE (Christoph Janetzko)
Und wieder etwas aus dem Bereich Experimental. Im Zeitraffer ist schneller Wolkenzug zu sehen. Eine Landschaft ist an der unteren Bildkante zu sehen. Fast das ganze Bild ist Himmel. In Kombination mit dem Sounddesign entsteht so eine apokalyptische Stimmung. Immer wieder bricht aus den Wolken vereinzelter Regen hervor. Donnergrollen. Vereinzelt bricht die Sonne durch die Wolken. Das Bild wechselt durch die sich verändernde Wolkenkonstellation ständig in seiner Helligkeit. Und auch die Farben stehen in einem ständigen Wechselspiel zwischen bedrohlichem Grau, lichtem Gelb und unheilverkündenden Blautönen. Ich habs gemocht.
HOTEL PARADIJS (Jan Krüger)
Der 30minütige Film hat keine einheitliche Kameraarbeit. Es sind Bilder in s/w, in Farbe, feinkörnig und stark grobkörnig zu sehen. Die Geschichte: Ein junges schwules Päärchen, ein Holländer (Christiaan) und ein Deutscher (Paul), lebt in Amsterdam. Während die dominante Figur der Beziehung, der Holländer als Fotograf arbeitet, verdient sich der etwas jüngere Paul seine Brötchen in einem Kino als Kartenabreisser. Dort lernt er Clair kennen. Die beiden mögen sich. Er verbringt einige Nächte zusammen mit Claire in Amsterdam und vernachlässigt seinen Liebhaber. Die Freundschaft zwischen Paul und Claire scheint irgendwo zwischen Seelenverwandtschaft und sexuellem Verlangen zu liegen. Dabei ist es wieder Paul, der sich dominieren lässt. Claires Erwartungen an Paul und die Beziehung variieren ständig. Auch wechselt Claire häufig von einer starken zu einer schwachen Persönlichkeit und zwingt Paul damit immer wieder anders auf sie einzugehen. Schliesslich gesteht Paul ihr, dass er mit ihr leben will. Damit stösst er bei Claire auf Ablehnung. Sie lebe nie lange an einem Ort. Das ist Paul egal, er will auch mit ihr umherziehen. Claires Meinung ändert das nicht. Paul bricht das Verhältnis zu Christiaan ab und ist auf dem Weg zu Claire. Die jedoch ist nicht auffindbar. Lediglich ein kleines Motorboot mit dem die beiden eines Nachts in den Grachten Amsterdams unterwegs waren dümpelt lose im Hafen Amsterdams. Von Claire keine Spur. Die von Paul zu Hilfe gerufene Polizei nimmt ihn nicht ganz ernst. In Claires Zuhause, dem titelgebenden Hotel Paradijs, ist keine Spur mehr von ihr zu sehen. Paul ist in absoluter Einsamkeit, in unerfülltem Verlangen verloren. Krüger zeigt eine einfühlsam erzählte Geschichte, die für mich wieder ganz weit oben bei diesem Festival mitspielt.
BETWEEN C, D, AND F (Julia Oschatz)
Bisher glaube ich der kürzeste Beitrag den ich sah. Eineinhalb Minuten. In Landschaften, die in Öl gemalt sind, bewegt sich ein gedeckt gekleideter Mann, der einen Mauskopf trägt. Er bewegt sich gehend, fallend, mal konventionell, mal unkonventionell durch die Öl-Landschaften Mit einer Sprühdose steht er schliesslich frontal zum Publikum und sprüht in diese Richtung (also gen Publikum) in Spiegelschrift ein FUCK OFF auf eine imaginäre Glaswand, so dass es inmitten des klassischen Ölgemäldes prangt. War mal wieder was zum lachen.
DER HOLZMENSCHENBAUER (Katrin Jäger)
Dieser im Rahmen der ersten Kameraübung auf 16mm s/w an der HFF München entstandene Dokumentarfilm zeigt uns einen Mann, den nach Eigenaussage die Kunst gerettet hat. Früher war er als BGS-Beamter auf Anti-AKW Demonstrationen und musste Demonstranten mit deren Meinung er teilweise sympathisierte ‚bekämpfen’. Die Feststellung, dass er an diesem Leben zugrunde gehen würde und ein Traum über „Panzerkardinal Ratzinger“ (das führ ich jetzt nicht weiter aus) brachte ihn dazu, Baumstämme mit der Motorsäge zu menschlichen Skulpturen zu modellieren. Dieses Zuwenden zur Kunst habe ihn vor Alkohol und Drogen gerettet. Es erinenrt ein wenig an Don Quixote wie er einsam vor dem Baumstamm steht und fast tranceartig immer wieder die Motorsäge ansetzt und so selbst feinste Strukturen in seine Skulpturen zeichnet. Mir als Nichtbajuware fiel es meist einfacher den englischen Untertiteln zu folgen als dem polternden bayrisch. Für mich war es auch ein schönes Kontrastmittel, dieses bäuerische Sprachelement (ich will jetzt keine Hetze entfachen) mit diesen feinsinnigen Gedankengängen zu sehen. Äußerst klischeelos und von daher gut. Danke.
Tags: Oberhausen, Kurzfilmtage.
Kurzfilmtage Oberhausen: MuVi PREIS 2007
06.05.2007 - 03:20:46 - Jasper
Nun ist auch der MusikVideo Award, nein besser die Awards, vergeben. Zu sehen gibt es alle Clips des Wettbewerbs hier. Ich will hier auch nicht lang drumherum reden. Gewonnen haben:
Online-Publikums-Award:
1. Platz: 1., 2., 3. – Bela B feat. Charlotte Roche (Norbert Heitker)
2. Platz: shit, ich weiss es nicht mehr
3. Platz: Black Swan – Thom Yorke (Mario Gorniok)
Die Jury fand am besten:
1. Platz: Domin, libra nos – The Space Lady (Oliver Pietsch)
2. Platz: I Have Seen You Dancing Better Than This – Luigi Archetti/Bo Wiget (Archetti/Wiget)
3. Platz: H.O.N.D Aerobic – Felix Kubin (Mariola Brillowska)
Ich mochte ja am liebsten „Time is running out“ von Telefon Tel Aviv (Tim Bollinger) und irgendwie auch "Domin, libra nos" – The Space Lady (Oliver Pietsch). Obwohl Oliver Pietsch im letzten Jahr bereits mit einem ganz ähnlichen Produkt anrückte, welches aber auch vor Schönheit nur so strotzte.
Tags: Oberhausen, Kurzfilmtage.
Online-Publikums-Award:
1. Platz: 1., 2., 3. – Bela B feat. Charlotte Roche (Norbert Heitker)
2. Platz: shit, ich weiss es nicht mehr
3. Platz: Black Swan – Thom Yorke (Mario Gorniok)
Die Jury fand am besten:
1. Platz: Domin, libra nos – The Space Lady (Oliver Pietsch)
2. Platz: I Have Seen You Dancing Better Than This – Luigi Archetti/Bo Wiget (Archetti/Wiget)
3. Platz: H.O.N.D Aerobic – Felix Kubin (Mariola Brillowska)
Ich mochte ja am liebsten „Time is running out“ von Telefon Tel Aviv (Tim Bollinger) und irgendwie auch "Domin, libra nos" – The Space Lady (Oliver Pietsch). Obwohl Oliver Pietsch im letzten Jahr bereits mit einem ganz ähnlichen Produkt anrückte, welches aber auch vor Schönheit nur so strotzte.
Tags: Oberhausen, Kurzfilmtage.
Kurzflmtage Oberhausen: INTERNATIONALER WETTBEWERB 3
05.05.2007 - 21:53:41 - Jasper
REVOLUTIONARY SONG (Istvan Kantor)
„I’ve partied really hard last night and now I gotta pay for it.“ So begrüsst der selbst im Kinosaal sonnenbebrillte Kantor das Publikum. Und wäre ich in seinem Zustand gewesen, ich hätte den Film nur ungern gesehen. Wir befinden uns im Reich der Videokunst. Aber der richtig guten. Das für die Reihe Sweet Sixteen gedrehte Bild- und Tonmonster springt den Zuschauer an und zerfetzt ihn. Riesige Schriften, wahlweise in Neon-Grün/Rot/Blau/Orange prangen auf der Leinwand, dazu eine Off-Stimme die vom Scheitern von Revolutionen berichtet und Bilder, die bis aufs Extremste manipuliert sind. Dazu ein Schnittrhythmus der sich mit dem Bass Drum-Spiel von Dave Lombardo vergleichen lässt. Die Off-Stimme erzählt in der ersten Person Singular (da der Regisseur den grössten Teil des Films über selbst im Bild zu sehen ist liegt die Vermutung autobiographisches zu sehen nahe). Zehn Jahre nach der Revolution in Ungarn besucht ein Junge seinen nach Paris ausgewanderten Vater. Der Junge ist nie zu sehen. Die Narration wird grösstenteils über den Gesang transportiert. Ja richtig, Gesang. Der Regisseur ist hier auch Sänger und beginnt zur Melodie eines sowjetischen Volksliedes zunächst mit einem Text der noch zur kämpferischen Melodie des Liedes passt. Wenn es dann jedoch dazu über geht, den Besuch bei seinem Vater in Paris zu schildern, wird es skurril. Der Vater kann die langen Haare des Jungen nicht ausstehen und will seinem Sohn einen Bürstenhaarschnitt verpassen. Damit zieht er den Zorn des Sohnes auf sich, der sich von nun an, singend vorgertragen in der Person des Regisseurs, wünscht, alle Revolutionäre würden sich in Paris vereinigen und durch das sprengen des Eiffelturms, das errichten von Barrikaden, das er erschiessen des Barbiers den Wunsch des Vaters zu vereiteln. Zwecklos. Aber zum Tränen lachen. Der mehr gebrüllte als gesungene Text ist dabei teilweise in erwähnten riesigen Neon-Buchstaben eingeblendet. Das erwähnen des „blue sky“ ist unterlegt mit dem blauen Wolkenhimmel aus welchem sich das Warner Brothers Logo schält (was wohl deren Rechteabteilung dazu sagt?). Kein Bild wird unberührt gelassen. Überall wird manipuliert, verzerrt, billigste Video-Post Production Effekte eingeschoben. Und durch dieses grosse Chaos entsteht etwas absolut lohnenswertes.
WE WILL WIN (Mahmoud Hojeij)
„No, i don’t trust Israelis. That’s my culture. We kill them. ... No I can’t kill them. Let’s sell them.“ Und wieder was komisches. Zwei Israelis und ein Araber sollen zum gegenseitigen Vertrauensbeweis ein Bockspringen veranstalten. Über 7’30’’ Minuten wird nun das Misslingen dieses Unternehmens gezeigt. Immer hält sich einer nicht an die Vereinbarungen, immer gibt es einen, der das Projekt in letzter Sekunde scheitern lässt. Dabei gestaltet Hojeij das Bockspringen derart feinfühlig, dass es ein Ding der Unmöglichkeit ist, dieses mit all der Situationskomik hier zu beschreiben. Die drei Protagonisten drücken sich einen Spruch nach dem anderen, dass die Schwarte kracht. Prädikat: Besonders wertvoll. Wenn Gelegenheit: Ansehen.
LE JOURS (Maxime Giroux)
Dieser Film wird tageweise erzählt. Tag eins. Tag drei. Tag fünf. Tag neun. Tag fünfzehn. ... Eine junge Frau wird von einem Bären getötet. Der trauernde Vater besorgt sich daraufhin ein Gewehr und legt sich im Wald auf die Lauer um den Bären zu töten. Was hier noch recht komisch klingen mag, wird sehr feinfühlig inszeniert und hat echten Reiz. Der Stimmung und der Landschaft (verschneiter Wald, zugefrorener See) entsprechend hat der Film einen sehr ruhigen Fluss mit langen Einstellungen und viel Atmosphäre. Die 25 Minuten waren schnell vorbei. Der Vater muss die Mission erfolglos und gebrochen abbrechen. Gehört für mich auch zu dem Besten hier. Viel Gefühl und kein Kitsch. Eine Gratwanderung.
Tags: Oberhausen, Kurzfilmtage.
„I’ve partied really hard last night and now I gotta pay for it.“ So begrüsst der selbst im Kinosaal sonnenbebrillte Kantor das Publikum. Und wäre ich in seinem Zustand gewesen, ich hätte den Film nur ungern gesehen. Wir befinden uns im Reich der Videokunst. Aber der richtig guten. Das für die Reihe Sweet Sixteen gedrehte Bild- und Tonmonster springt den Zuschauer an und zerfetzt ihn. Riesige Schriften, wahlweise in Neon-Grün/Rot/Blau/Orange prangen auf der Leinwand, dazu eine Off-Stimme die vom Scheitern von Revolutionen berichtet und Bilder, die bis aufs Extremste manipuliert sind. Dazu ein Schnittrhythmus der sich mit dem Bass Drum-Spiel von Dave Lombardo vergleichen lässt. Die Off-Stimme erzählt in der ersten Person Singular (da der Regisseur den grössten Teil des Films über selbst im Bild zu sehen ist liegt die Vermutung autobiographisches zu sehen nahe). Zehn Jahre nach der Revolution in Ungarn besucht ein Junge seinen nach Paris ausgewanderten Vater. Der Junge ist nie zu sehen. Die Narration wird grösstenteils über den Gesang transportiert. Ja richtig, Gesang. Der Regisseur ist hier auch Sänger und beginnt zur Melodie eines sowjetischen Volksliedes zunächst mit einem Text der noch zur kämpferischen Melodie des Liedes passt. Wenn es dann jedoch dazu über geht, den Besuch bei seinem Vater in Paris zu schildern, wird es skurril. Der Vater kann die langen Haare des Jungen nicht ausstehen und will seinem Sohn einen Bürstenhaarschnitt verpassen. Damit zieht er den Zorn des Sohnes auf sich, der sich von nun an, singend vorgertragen in der Person des Regisseurs, wünscht, alle Revolutionäre würden sich in Paris vereinigen und durch das sprengen des Eiffelturms, das errichten von Barrikaden, das er erschiessen des Barbiers den Wunsch des Vaters zu vereiteln. Zwecklos. Aber zum Tränen lachen. Der mehr gebrüllte als gesungene Text ist dabei teilweise in erwähnten riesigen Neon-Buchstaben eingeblendet. Das erwähnen des „blue sky“ ist unterlegt mit dem blauen Wolkenhimmel aus welchem sich das Warner Brothers Logo schält (was wohl deren Rechteabteilung dazu sagt?). Kein Bild wird unberührt gelassen. Überall wird manipuliert, verzerrt, billigste Video-Post Production Effekte eingeschoben. Und durch dieses grosse Chaos entsteht etwas absolut lohnenswertes.
WE WILL WIN (Mahmoud Hojeij)
„No, i don’t trust Israelis. That’s my culture. We kill them. ... No I can’t kill them. Let’s sell them.“ Und wieder was komisches. Zwei Israelis und ein Araber sollen zum gegenseitigen Vertrauensbeweis ein Bockspringen veranstalten. Über 7’30’’ Minuten wird nun das Misslingen dieses Unternehmens gezeigt. Immer hält sich einer nicht an die Vereinbarungen, immer gibt es einen, der das Projekt in letzter Sekunde scheitern lässt. Dabei gestaltet Hojeij das Bockspringen derart feinfühlig, dass es ein Ding der Unmöglichkeit ist, dieses mit all der Situationskomik hier zu beschreiben. Die drei Protagonisten drücken sich einen Spruch nach dem anderen, dass die Schwarte kracht. Prädikat: Besonders wertvoll. Wenn Gelegenheit: Ansehen.
LE JOURS (Maxime Giroux)
Dieser Film wird tageweise erzählt. Tag eins. Tag drei. Tag fünf. Tag neun. Tag fünfzehn. ... Eine junge Frau wird von einem Bären getötet. Der trauernde Vater besorgt sich daraufhin ein Gewehr und legt sich im Wald auf die Lauer um den Bären zu töten. Was hier noch recht komisch klingen mag, wird sehr feinfühlig inszeniert und hat echten Reiz. Der Stimmung und der Landschaft (verschneiter Wald, zugefrorener See) entsprechend hat der Film einen sehr ruhigen Fluss mit langen Einstellungen und viel Atmosphäre. Die 25 Minuten waren schnell vorbei. Der Vater muss die Mission erfolglos und gebrochen abbrechen. Gehört für mich auch zu dem Besten hier. Viel Gefühl und kein Kitsch. Eine Gratwanderung.
Tags: Oberhausen, Kurzfilmtage.
Kurzflmtage Oberhausen: INTERNATIONALER WETTBEWERB 2
05.05.2007 - 21:49:36 - Jasper
A JOURNEY ACROSS GRANDMOTHER (Meghana Bisineer)
Ein äusserst simpel gehaltener Animationsfilm mit (ich vermute mal) autobiographischen Zügen. Mit einfachen Tuschezeichnungen mit einer guten Portion Charme erzählt Bisineer die Geschichte eines kleinen Mädchens welches Angst davor hat, ihre Grossmutter könnte sterben. Die Verlorenheit des Mädchens wird während des Films dadurch dargestellt, dass mit den Grössenverhältnissen gespielt wird. So schrumpft das Mädchen zur Grösse eines Däumlings zusammen und tut in diesem ‚Aggregatszustand’ ihrer Grossmutter den Gefallen, auf ihr herumzulaufen, den schmerzenden Körper so zu massieren. Eines Tages herrscht nun eine merkwürdige Stille in dem Haus und die Kleine ahnt was passiert ist. Sie öffnet die Tür zum Schlafzimmer der Grossmutter und dort steht das Bett dieser leer. Eine schön erzählte Geschichte mit sympathischer Vertonung. Sehr liebevoll gemacht.
FRAGILITÄT (Yamada Isao)
Bisher für mich absolut unter dem besten. Und ich kann das nichtmals gut begründen. Ganz im Gegenteil, mir fallen lauter Faktoren ein, die ich sonst immer als Kontras verwende. Und die lassen mich den Film plötzlich mögen. Verrückt. Vielleicht liegt es ja an meiner generellen Zuneigung zu asiatischem Film, japanischem im speziellen. Fragilität ist alles andere als ein narrativer Film. Eher ist er im Experimentalbereich anzusiedeln. Da steht ein kleines Mädchen und hält sich eine grosse Uhr vor den Kopf. Dann nimmt es die Uhr weg. In den folgenden 25 Minuten wird nicht wirklich eine Geschichte erzählt. Es werden Fragmente eines Ganzen gezeigt, dass sich mir nicht erschloss. Getreu dem T-Shirt des netten Kinopersonals „Man muss nicht jeden Film verstehen!“ habe ich mich einfach treiben lassen. Wenig verstanden, aber viel genossen. Das ist sonst gar nicht meine Art.
L’ÉDUCATION NAUTIQUE (Christian Laurence/Genevieve Perron)
Nachrichten auf dem Anrufbeantworter. Diese leiten durch den Film. Gesprochen von einem Vater, der allem Anschein nach nicht mehr bei seinem Sohn lebt. Dieser, vielleicht 10 Jahre alt, hört die Nachrichten ab und erhält auf diesem Wege Ratschläge seines Vaters, wie er sich auf das spätere Leben vorbereiten soll. Diese Ratschläge lassen sich wie folgt konzentrieren: Gewöhne dich an das Meer! Der Sohn folgt den Anweisungen seines Vaters umgehend. Er trinkt gesalzenes Wasser, er reibt sich mit Walfett ein, er trainiert in der Badewanne die Luft anzuhalten. Der Film ist zweieinhalb Minuten lang. Das ist für hiesige Verhältnisse unterdurchschnittlich. Gefilmt ist das Ganze auf Super8 in Farbe. Mit all den formatbedingten Eigenheiten. Es endet schliesslich damit, dass auch der Sinn der Übungen aufgelöst wird. So weit sei es durch den àrmelkanal nach Dover ja gar nicht. Ich hab es sehr genossen.
Tags: Oberhausen, Kurzfilmtage.
Ein äusserst simpel gehaltener Animationsfilm mit (ich vermute mal) autobiographischen Zügen. Mit einfachen Tuschezeichnungen mit einer guten Portion Charme erzählt Bisineer die Geschichte eines kleinen Mädchens welches Angst davor hat, ihre Grossmutter könnte sterben. Die Verlorenheit des Mädchens wird während des Films dadurch dargestellt, dass mit den Grössenverhältnissen gespielt wird. So schrumpft das Mädchen zur Grösse eines Däumlings zusammen und tut in diesem ‚Aggregatszustand’ ihrer Grossmutter den Gefallen, auf ihr herumzulaufen, den schmerzenden Körper so zu massieren. Eines Tages herrscht nun eine merkwürdige Stille in dem Haus und die Kleine ahnt was passiert ist. Sie öffnet die Tür zum Schlafzimmer der Grossmutter und dort steht das Bett dieser leer. Eine schön erzählte Geschichte mit sympathischer Vertonung. Sehr liebevoll gemacht.
FRAGILITÄT (Yamada Isao)
Bisher für mich absolut unter dem besten. Und ich kann das nichtmals gut begründen. Ganz im Gegenteil, mir fallen lauter Faktoren ein, die ich sonst immer als Kontras verwende. Und die lassen mich den Film plötzlich mögen. Verrückt. Vielleicht liegt es ja an meiner generellen Zuneigung zu asiatischem Film, japanischem im speziellen. Fragilität ist alles andere als ein narrativer Film. Eher ist er im Experimentalbereich anzusiedeln. Da steht ein kleines Mädchen und hält sich eine grosse Uhr vor den Kopf. Dann nimmt es die Uhr weg. In den folgenden 25 Minuten wird nicht wirklich eine Geschichte erzählt. Es werden Fragmente eines Ganzen gezeigt, dass sich mir nicht erschloss. Getreu dem T-Shirt des netten Kinopersonals „Man muss nicht jeden Film verstehen!“ habe ich mich einfach treiben lassen. Wenig verstanden, aber viel genossen. Das ist sonst gar nicht meine Art.
L’ÉDUCATION NAUTIQUE (Christian Laurence/Genevieve Perron)
Nachrichten auf dem Anrufbeantworter. Diese leiten durch den Film. Gesprochen von einem Vater, der allem Anschein nach nicht mehr bei seinem Sohn lebt. Dieser, vielleicht 10 Jahre alt, hört die Nachrichten ab und erhält auf diesem Wege Ratschläge seines Vaters, wie er sich auf das spätere Leben vorbereiten soll. Diese Ratschläge lassen sich wie folgt konzentrieren: Gewöhne dich an das Meer! Der Sohn folgt den Anweisungen seines Vaters umgehend. Er trinkt gesalzenes Wasser, er reibt sich mit Walfett ein, er trainiert in der Badewanne die Luft anzuhalten. Der Film ist zweieinhalb Minuten lang. Das ist für hiesige Verhältnisse unterdurchschnittlich. Gefilmt ist das Ganze auf Super8 in Farbe. Mit all den formatbedingten Eigenheiten. Es endet schliesslich damit, dass auch der Sinn der Übungen aufgelöst wird. So weit sei es durch den àrmelkanal nach Dover ja gar nicht. Ich hab es sehr genossen.
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Kurzfilmtage Oberhausen: DEUTSCHER WETTBEWERB 2
05.05.2007 - 19:34:34 - Jasper
THE LAST SUPER8 LIVESOUND MOVIE (Reinhard Westendorf)
Super8 stirbt, lebt wieder, stirbt, lebt wieder. Zumindest der Super8 Tonfilm ist wohl endgültig Geschichte. Reinhard Westendorf manifestiert durch seinen passend betitelten Wettbewerbsbeitrag. Nach einer kurzen Einführung durch ihn selbst, gesprochen direkt in die Kamera, geschieht der ganze Gag des Films. Und dieser ist toll. Er bittet das Publikum aufzustehen und mit einer Schweigeminute den Tonfilm zu würdigen. Und so tut er es und so tut das Publikum es. In die Super8 Projektion schieben sich die Köpfe der sich erhebenden. Eine Minute Schweigen für den Ton. Abschliessend bedankt Westendorf sich für die Aufmerksamkeit und es ist aus. Eine absolut würdevolle Beerdigung.
HIT THE FLOOR (Kays Khalil)
Unmitelbar nach den Selbstmordattentaten von London am 7. Juli 2005 wurde der brasilianische Austauschstudent Jean Charles de Menezes von den Londoner Sicherheitskräften fälschlicherweise für einen weiteren Attentäter gehandelt und, um es kurz zu machen: erschossen. Dieses Ereignis zeichnet Khalil in seinem (Animations-)Dok-Film nach. Mit Material welches zu grossen Teilen aus collagierten Animationen und in diese eingefügte Realaufnahmen besteht, wird in einer sehr design-orientierten Art und Weise zunächst in ebenso abrisshafften wie unvollständigen Bildern gezeigt, was die Anschläge vom 9. September 2001 in den Vereinigten Staaten für Folgen nach sich zogen. Dann betritt Menezes den Film. Es wird in kurzen Bildern sein Leben in London beschrieben. Schliesslich prallen die Welt des britischen CCTV-Überwachungswahns und des Brasilianers aufeinander. Die britischen Beamten nehmen seine Verfolgung auf. Menezes beginnt zu rennen, da sein Studentenvisum bereits abgelaufen ist. Die dadurch ausgesendeten Signale nehmen die Sicherheitskräfte als klares Zeichen dafür auf, dass Anschläge unmittelbar zu erwarten sind. Menezes „flüchtet“ in eine U-Bahn, dort werden 11 Schüsse auf ihn abgegeben, wovon 8 treffen. Sowohl visuell, wie auch vom Erzähltempo her kommt Hit the Floor äusserst frisch daher. Sieht ein wenig aus wie Infotainment für Design- und Filmstudenten. Dennoch: Thumbs up.
Tags: Oberhausen, Kurzfilmtage.
Super8 stirbt, lebt wieder, stirbt, lebt wieder. Zumindest der Super8 Tonfilm ist wohl endgültig Geschichte. Reinhard Westendorf manifestiert durch seinen passend betitelten Wettbewerbsbeitrag. Nach einer kurzen Einführung durch ihn selbst, gesprochen direkt in die Kamera, geschieht der ganze Gag des Films. Und dieser ist toll. Er bittet das Publikum aufzustehen und mit einer Schweigeminute den Tonfilm zu würdigen. Und so tut er es und so tut das Publikum es. In die Super8 Projektion schieben sich die Köpfe der sich erhebenden. Eine Minute Schweigen für den Ton. Abschliessend bedankt Westendorf sich für die Aufmerksamkeit und es ist aus. Eine absolut würdevolle Beerdigung.
HIT THE FLOOR (Kays Khalil)
Unmitelbar nach den Selbstmordattentaten von London am 7. Juli 2005 wurde der brasilianische Austauschstudent Jean Charles de Menezes von den Londoner Sicherheitskräften fälschlicherweise für einen weiteren Attentäter gehandelt und, um es kurz zu machen: erschossen. Dieses Ereignis zeichnet Khalil in seinem (Animations-)Dok-Film nach. Mit Material welches zu grossen Teilen aus collagierten Animationen und in diese eingefügte Realaufnahmen besteht, wird in einer sehr design-orientierten Art und Weise zunächst in ebenso abrisshafften wie unvollständigen Bildern gezeigt, was die Anschläge vom 9. September 2001 in den Vereinigten Staaten für Folgen nach sich zogen. Dann betritt Menezes den Film. Es wird in kurzen Bildern sein Leben in London beschrieben. Schliesslich prallen die Welt des britischen CCTV-Überwachungswahns und des Brasilianers aufeinander. Die britischen Beamten nehmen seine Verfolgung auf. Menezes beginnt zu rennen, da sein Studentenvisum bereits abgelaufen ist. Die dadurch ausgesendeten Signale nehmen die Sicherheitskräfte als klares Zeichen dafür auf, dass Anschläge unmittelbar zu erwarten sind. Menezes „flüchtet“ in eine U-Bahn, dort werden 11 Schüsse auf ihn abgegeben, wovon 8 treffen. Sowohl visuell, wie auch vom Erzähltempo her kommt Hit the Floor äusserst frisch daher. Sieht ein wenig aus wie Infotainment für Design- und Filmstudenten. Dennoch: Thumbs up.
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Kurzfilmtage Oberhausen: DEUTSCHER WETTBEWERB 1
05.05.2007 - 16:58:45 - Jasper
Mit der Erwartung nun mal etwas mehr klassisch narrativen Film zu erleben, wenn es sowas über haupt noch gibt, ging es für mich um 12:30 Uhr wieder los im Deutschen Wettbewerb 1. Die Hoffnungen wurden nur teilweise erfüllt. Die Auswahlkriterien der Jury sind aber auch nicht die einfachsten. In den Reihen Internationaler und Deutscher Wettbewerb prallt viel aufeinander. Experimentalfilm, Dokumentarfilm und szenischer Film. Mir ein Rätsel ist in diesem Zusammenhang vor allem wie hier Sieger gekürt werden sollen. Es dürfte schwer bis unmöglich (ich denke unmöglich) sein Bewertungskriterien zu finden, mit denen alle Richtungen zu greifen sind.
Und so hatte ich auch hier wieder mit einigen Filmen zu kämpfen, während andere richtig gut waren. Aus Zeitgründen werde ich ersteinmal nur die guten nennen. Die anderen finden ja vielleicht später noch ihren Platz.
LES TEMPS QUI CHANGENT (Thomas Oswald)
Eine massive, triste Plattenbaufassade. Die Kamera fährt zunächst ziellos die Front ab. Von Totalen geht es dabei in Halbnahe und wieder zurück in eine Totale. Schliesslich erscheinen auf einem der 5qm Balkone zwei männliche Figuren. Eine ältere, eine jüngere. Rotwein trinkend beginnen die beiden auf französisch eine Unterhaltung über ihre Generationen, das verstreichen der Zeit und Konflikte in ihren Leben. In welcher Beziehung die beiden zueinander stehen bleibt unbeantwortet. Die Unterhaltung endet mit der Feststellung, dass die Zeit zu schnell vergeht um alle Veränderungen registrieren zu können, geschweige denn sich mit diesen zu arrangieren. Und damit kommt Bewegung in die starre Szene. Die einzelnen Etagen des Plattenbaus fahren unvorhersehbar nach links und rechts, die beiden Protagonisten verlassen das Bild. Die Kamera zieht auf und all die Statik vom Anfang ist einer munteren Hin-und-Herfahrt gewichen. Wie einzelne, voneinander unabhängige Züge bewegen sich sämtliche Stockwerke auf der horizontalen Ebene. Der Raum den sie an den Enden freigeben wird nicht gefüllt, sondern weiss gelassen. Ist in etwa klar, was da passiert ist? Nicht sehr einfach das zu beschreiben. Aber es war schön. Eine Geschichte die sich nicht mehr Platz nimmt als sie braucht (5 Minuten), einen Überraschungsmoment am Ende parat hält und in der Dialog stattfindet (ist nicht die Regel bei den hier gezeigten Filmen).
HALBE STUNDEN (Nicolas Wackerbarth)
Die Hausherrin verabschiedet ihre Haushälterin in den Heimaturlaub. Die Wohnung macht einen kühlen, aufgeräumten Eindruck. Alles sieht nach Geld aus. Vor dem Abschied wird der Haushälterin noch von ihr unbemerkt der Schlüssel zu ihrem Zimmer entwendet. Und nun stellt sich Leere ein. Der Ehemann ist noch auf der Arbeit. Langsam und irgendwie müde bewegt sich die Hausherrin durch das totenleere Haus. Ein für seine ich nehme mal an Straftaten büßender und um Wiedereingliederung in die Gesellschaft flehender Fremder, wird von der Frau wieder des Grundstücks verwiesen. Ein knappes Telefonat mit dem bereits ausgezogenen Sohn. Schuhe putzen. Duschen. Das Zimmer des Hausmädchens inspizieren. Und wieder Tristesse. Dieser eher von seinen atmosphärischen Bildern getragene Film hat kein richtiges Ende. Der Mann kehrt schliesslich nach hause Die Frau weicht ihm aus und verlässt das Haus um vielleicht für einen kurzen Moment aus dem Käfig mit elektrisch verriegeltem Gartentor zu entfliehen. Aber eine Rückkehr in ihr Domizil scheint sehr wahrscheinlich. Wo soll man denn hin wenn man im gehobenen Mittelstand festbetoniert ist?
Tags: Oberhausen, Kurzfilmtage.
Und so hatte ich auch hier wieder mit einigen Filmen zu kämpfen, während andere richtig gut waren. Aus Zeitgründen werde ich ersteinmal nur die guten nennen. Die anderen finden ja vielleicht später noch ihren Platz.
LES TEMPS QUI CHANGENT (Thomas Oswald)
Eine massive, triste Plattenbaufassade. Die Kamera fährt zunächst ziellos die Front ab. Von Totalen geht es dabei in Halbnahe und wieder zurück in eine Totale. Schliesslich erscheinen auf einem der 5qm Balkone zwei männliche Figuren. Eine ältere, eine jüngere. Rotwein trinkend beginnen die beiden auf französisch eine Unterhaltung über ihre Generationen, das verstreichen der Zeit und Konflikte in ihren Leben. In welcher Beziehung die beiden zueinander stehen bleibt unbeantwortet. Die Unterhaltung endet mit der Feststellung, dass die Zeit zu schnell vergeht um alle Veränderungen registrieren zu können, geschweige denn sich mit diesen zu arrangieren. Und damit kommt Bewegung in die starre Szene. Die einzelnen Etagen des Plattenbaus fahren unvorhersehbar nach links und rechts, die beiden Protagonisten verlassen das Bild. Die Kamera zieht auf und all die Statik vom Anfang ist einer munteren Hin-und-Herfahrt gewichen. Wie einzelne, voneinander unabhängige Züge bewegen sich sämtliche Stockwerke auf der horizontalen Ebene. Der Raum den sie an den Enden freigeben wird nicht gefüllt, sondern weiss gelassen. Ist in etwa klar, was da passiert ist? Nicht sehr einfach das zu beschreiben. Aber es war schön. Eine Geschichte die sich nicht mehr Platz nimmt als sie braucht (5 Minuten), einen Überraschungsmoment am Ende parat hält und in der Dialog stattfindet (ist nicht die Regel bei den hier gezeigten Filmen).
HALBE STUNDEN (Nicolas Wackerbarth)
Die Hausherrin verabschiedet ihre Haushälterin in den Heimaturlaub. Die Wohnung macht einen kühlen, aufgeräumten Eindruck. Alles sieht nach Geld aus. Vor dem Abschied wird der Haushälterin noch von ihr unbemerkt der Schlüssel zu ihrem Zimmer entwendet. Und nun stellt sich Leere ein. Der Ehemann ist noch auf der Arbeit. Langsam und irgendwie müde bewegt sich die Hausherrin durch das totenleere Haus. Ein für seine ich nehme mal an Straftaten büßender und um Wiedereingliederung in die Gesellschaft flehender Fremder, wird von der Frau wieder des Grundstücks verwiesen. Ein knappes Telefonat mit dem bereits ausgezogenen Sohn. Schuhe putzen. Duschen. Das Zimmer des Hausmädchens inspizieren. Und wieder Tristesse. Dieser eher von seinen atmosphärischen Bildern getragene Film hat kein richtiges Ende. Der Mann kehrt schliesslich nach hause Die Frau weicht ihm aus und verlässt das Haus um vielleicht für einen kurzen Moment aus dem Käfig mit elektrisch verriegeltem Gartentor zu entfliehen. Aber eine Rückkehr in ihr Domizil scheint sehr wahrscheinlich. Wo soll man denn hin wenn man im gehobenen Mittelstand festbetoniert ist?
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Kurzfilmtage Oberhausen: Zeitprobleme
05.05.2007 - 14:31:09 - Jasper
Back again.
Heute wird es hart mit dem bloggen. Eine Veranstaltung jagt die nächste und dazwischen gibt es teilweise nur 15 Minuten Zeit. Ich werde also versuchen alles etwas gerafft zu berichten. Und da die nächste Veranstaltung (Internatinaler Wettbewerb 3) in drei Minuten beginnt, passiert das nicht jetzt, sondern später.
Nur so viel: Der soeben erlebte Start des Deutschen Wettbewerbs hat gemischte Gefühle geweckt. Ganz schöne und wie gestern auch mal etwas heillose Verwirrung was die Auswahl der Jury für einen Wettbewerb betrifft. Aber dazu gibt es später noch mehr zu lesen.
So, ich hoffe auf gute Projektion.
Heute wird es hart mit dem bloggen. Eine Veranstaltung jagt die nächste und dazwischen gibt es teilweise nur 15 Minuten Zeit. Ich werde also versuchen alles etwas gerafft zu berichten. Und da die nächste Veranstaltung (Internatinaler Wettbewerb 3) in drei Minuten beginnt, passiert das nicht jetzt, sondern später.
Nur so viel: Der soeben erlebte Start des Deutschen Wettbewerbs hat gemischte Gefühle geweckt. Ganz schöne und wie gestern auch mal etwas heillose Verwirrung was die Auswahl der Jury für einen Wettbewerb betrifft. Aber dazu gibt es später noch mehr zu lesen.
So, ich hoffe auf gute Projektion.
Kurzfilmtage Oberhausen: MuVi INTERNATIONAL Part 2
05.05.2007 - 02:10:55 - Jasper
Der großartige und über jeden Zweifel erhabenen Bonnie Prince Billie liefert mit „Cursed Sleep“ schon allein musikalisch eine Ausnahme ab. Unter den Ausgewählten ist er der einzige Singer/Songwriter. In ein Vogelkostüm gekleidet gibt er in dem von Andy Bruntel regierten (hihi, ist mir grad so eingefallen) Video eine eher tragikomische Figur ab. Irgendwie erweckt dieser schnauzbärtige Mitleid. Zwar herrscht überall das Bemühen Verständnis für ihn aufbringen, aber wer kann einen erwachsenen Mann in einem Vogelkostüm schon verstehen? Er lebt in einer Familie und nimmt dort eindeutig eine Kind-Position ein. Dabei könnten seine „Eltern“ des Alters wegen gut seine Geschwister sein. Und so wird eine Geschichte gesponnen, die letztendlich von großer Einsamkeit erzählt. Sehr schön.
„The Prime Time Of Your Life“ von Daft Punk fällt auf. Ein Mädchen sieht überall Skelette. Im Fernsehen, auf Fotos, in Erinnerungen. Und das macht die Kleine unglücklich, denn: Skelette sind schön schlank. Sie selbst empfindet sich als zu dick. Umgeben von lauter schlanken Skeletten würde sich wohl jeder früher oder später als dick empfinden. Was macht die kleine also? Sie schnappt sich eine Rasierklinge und schneidet sich all das (überflüssige) Fleisch vom Körper und befreit sich von der ihr Skelett umgebenden Fleischschicht. Das macht sie zwar ein Stück dünner, aber auch ein Stück toter. Das müssen ihre Eltern entsetzt feststellen als sie nachhause kommen. Die sind nämlich gar keine Skelette. Im Endeffekt also ein recht sozialkritischer Clip von Tony Gardner: Eltern, passt auf eure Kinder auf, und Gesellschaft pass auf wen/was du zum role model erhebst.
Tags: Oberhausen, Kurzfilmtage.
„The Prime Time Of Your Life“ von Daft Punk fällt auf. Ein Mädchen sieht überall Skelette. Im Fernsehen, auf Fotos, in Erinnerungen. Und das macht die Kleine unglücklich, denn: Skelette sind schön schlank. Sie selbst empfindet sich als zu dick. Umgeben von lauter schlanken Skeletten würde sich wohl jeder früher oder später als dick empfinden. Was macht die kleine also? Sie schnappt sich eine Rasierklinge und schneidet sich all das (überflüssige) Fleisch vom Körper und befreit sich von der ihr Skelett umgebenden Fleischschicht. Das macht sie zwar ein Stück dünner, aber auch ein Stück toter. Das müssen ihre Eltern entsetzt feststellen als sie nachhause kommen. Die sind nämlich gar keine Skelette. Im Endeffekt also ein recht sozialkritischer Clip von Tony Gardner: Eltern, passt auf eure Kinder auf, und Gesellschaft pass auf wen/was du zum role model erhebst.
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Kurzfilmtage Oberhausen: MuVi INTERNATIONAL Part 1
04.05.2007 - 19:48:32 - Jasper
Wow. Irgendwie freue ich mich auf die Veranstaltung immer am meisten. Wann hat man schon mal die Gelegenheit 15 ausgewählte Musikvideos vollständig (also mit diversen Intros und Einschüben) auf einer großen Leinwand zu sehen und den Ton über eine (scusi) fette Anlage geliefert zu bekommen? Ja, genau: Fast nie. Ich werde jetzt bestimmt nicht sämtliche 15 Videos beschreiben. Aber eine kleine Auswahl sollte es schon sein.
Jährlicher Gast ist in dieser Kategorie Michel Gondry. Davon mag der ein oder andere vielleicht genervt sein, aber seine Gründe hat es ja schon. Sein aktueller Clip für den Scientologen Beck hat es aber auch echt in sich. „Cellphone’s Dead“ ist eine Morphing Orgie in s/w durch und durch. Beck sitzt in einem Zimmer, draußen stehen Hochhäuser. Dann steigen die Hochhäuser durchs Fenster ins Zimmer, Türen lösen sich aus den Rahmen und spazieren umher, Fenster werden zu Türen, Türen zu Fenstern, Kommoden zu Heizungen, Beck wird zu allem und alles wird zu Beck. Kurz, es entsteht eine (wie von Gondry nicht anders zu erwarten) liebevolle, detailreiche Episode die an Abgedrehtheit kaum zu überbieten sein dürfte.
„Here it goes again“ von OK Go. Wer über 20.000.000 views bei youtube.com hat, braucht eines nicht mehr. Und zwar eine Beschreibung. Ende.
Paul Gore inszeniert zu Massive Attacks „False Flags“ eine fünfeinhalbminütige Geschichte die auch in 10 Sekunden erzählt werden könnte. Junger Mann zündet Molotow Cocktail an und wirft diesen. Das ist alles. In extremen Zeitlupen und mit noch extremeren, stark gewöhnungsbedürftigen, Tiefenunschärfen ist die oben genannte Ein-Satz-Geschichte verfilmt. Schlecht ist das nicht. Hab mich dabei nie gelangweilt. Der gesamte Clip ist mit großem Wert auf den filmischen look gedreht. Und das sieht auch meist gut aus. Allein das Anzünden und fallen lassen des Zippos ist es wert diesen Clip zu sehen. Aber die Tiefenschärfe? Auge: Scharf. Ohr: Schon nicht mehr uscharf sondern verschwommen zu nennen. Gibt bestimmt Leute die das mögen. Ansonsten hab ich an dem Clip nichts auszusetzen. Der junge Mann macht einen wirklich verzweifelten, abgefuckten Eindruck. Das verleiht der an sich banalen Handlung eine Tiefe, wirft Fragen auf. Keine dieser Fragen wird beantwortet und ausdrücklich gestellt wurde ja auch keine Frage. Schlussendlich fliegt der Molotow Cocktail in der nächtlichen Szenerie auf einen leeren Wagen zu. Und damit läuft das Leben des Zuschauers wieder in Realzeit ab.
...to be continued.
Tags: Oberhausen, Kurzfilmtage.
Jährlicher Gast ist in dieser Kategorie Michel Gondry. Davon mag der ein oder andere vielleicht genervt sein, aber seine Gründe hat es ja schon. Sein aktueller Clip für den Scientologen Beck hat es aber auch echt in sich. „Cellphone’s Dead“ ist eine Morphing Orgie in s/w durch und durch. Beck sitzt in einem Zimmer, draußen stehen Hochhäuser. Dann steigen die Hochhäuser durchs Fenster ins Zimmer, Türen lösen sich aus den Rahmen und spazieren umher, Fenster werden zu Türen, Türen zu Fenstern, Kommoden zu Heizungen, Beck wird zu allem und alles wird zu Beck. Kurz, es entsteht eine (wie von Gondry nicht anders zu erwarten) liebevolle, detailreiche Episode die an Abgedrehtheit kaum zu überbieten sein dürfte.
„Here it goes again“ von OK Go. Wer über 20.000.000 views bei youtube.com hat, braucht eines nicht mehr. Und zwar eine Beschreibung. Ende.
Paul Gore inszeniert zu Massive Attacks „False Flags“ eine fünfeinhalbminütige Geschichte die auch in 10 Sekunden erzählt werden könnte. Junger Mann zündet Molotow Cocktail an und wirft diesen. Das ist alles. In extremen Zeitlupen und mit noch extremeren, stark gewöhnungsbedürftigen, Tiefenunschärfen ist die oben genannte Ein-Satz-Geschichte verfilmt. Schlecht ist das nicht. Hab mich dabei nie gelangweilt. Der gesamte Clip ist mit großem Wert auf den filmischen look gedreht. Und das sieht auch meist gut aus. Allein das Anzünden und fallen lassen des Zippos ist es wert diesen Clip zu sehen. Aber die Tiefenschärfe? Auge: Scharf. Ohr: Schon nicht mehr uscharf sondern verschwommen zu nennen. Gibt bestimmt Leute die das mögen. Ansonsten hab ich an dem Clip nichts auszusetzen. Der junge Mann macht einen wirklich verzweifelten, abgefuckten Eindruck. Das verleiht der an sich banalen Handlung eine Tiefe, wirft Fragen auf. Keine dieser Fragen wird beantwortet und ausdrücklich gestellt wurde ja auch keine Frage. Schlussendlich fliegt der Molotow Cocktail in der nächtlichen Szenerie auf einen leeren Wagen zu. Und damit läuft das Leben des Zuschauers wieder in Realzeit ab.
...to be continued.
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Kurzfilmtage Oberhausen: Internationaler Wettbewerb 1
04.05.2007 - 16:49:44 - Jasper
THE STALIN THAT WAS PLAYED BY ME (Daya Cahen)
APLANKANT SOLIARI (Deimantas Narkevicius)
SHOCK OF TIME (Sun Xun)
Drei äußerst statische Werke.
Cahen montiert fast ausschließlich Standbilder und loops. Aus rein filmischem Blickpunkt nicht mein Fall. Grund dafür ist wohl eine sehr persönliche, autobiographische Herangehensweise. Die Autorin des Films sieht sich als Jüdin in Georgien mit einem Stalin-Nachfahren und diesen verehrenden Familienvater konfrontiert. Wenn ich die Geschichte überhaupt richtig verstanden habe. Mir sind nämlich mehrfach die Augen zugefallen. Sorry `bout that. Dieses persönliche Moment dann noch kombiniert mit den erwähnten Standbildern und einem durchgehenden OFF-Kommentar macht es für mich schwer, einen Zugang oder gar Gefallen zu finden. Ich bin doch irgendwie verhaftet im narrativen szenischen Bereich. Diese Kombination aus Kunst-, Dokumentar- und vielleicht irgendwie noch szenischem Film kommt nicht an mich ran.
Narkevicius visualisiert einen Auszug von Stanislaw Lems SOLARIS. Dies passiert mit vielen Bildern, die für mich nur schwer (meist gar nicht) mit den als OFF Text vorgetragenen Passagen aus SOLARIS zu verknüpfen waren. Mehr kann ich dazu auch schon nicht sagen.
Xun arbeitet höchst graphisch. Was sah ich? Unmengen chinesischer Schriftzeichen, wie aus alten Zeitungen. Und einen Mantel der animiert über diese Schriftzeichen spazierte. Und noch viel mehr kryptisches. Auch hier: Ich finde da einfach keinen Zugang.
CANTICO DAS CRIATURAS (Miguel Gomes)
Gomes lässt seinen mit einer Akustikgitarre ausgerüsteten Protagonisten zu extrem verwackelten Super8 Aufnahmen durch italienische Landschaft und Dörfer spazieren. Sich selbt mit der Gitarre begleitend singt der Troubadour ein Gedicht des Franz von Asisi. Plötzlich verändert sich die Szenerie und in einer halbrealen, halb aus Pappmaché gebauten Welt wacht eben jener Franz aus einer Bewusstlosigkeit auf. Eine Schwester findet ihn im Wald. Diese Schwester Clare ist erschrocken als sie feststellen muss, dass der von ihr verehrte Franz sich weder erinnert wer er ist, noch weiß nach welchen Grundsätzen er bisher gelebt hat. Kaum kehrt seine Erinnerung zurück springt der Film in die Tierwelt. Dort ist nun jedes Tier (die Tierstimmen sind hierbei von Kindern imitiert – sehr nett) davon überzeugt, Franz hätte kein Tier so gerne, wie die eben eigene Spezies. Dies führt zu einem darwinistischen Zustand der sich durch das töten andere Tiere, einen Wettlauf der Geburten und das Bemühen jeder Tierart zeigt, möglichst präsent zu sein. Aberwitzig, dass dies u.a. damit endet, dass Legebatterien mit Hunderten von Hühnern gezeigt werden. Mir hat es gefallen, ich musste schmunzeln und die verschiedenen Wendungen (zu Beginn befürchtete ich einen hyperreligiösen Film zu sehen) haben dem Film über die 24 Minuten immer wieder genug Schwung gegeben.
INSTITUTION (Tobias Anderson)
Anderson zeigt eine monochrom gezeichnete, animierte Geschichte. Ästhetisch gefiel mir sein Film sehr. Dunkle, geheimnisvolle Bilder in einem Gebäude das... ja was ist es denn? Eine Irrenanstalt? Ein Krankenhaus? Ein... na, ich weiß es auch nicht. Und genau da bin ich beim Problem. Ein extrem unverständlicher englischsprachiger Ton hat mir einfach nicht erlaubt genau nachzuvollziehen was geschieht. Meine Eindrücke: Jemand will fliehen, andere wollen ihn aufhalten. Ein Großteil der Figuren sind äußerst misstrauisch und geben das Gefühl in einem streng überwachten Gebäude zu sein. Es hat den Eindruck als stände hier ständig der Kampf des Individuums gegen den großen Apparat im Mittelpunkt. Wenn ich es doch nur genauer beschreiben könnte...
SEKALLI LE MEOKGO (Teboho Mahlatsi)
Mahlatsi liefert das Highlight. Mit extrem satten Farben in denen vornehmlich Brauntöne dominieren, erzählt er die Sage über das Findelkinds Kgotso, der in einer kargen Gebirgslandschaft als zorro-ähnliche Gestalt die Armen vor plündernden Diebesbanden schützt. Unheimlich schnell zieht der Film mich in den Bann. In kontrastreichen Bildern, die zum einen die endlose Weite der Felsformationen zeigen und zum anderen überdurchschnittlich viele Nahe Einstellungen der Figuren zeigen, ist ein extremes Spiel mit Licht und Schatten zu beobachten. Die Düsternis der einzelnen Hütten wird von einzelnen Lichtstrahlen durch Fenster und Tür geradezu wie mit Messern durchstoßen. Die gestochen scharfen Nahen zeigen ein extrem weiches Licht, welches dennoch starke Kontraste und Schattenverläufe auf den Gesichtern erzeugt und dabei natürlich erscheint. Kgotso ist von einer Fremden im Wald fasziniert, folgt ihr und kriegt, die Welt um sich vergessend, vom Anführer einer Diebesbande ein Messer in den Rücken gejagt. In einer Dorfgemeinschaft wird er wieder gesund gepflegt. Als er aufwacht erzählt im sein Gastgeber von dem Fluch der auf seiner Tochter lastet. Vor der Hütte sitzt seine Tochter. Es ist die gleiche Frau, die Kgotso ins Verderben stürzte. Sie sitzt mit einem absolut leeren Blick vor der kargen Gebirgslandschaft. Ich deute den Fluch mal so: Der Geist der Frau wurde gefangen genommen und muss den Diebesbanden als ‚Lockmittel’ dienen. Äußerst erfolgreich wie Kgotso zu spüren bekommen musste. Kgotso schafft es nun an einem einsamen Ort die Schöne von dem Fluch zu befreien. Auch die Diebesbande taucht erneut auf, will Kgotsos Heilungsversuche stoppen. Ohne auch nur zu den Waffen greifen zu müssen schafft es der Geheimnisvolle, seine Widersacher zu besiegen.
PS: Ich habe keine Zeit, meine Texte noch korrigierend zu überprüfen. Der Zeitplan ist eng.
Tags: Oberhausen, Kurzfilmtage.
APLANKANT SOLIARI (Deimantas Narkevicius)
SHOCK OF TIME (Sun Xun)
Drei äußerst statische Werke.
Cahen montiert fast ausschließlich Standbilder und loops. Aus rein filmischem Blickpunkt nicht mein Fall. Grund dafür ist wohl eine sehr persönliche, autobiographische Herangehensweise. Die Autorin des Films sieht sich als Jüdin in Georgien mit einem Stalin-Nachfahren und diesen verehrenden Familienvater konfrontiert. Wenn ich die Geschichte überhaupt richtig verstanden habe. Mir sind nämlich mehrfach die Augen zugefallen. Sorry `bout that. Dieses persönliche Moment dann noch kombiniert mit den erwähnten Standbildern und einem durchgehenden OFF-Kommentar macht es für mich schwer, einen Zugang oder gar Gefallen zu finden. Ich bin doch irgendwie verhaftet im narrativen szenischen Bereich. Diese Kombination aus Kunst-, Dokumentar- und vielleicht irgendwie noch szenischem Film kommt nicht an mich ran.
Narkevicius visualisiert einen Auszug von Stanislaw Lems SOLARIS. Dies passiert mit vielen Bildern, die für mich nur schwer (meist gar nicht) mit den als OFF Text vorgetragenen Passagen aus SOLARIS zu verknüpfen waren. Mehr kann ich dazu auch schon nicht sagen.
Xun arbeitet höchst graphisch. Was sah ich? Unmengen chinesischer Schriftzeichen, wie aus alten Zeitungen. Und einen Mantel der animiert über diese Schriftzeichen spazierte. Und noch viel mehr kryptisches. Auch hier: Ich finde da einfach keinen Zugang.
CANTICO DAS CRIATURAS (Miguel Gomes)
Gomes lässt seinen mit einer Akustikgitarre ausgerüsteten Protagonisten zu extrem verwackelten Super8 Aufnahmen durch italienische Landschaft und Dörfer spazieren. Sich selbt mit der Gitarre begleitend singt der Troubadour ein Gedicht des Franz von Asisi. Plötzlich verändert sich die Szenerie und in einer halbrealen, halb aus Pappmaché gebauten Welt wacht eben jener Franz aus einer Bewusstlosigkeit auf. Eine Schwester findet ihn im Wald. Diese Schwester Clare ist erschrocken als sie feststellen muss, dass der von ihr verehrte Franz sich weder erinnert wer er ist, noch weiß nach welchen Grundsätzen er bisher gelebt hat. Kaum kehrt seine Erinnerung zurück springt der Film in die Tierwelt. Dort ist nun jedes Tier (die Tierstimmen sind hierbei von Kindern imitiert – sehr nett) davon überzeugt, Franz hätte kein Tier so gerne, wie die eben eigene Spezies. Dies führt zu einem darwinistischen Zustand der sich durch das töten andere Tiere, einen Wettlauf der Geburten und das Bemühen jeder Tierart zeigt, möglichst präsent zu sein. Aberwitzig, dass dies u.a. damit endet, dass Legebatterien mit Hunderten von Hühnern gezeigt werden. Mir hat es gefallen, ich musste schmunzeln und die verschiedenen Wendungen (zu Beginn befürchtete ich einen hyperreligiösen Film zu sehen) haben dem Film über die 24 Minuten immer wieder genug Schwung gegeben.
INSTITUTION (Tobias Anderson)
Anderson zeigt eine monochrom gezeichnete, animierte Geschichte. Ästhetisch gefiel mir sein Film sehr. Dunkle, geheimnisvolle Bilder in einem Gebäude das... ja was ist es denn? Eine Irrenanstalt? Ein Krankenhaus? Ein... na, ich weiß es auch nicht. Und genau da bin ich beim Problem. Ein extrem unverständlicher englischsprachiger Ton hat mir einfach nicht erlaubt genau nachzuvollziehen was geschieht. Meine Eindrücke: Jemand will fliehen, andere wollen ihn aufhalten. Ein Großteil der Figuren sind äußerst misstrauisch und geben das Gefühl in einem streng überwachten Gebäude zu sein. Es hat den Eindruck als stände hier ständig der Kampf des Individuums gegen den großen Apparat im Mittelpunkt. Wenn ich es doch nur genauer beschreiben könnte...
SEKALLI LE MEOKGO (Teboho Mahlatsi)
Mahlatsi liefert das Highlight. Mit extrem satten Farben in denen vornehmlich Brauntöne dominieren, erzählt er die Sage über das Findelkinds Kgotso, der in einer kargen Gebirgslandschaft als zorro-ähnliche Gestalt die Armen vor plündernden Diebesbanden schützt. Unheimlich schnell zieht der Film mich in den Bann. In kontrastreichen Bildern, die zum einen die endlose Weite der Felsformationen zeigen und zum anderen überdurchschnittlich viele Nahe Einstellungen der Figuren zeigen, ist ein extremes Spiel mit Licht und Schatten zu beobachten. Die Düsternis der einzelnen Hütten wird von einzelnen Lichtstrahlen durch Fenster und Tür geradezu wie mit Messern durchstoßen. Die gestochen scharfen Nahen zeigen ein extrem weiches Licht, welches dennoch starke Kontraste und Schattenverläufe auf den Gesichtern erzeugt und dabei natürlich erscheint. Kgotso ist von einer Fremden im Wald fasziniert, folgt ihr und kriegt, die Welt um sich vergessend, vom Anführer einer Diebesbande ein Messer in den Rücken gejagt. In einer Dorfgemeinschaft wird er wieder gesund gepflegt. Als er aufwacht erzählt im sein Gastgeber von dem Fluch der auf seiner Tochter lastet. Vor der Hütte sitzt seine Tochter. Es ist die gleiche Frau, die Kgotso ins Verderben stürzte. Sie sitzt mit einem absolut leeren Blick vor der kargen Gebirgslandschaft. Ich deute den Fluch mal so: Der Geist der Frau wurde gefangen genommen und muss den Diebesbanden als ‚Lockmittel’ dienen. Äußerst erfolgreich wie Kgotso zu spüren bekommen musste. Kgotso schafft es nun an einem einsamen Ort die Schöne von dem Fluch zu befreien. Auch die Diebesbande taucht erneut auf, will Kgotsos Heilungsversuche stoppen. Ohne auch nur zu den Waffen greifen zu müssen schafft es der Geheimnisvolle, seine Widersacher zu besiegen.
PS: Ich habe keine Zeit, meine Texte noch korrigierend zu überprüfen. Der Zeitplan ist eng.
Tags: Oberhausen, Kurzfilmtage.
Jasper als Gast auf experimentelles.org und zu Besuch in Oberhausen
04.05.2007 - 15:46:48 - Jasper
Zürich/Düsseldorf – 50 Minuten. Den mir zustehenden Jahresausstoss an CO2 dürfte ich verbraucht haben. Zur Gewissens-Betäubung hoch über den Wolken während der 10 Minuten Nicht-Steig- oder –Senkflug schnell einen Gin Tonic genossen (und dafür kritische Blicken meiner Business-Platznachbarn, sowie etwas Verwunderung seitens der Flugbegleiterin geerntet), bin ich angekommen im Pott, meiner Heimat.
Die 53. Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen laufen seit gestern Abend 19 Uhr. And me is a part of this arty nerd thing. Also jetzt nicht in der Form, dass Zeug von mir hier laufen würde, nein, einfach als prekariatisches Konsumsubjekt sitz ich derweil noch in der Fußgängerpassage Oberhausens und warte auf 12:30 Uhr. Dann nämlich, so stehts geschrieben, wird der Internationale Wettbewerb mit der Veranstaltung ‚Internationaler Wettbewerb 1’ eröffnet. Blau Weiss bewimpelt scheint die ganze Innenstadt hier. Meine fernsehlose, schweizbedingte Bundesliga-Abstinenz ließ mich erst vermuten, Schalke 04 sei bereits Meister geworden und es würde sich mit all den Fahnen um interurbane Glückwünsche handeln, korrigierte ich schnell. Das Festival selbst kleidet sich in diese frühlingshafte Coleur.
Und ich werde versuchen, diese und alle weiteren von mir besuchten Veranstaltungen, sowie alles was hier sonst noch passiert, nahezu livebloggend zu kommentieren. Dafür nutze ich Mikes (sorry, aber ich sag es jetzt so) ‚Blournal’. Vielen Dank dafür.
Und jetzt weiß ich grad auch wieder wo ich bin, wo meine Wurzeln sind. Wenn eine blonde Frau unterer sozialer Schichten an dir vorbeiläuft mit einem frakturschriftbedruckten Shirt welches sagt: „Odin statt Jesus“, dann, ja dann musst du wohl tief im Pott sein.
Tags: Oberhausen, Kurzfilmtage.
Die 53. Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen laufen seit gestern Abend 19 Uhr. And me is a part of this arty nerd thing. Also jetzt nicht in der Form, dass Zeug von mir hier laufen würde, nein, einfach als prekariatisches Konsumsubjekt sitz ich derweil noch in der Fußgängerpassage Oberhausens und warte auf 12:30 Uhr. Dann nämlich, so stehts geschrieben, wird der Internationale Wettbewerb mit der Veranstaltung ‚Internationaler Wettbewerb 1’ eröffnet. Blau Weiss bewimpelt scheint die ganze Innenstadt hier. Meine fernsehlose, schweizbedingte Bundesliga-Abstinenz ließ mich erst vermuten, Schalke 04 sei bereits Meister geworden und es würde sich mit all den Fahnen um interurbane Glückwünsche handeln, korrigierte ich schnell. Das Festival selbst kleidet sich in diese frühlingshafte Coleur.
Und ich werde versuchen, diese und alle weiteren von mir besuchten Veranstaltungen, sowie alles was hier sonst noch passiert, nahezu livebloggend zu kommentieren. Dafür nutze ich Mikes (sorry, aber ich sag es jetzt so) ‚Blournal’. Vielen Dank dafür.
Und jetzt weiß ich grad auch wieder wo ich bin, wo meine Wurzeln sind. Wenn eine blonde Frau unterer sozialer Schichten an dir vorbeiläuft mit einem frakturschriftbedruckten Shirt welches sagt: „Odin statt Jesus“, dann, ja dann musst du wohl tief im Pott sein.
Tags: Oberhausen, Kurzfilmtage.
Mike offline - was nun?
04.05.2007 - 09:48:13 - Mike
Solltet Ihr mal mit mir chatten wollen, aber ich bin einfach nicht online, so wendet Euch vertrauensvoll an meinen virtuellen Stellvertreter: MyCyberTwin. Er spricht bislang nur gebrochenes Deutsch, daher quatscht bitte auf englisch mit ihm, er unterrichtet mich dann darüber was Ihr wolltet... ;)
Simon rockt
01.05.2007 - 21:17:09 - Mike
Die Band "Incisive" in der mein Ex-Mitbewohner Simon spielt, ist im Vorentscheid des Band-Contests für das South Side Festival 2007. Die Gewinner-Band des Vorentscheides hat die Ehre auf dem Southside als Opener aufzutreten und ich drück den Jungs die Daumen.
Ich war vor einigen Wochen zu einem kostenlosen, halböffentlichen Probekonzert von Incisive eingeladen und hellauf begeistert. Nicht nur, dass die Jungs alle überaus nett sind, neeee, sie können auch richtig rocken.
Bilder der Band gibts hier und Musik auf ihrer myspace Seite!!
Ich war vor einigen Wochen zu einem kostenlosen, halböffentlichen Probekonzert von Incisive eingeladen und hellauf begeistert. Nicht nur, dass die Jungs alle überaus nett sind, neeee, sie können auch richtig rocken.
Bilder der Band gibts hier und Musik auf ihrer myspace Seite!!








