"Dass Placebos oft genauso, wenn nicht besser wirken wie andere Medikamente, aber billiger sind und vor allem keine Nebenwirkungen haben, ist lange bekannt. Bezeichnend ist das Ergebnis einer Studie von Wissenschaftlern der Duke University und des MIT. Danach sind Placebos wirkungsvoller, wenn sie teurer sind, was schlicht bedeutet, dass die Menschen schlicht davon ausgehen, dass das, was teuer ist, auch gut sein muss, während das, was man billig haben kann, nichts wert ist."
[
Telepolis mnews: Teure Placebos wirken besser als billige]
Wirkt vielleicht auf den ein oder anderen überraschend, ist es aber nicht. Im Artikel wird wohlgemerkt eine recht fadenscheinige Erklärung (Rituale...) für diesen Effekt gebracht, obwohl ein Rückgriff auf die mehr als 50 Jahre alt
Dissonanztheorie von Festinger die Erklärung für diesen Effekt bereits liefert.
Würde ein teures Medikament schlechter wirken als ein billiges, würde kognitive Dissonanz entstehen, schließlich gibt man nicht
viel Geld aus, um
wenig Wirkung zu erfahren. Hier würden die Kognitionen viel Geld und wenig Wirkung in einer relevanten, dissonanten Beziehung zueinander stehen. Wenn Dissonanz auftritt, empfindet der Mensch Druck diese Dissonanz zu verringern. Dies geschieht durch Addition, Subtraktion oder Substitution von Kognitionen. Geändert wird dabei das kognitive Element mit dem geringsten Änderungswiderstand, der sich aus der Anzahl an konsonanten Verbindungen zu anderen Kognitionen ergibt. Da es in den meisten Fällen leichter sein dürfte, die ohnehin nur sehr schwer greifbare Wirkung eines unbekannten Medikamentes anders einzuschätzen, als seine Einstellung zu den eigenen finanziellen Verhältnissen, wird natürlich das Medikament als wirkungsvoller wahrgenommen.
Dissonanztheorie at it's best.
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